13.06.17 11:06

Internationale Anerkennung für Düsseldorfer Biologen

‚Human Frontier Science Program‘: Forschergruppe um Prof. Dr. Matias Zurbriggen erhält Millionenförderung für innovative Schlafforschung

Prof. Dr. Matias Zurbriggen, Leiter des Instituts für synthetische Biologie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, hat jüngst den renommierten Forschungsförderpreis ‚Program Grant‘ des internationalen Human Frontier Science Program (HFSP) erhalten. Dieses einzigartige Programm fördert innovative und interdisziplinäre Projekte der Lebenswissenschaften mit erstklassigen Forscherteams aus verschiedenen Ländern.

Der Biologe Prof. Dr. Matias Zurbriggen, Leiter des Instituts für Synthetische Biologie, erhält den renommierten Forschungsförderpreis des internationalen 'Human Frontier Science Program' (Foto: HHU).

 

Die Gruppe um Prof. Dr. Matias Zurbriggen (Heinrich-Heine-Universität), Dr. Robbert Havekes (Rijksuniversiteit Groningen, NL), Dr. Sara Aton (University of Michigan, USA) sowie Dr. Jae Kim (Korea Advanced Institute of Science and Technology, South Korea) konzentriert sich in ihrer Forschung auf neue, bisher unerforschte Funktionen des Schlafes. Ihr Antrag ‚The molecular circadian clock as a causal mediator of sleep-regulated neurophysiology and cognition‘ wurde als viertbester von neun Anträgen aus insgesamt 215 eingereichten Anträgen bewilligt. HFSP unterstützt ihre Forschung für die nächsten drei Jahre mit insgesamt 1,35 Millionen Dollar.

Jüngste Daten deuten darauf hin, dass Schlaf eine wichtige Rolle bei der Neubildung von Erinnerungen und synaptischer Plastizität spielt. Wie genau er dazu beiträgt, bzw. wie sich in diesem Zusammenhang Schlafentzug auswirkt, ist noch weitestgehend unerforscht. Angenommen wird, dass Schlafentzug zu einer Fehlregulierung der molekularen Uhr führen und damit die Gedächtnisbildung beeinflusst werden könnte.

In ihrem ausgezeichneten Projekt will das Team um Prof. Zurbriggen mit Methoden aus der Mathematik, der Bioinformatik, der synthetischen Biologie sowie der Optogenetik (einem Mix aus optischen Technologien und Genetik, der es Forschern erlaubt, mit extremer Präzision die Aktivität von zellulären Prozessen zu kontrollieren) sogenannte „Opto-Schalter“ zur schnellen und bidirektionalen Steuerung von Komponenten der molekularen Uhr entwickeln und so die Funktionsweise und den Einfluss von Schlaf- und Wachzyklen auf die innere Uhr erforschen.

Prof. Dr. Matias Zurbriggen, Jahrgang 1979, leitet seit Oktober 2015 das Institut für Synthetische Biologie, einem Fachgebiet im Grenzbereich von Molekularbiologie, organischer Chemie, Ingenieurwissenschaften, Nanobiotechnologie und Informationstechnik, an der HHU in Düsseldorf und ist Mitglied im Exzellenz-Cluster CEPLAS. Er arbeitet mit seinem Team an der Entwicklung und Anwendung innovativer Methoden der synthetischen Biologie sowie der Optogenetik, um Signalprozesse und regulatorische Netzwerke unter zeitlicher und räumlicher Kontrolle zu verstehen. Der Forschungsfokus liegt dabei auf der Untersuchung von Licht und den hormonellen Signalwegen in Pflanzen, mit dem Ziel, sogenannte optische Schalter zu entwickeln. Diese ermöglichen unter Aktivierung und Deaktivierung durch Licht bestimmter Wellenlänge die Kontrolle von biologischen Prozessen in Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren.

www.synthetic-biology.hhu.de

Human Frontier Science Program (HSFP)

Das HSFP ist ein Programm zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit in den Lebenswissenschaften – finanziert von 14 Staaten aus der ganzen Welt sowie der Europäischen Union. Der Fokus liegt dabei auf neuartigen wissenschaftlichen Ansätzen, die zukünftig die Grenzen eines wissenschaftlichen Feldes erweitern könnten. Weiterhin wird Wert darauf gelegt, internationale Forschungsverbünde speziell junger Wissenschaftler zu fördern.

www.hfsp.org

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