19.05.15 17:12

Studie zu Neuromyelitis optica: Effektivere Behandlung möglich

Von: Redaktion

Die Neuromyelitis optica (NMO) ist eine seltene Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die lange Zeit als Variante der sehr viel häufigeren Multiplen Sklerose (MS) galt. In den meisten Fällen führt die NMO zu einer Entzündung der Sehnerven und des Rückenmarks und kann zu Blindheit und langfristig schwerer Behinderung führen.

Der vor ca. zehn Jahren entdeckte Antikörper gegen den Wasserkanal Aquaporin-4 ist hoch spezifisch für die Neuromyelistis optica, hingegen in Patienten mit Multipler Sklerose aber nicht nachweisbar. Zugelassene Therapien existieren für die NMO bislang nicht, aber einige Behandlungen werden derzeit in großen Studien untersucht und konnten in kleinen Patientengruppen bereits positive Effekte zeigen. So auch der Interleukin-6 Rezeptor Antikörper Tocilizumab (TCZ), der nun an den Unikliniken in Düsseldorf und Bochum erfolgreich angewendet wurde.

Die bisherigen Therapien hatten in einigen NMO-Patienten nicht zu einer erwünschten Krankheitsstabilisierung oder zu relevanten Nebenwirkungen geführt. Tocilizumab, eine Substanz die schon länger erfolgreich zur Behandlung von Rheuma angewendet wurde, konnte nun zeigen, dass sie auch bei NMO zu einer deutlichen Reduktion von Krankheitsschüben bei guter Verträglichkeit führen kann. Der Neurologe Dr. Marius Ringelstein aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Orhan Aktas, Neurologische Klinik (Direktor: Prof. Dr. Hans-Peter Hartung) hat in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ingo Kleiter und seinen Mitarbeitern der Neurologischen Uniklinik des St. Josef-Hospitals in Bochum (Direktor: Prof. Dr. Ralf Gold) insgesamt acht NMO-Patientinnen für bis zu 51 Behandlungsmonate mit Tocilizumab behandelt. Die Mediziner fanden heraus, dass die Therapie auch positive Effekte auf den Grad der Behinderung und die häufig von NMO-Patienten beklagten Schmerzen hat. Weiterhin sinkt unter Tocilizumab der für die Erkrankung mitverantwortliche Aquaporin-4 Antikörper signifikant und in MRT-Untersuchungen ist ein deutlicher Rückgang entzündlicher Aktivität nachweisbar. "Mit Hilfe dieser neuartigen, zukunftsträchtigen Behandlungsmethode glauben wir, einen Teil der betroffenen Patienten effektiver behandeln und langfristige Behinderung verhindern zu können", sagt Dr. Marius Ringelstein. "Es ist zu hoffen, dass dies zu einer relevanten Besserung der Lebensqualität der Patienten führen wird".

Die Neurologische Klinik ist Mitglied der Neuromyelitis optica Studiengruppe (undefinedNEMOS) und ist eines der international führenden Zentren zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems.

Originalveröffentlichung:

Ringelstein et al, JAMA Neurology online May 18, 2015, doi:10.1001/jamaneurol.2015.0533  

 

Kontakt:

Dr. undefinedMarius Ringelstein, Neurologische Klinik,

Univ.-Prof. undefinedDr. Orhan Aktas, Neurologische Klinik

Univ.-Prof. Dr. undefinedHans-Peter Hartung, Neurologische Klinik

 

 

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