22.05.14 11:28

HochschulWettbewerb ZukunftErfindenNRW

HHU-Wissenschaftler für neues Verfahren zur Herstellung von Biotensiden ausgezeichnet

Von: Carolin Grape

23.05.2014 - In Dortmund wurden am 22. Mai die diesjährigen Preisträger des gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium und dem Patentverbund der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ausgeschriebenen HochschulWettbewerbs ZukunftErfindenNRW prämiert.

Preisträger Kategorie Fortschritt durch Transfer: Prof. Dr.-Ing. L. Blank, Dr. S. Wilhelm, Prof. Dr.-Ing. R. Wichmann, T. Tiso, C. Nowacki, Dr. F. Rosenau, A. Wittgens, B. Küpper, Wissenschaftsministerin S. Schulze, Prof. Dr. U. Gather, Prof. Dr. K.-E. Jaeger

 

Für die Entwicklung eines neuen Verfahrens zur Herstellung von Biotensiden erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie Fortschritt durch Transfer ein Team bestehend aus Prof. Dr. Lars Blank und Till Tiso (TU Dortmund, jetzt RWTH Aachen), und von der Heinrich-Heine-Universität Dr. Frank Rosenau (jetzt Universität Ulm), Dr. Susanne Wilhelm und Dr. Andreas Wittgens.

Für die Juryentscheidung gab dabei der Transfergedanke in doppelter Hinsicht den Ausschlag: Neben der Intention, die Forschungsergebnisse von der Wissenschaft in die Wirtschaft zu übertragen, war vor allem die Kooperation zweier Institute an zwei verschiedenen Universitäten (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Institut für Molekulare Enzymtechnologie und TU Dortmund: Fakultät Bio- & Chemieingenieurwesen) entscheidend. Nur durch die enge Zusammenarbeit und durch den fachlichen, interdisziplinären Austausch konnte die Erfindung entwickelt werden und ist somit ein herausragendes Beispiel für Transfer.

NRW-Wissenschafts- und Forschungsministerin Svenja Schulze überreichte die Auszeichnung. Prof. Dr. Karl-Erich Jaeger, Leiter des Instituts für Molekulare Enzymtechnologie (IMET) an der Heinrich-Heine-Universität im Forschungszentrum Jülich hielt die Laudatio.

Das prämierte Verfahren zur Herstellung von Biotensiden

Vor dem Hintergrund des zunehmenden Umweltbewusstsein und der damit verbundenen Forderung nach Nachhaltigkeit spielen neue sogenannte „grüne“ oder Biotenside eine immer wichtigere Rolle. Sie sollten genauso effizient wie etablierte petrochemische Tenside, aber auch biologisch abbaubar sein und werden von Pflanzen und Mikroorganismen produziert. Zu der Klasse der Biotenside gehören Glykolipide wie Sophoroselipide und Rhamnolipide. Letztere bestehen aus einem gut wasserlöslichen Zuckeranteil, an den wasserunlösliche, aber gut fettlösliche Fettsäuren in Form langer Kohlenwasserstoffketten gebunden sind. Das prämierte biotechnologische Verfahren betrifft die Verwendung von Bakterien zur Herstellung von Rhamnolipiden. Durch kombinierte Expression verschiedener Gene der Rhamnolipidbiosynthese sowie kontrollierter Veränderung der Anzuchtbedingungen der Produktionsstämme können Rhamnolipide gewonnen werden, die sich in ihren chemischen Eigenschaften unterscheiden und damit für unterschiedliche Anwendungen genutzt werden können, z.B. als Zusatzstoffe für Reinigungsmittel, in Kosmetika oder für pharmazeutische Anwendungen.

Hochschulwettbewerb ZukunftErfindenNRW:

Der Preis ZukunftErfindenNRW (www.provendis.info/) wird jährlich vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung gemeinsam mit PROvendis, der Patentvermarktungsgesellschaft für NRW-Hochschulen, für herausragende Innovationen vergeben. Die drei Wettbewerbskategorien Lebenswissenschaften, Ingenieur- und angewandte Naturwissenschaften sowie Fortschritt durch Transfer sind mit jeweils einem Preisgeld in Höhe von 10.000 € dotiert. 155 NRW-Wissenschaftler-Teams aller Fachrichtungen hatten 2013 ihre Projekte bei der PROvendis GmbH eingereicht. Seit mehr als zehn Jahren ist der Wettbewerb ein etabliertes Instrument, um Hochschulen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre innovative Arbeit auszuzeichnen.

 

Kontakt:
Prof. Dr. Karl-Erich Jaeger
Institut für Molekulare Enzymtechnologie (IMET)
Forschungszentrum Jülich
52428 Jülich
Tel.: 0049 -2461 616966
E.Mail: karl-erich.jaeger@fz-juelich.de

Dr. Frank Rosenau
Universität Ulm
Institut für Organische Chemie III
Director of UPEP (Competence Center for Translational Peptide Research)
Tel.: 0049-731-50-15186

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