01.02.15 09:01

Humboldt-Forschungsstipendiat in der Physik

Aktive Partikel in Natur und Technik

Von: Arne Claussen

01.02.2015 – Heute beginnt der niederländische Physiker Dr. Frank Smallenburg ein Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt Stiftung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er wird in den kommenden zwei Jahren in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hartmut Löwen am Institut für Theoretische Physik II so genannte „aktive weiche Materie“ erforschen.

Dr. Frank Smallenburg (Fotos: Jessica Hatton)

Dr. Smallenburg arbeitet seit dem 1. Februar 2015 als Humboldt-Forschungsstipendiat für zwei Jahre in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hartmut Löwen (links) am Institut für Theoretische Physik II der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Frank Smallenburg, geboren 1983 in Castricum (Provinz Nordholland, Niederlande), studierte Physik an der Universität Utrecht, wo er 2012 zum Thema „Clustering and self-assembly in colloidal systems“ promovierte. Nach der Promotion hatte er zunächst eine Forschungsstelle an der Universitá La Sapienza in Rom, bevor er im September 2014 nach Düsseldorf wechselte. Er veröffentliche bereits zahlreiche Artikel, unter anderem in Zeitschriften wie Nature Physics oder Physical Review.

Dr. Smallenburg interessiert sich für sogenannte kolloidale Systeme. Hierbei handelt es sich um kleine Teilchen (Größenbereich Mikrometer bis Nanometer), die sich in einem Medium bewegen. Ein Beispiel hierfür ist Milch, die aus Fettpartikel in Wasser besteht. In Utrecht beschäftigte er sich zunächst mit der Strukturbildung und  Selbstorganisation in solchen Medien.

Während seines Humboldt-Forschungsstipendiums in Düsseldorf wird Dr. Smallenburg in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hartmut Löwen am Institut für Theoretische Physik II zu „aktiver weicher Materie“ forschen. Diese  Materie besteht aus Partikeln, die sich selbst bewegen können. Sie kommt vielfach in der Natur vor, wie Bakterien, Blutzellen oder auch Spermien, die mittels Geißeln vorankommen. Aber auch künstliche Partikel sind denkbar, die sich durch chemische Reaktionen antreiben.

In der Natur beeinflussen solche aktiven Teilchen ständig die Materie, wie etwa weiße Blutkörperchen, die Krankheitserreger suchen und angreifen. Per Computersimulationen wollen die Forscher nun untersuchen, wie auch künstliche aktive Teilchen nutzbringend eingesetzt werden können. Sie könnten zum Beispiel Medikamente im Körper gezielt an ihren Einsatzort transportieren, oder sie könnten nicht-aktive Partikel zu neuen Strukturen zusammenbauen. Bis zu solchen technischen Nutzungen ist es noch weit, zunächst wollen die Forscher das dynamische Verhalten und die Wechselwirkung mit „normaler Materie“ erforschen.

Humboldt-Forschungsstipendien

Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt jährlich rund 450 Humboldt-Forschungsstipendien an promovierte Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland. Sie können damit ein langfristiges Forschungsvorhaben im Rahmen einer selbst gewählten Arbeitsgruppe an einer deutschen Universität oder Forschungseinrichtung realisieren.

Kontakt

Prof. Dr. Hartmut Löwen
Institut für Theoretische Physik II
Tel.: 0211-81 11377
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