11.01.17 09:20

Vortrag im FFT

Deutsches Kolonialidyll? - 1964 als Wendejahr im Umgang mit Deutschlands Kolonialvergangenheit

Von: Redaktion

11.01.2017 - Am 13. Januar ist Prof. Stefanie Michels mit einem Vortrag über die Schärfe der Debatte um die deutsche Kolonialvergangenheit in den 1960er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland zu Gast im FFT.

Ausgangspunkt des Vortrags ist der mediale Umgang mit Paul von Lettow-Vorbeck, gestorben 1964, Kommandeur der deutsch-ostafrikanischen Kolonialtruppe im Ersten Weltkrieg. 1918 zog er als „im Felde unbesiegter“ Kriegsheld durch das Brandenburger Tor, in der NS-Zeit nahm er eine zentrale Rolle in der Kriegs- und Kolonialpropaganda ein. An seinem Grab standen zwei seiner ehemaligen afrikanischen Soldaten. Der damalige Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel, selbst in Deutsch-Ostafrika geboren, bezeichnete ihn als Vorbild für die deutsche Jugend. Ralph Giordano, damals Journalist beim WDR, erkannte hierin die „Legende vom deutschen Kolonialidyll“. Mit seinem 1966 erschienenen zweiteiligen Dokumentarfilm setzte er zu einer „Attacke“ dagegen an.

Der Vortrag findet im Rahmen der Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeitsarbeit“ statt.

Datum: Freitag, 13.1.2017, 17.00 Uhr
Ort: FFT JUTA, Kasernenstraße 6, 40213 Düsseldorf

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenAbteilung Kommunikation