»Chancen nutzen« Stipendiatinnen und Stipendiaten besuchten am 4. Juni 2018 die QIAGEN GmbH in Hilden

Prof. Dr. Hannelore Riesner (Vorsitzende des Beirates für Universitätsförderung), Prof. Dr. Dr. hc.c. Detlev Riesner (Gründer von Qiagen), Dr. Thomas Schweins (Senior Vice President Life Science bei Qiagen), Janine Janus (Ltg. Zentr. Univ. Förderung der HHU) und StipendiatInnen der HHU, Foto: Jochen Müller


Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Stipendienprogramms »Chancen nutzen« -  das Deutschlandstipendium an der HHU der Eheleute Riesner, des Unternehmens Qiagen sowie ausgewählte StipendiatInnen des Programms aus der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der HHU erhielten heute einen besonderen Einblick in die Unternehmenskultur einer  weltweit agierenden Biotech Firma.
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten kamen auf das Firmengelände nach Hilden und wurden von Prof. Dr. Hannelore Riesner, Vorsitzende des Beirates für Universitätsförderung der HHU und Prof. Dr. Dr. h.c. Detlev Riesner, Gründer von Qiagen, sowie Dr. Thomas Schweins, Senior Vice President im Bereich Life Science der Qiagen, herzlich begrüßt. Dr. Schweins gab einen interessanten Überblick über die Gründungs- und Entwicklungsgeschichte sowie der QIAGEN GmbH.
QIAGEN ist Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien für die molekulare Diagnostik, akademische Forschung, pharmazeutische Industrie und angewandte Testverfahren. Die heutige Gesellschaft wurde am 29. November 1984 von einem Wissenschaftlerteam der Universität Düsseldorf (u.a. Prof. Dr. Dr. h.c. Detlev Riesner) als Diagen Institut für Molekulare Diagnostik gegründet. Den Beginn der Unternehmenstätigkeit von QIAGEN markierte die Entwicklung neuer Methoden für die Aufreinigung von Nukleinsäuren als Träger von Erbinformationen. Um mit unterschiedlichen Molekülen einer Zelle wie zum Beispiel Nukleinsäuren (DNA und RNA) und Proteinen arbeiten zu können, müssen diese von anderen Zellbestandteilen abgetrennt und gereinigt werden. Die Entdeckung verkürzte die Vorbereitungszeit für Plasmide, kleine ringförmige DNA-Moleküle einer Bakterienzelle, von zwei bis drei Tagen auf zwei Stunden. Heute umfasst das Portfolio des Unternehmens umfassende Serviceleistungen für die Forschung im Labor.

Die StipendiatInnen Anna Christina Albrecht, Jan Schild und Wibke Schumann berichten über ihre Eindrücke:

Als Studenten der Biochemie haben wir alle in Laborpraktika bereits mit Qiagen-Produkten zur Aufreinigung von DNA gearbeitet. Die Erfolgsgeschichte von Qiagen als Startup, gegründet von Forschern der HHU wird sogar in Vorlesungen erwähnt. Deshalb waren wir sofort interessiert als im Rahmen des Deutschlandstipendiums eine Werksführung angeboten wurde.
Mit unserer Laborerfahrung befanden wir uns bester Gesellschaft: In einer Galerie waren Fotos von Nobelpreisträgern mit den blauen Qiagen-Kisten im Hintergrund ausgestellt. Eine für uns neue Information war, dass Qiagen auch Marktführer bei bioinformatischen Dienstleistungen ist. Diese Entwicklung ergab sich logisch aus der Isolation der DNA, über die Sequenzierung zur Diagnostik.
Qiagen ist an der Börse ist fünfmal so viel wert wie der Jahresumsatz des Unternehmens, was das hohe Vertrauen der Kunden in Qualität und Zukunftsfähigkeit der Produkte beweist.
In der Werksführung selbst erhielten wir Einblick in die Prozessmaschinerie für Herstellung, Abfüllung und Etikettierung von Pufferlösungen.
Spannend war auch, dass die Qiagen-Kits von Menschen gepackt werden, da eine Automatisierung keine schnelle Reaktion auf Kunden- oder Marktwünsche erlauben würde. Aus diesem Grund sind die Paletten auf denen Pufferflaschen gelagert werden, farbcodiert. Der 17 m hohe Lagerraum mit chaotischem Sortierprinzip wird zwar von SAP-Software kontrolliert, die Einlagerung übernehmen aber immer noch Menschen.
Während des Kolloquiums wurde klar, wie sehr sich die Arbeit in der Industrie von der Arbeit an der Universität unterscheidet. Während wir eine sehr auf Forschung fokussierte Ausbildung haben kommen in einem Unternehmen noch betriebswirtschaftliche Aspekte, Patenrecht und Marketing dazu. Auch die Kommunikation über mehrere Zeitzonen hinweg bei einem internationalen Unternehmen gehört zu den Dingen, über die man sich als Student nie Gedanken gemacht hätte.
Insgesamt sind wir dankbar für die Möglichkeit über den Tellerrand zu blicken, die uns durch das Deutschlandstipendium ermöglicht wurde.

 

Das »Chancen nutzen« Stipendienprogramm der HHU fördert leistungsstarke Studierende aller Fachrichtungen. Die Basis für den anhaltenden Erfolg von »Chancen nutzen« bilden die individuelle Betreuung aller Beteiligten durch die HHU sowie der persönliche Kontakt zwischen den Stiftenden und den Geförderten. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten geben den Stifterinnen und Stiftern Einblick in Inhalte ihres Studiums und profitieren im Gegenzug von deren Erfahrung und Wissen im beruflichen Werdegang. Sollten Sie Interesse haben an diesem Stipendienprogramm mitzuwirken, wenden Sie sich bitte an Frau Janine Janus, Leiterin der Zentrale Universitätsförderung der HHU.

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenZentrale Universitätsförderung