13.03.17 10:51

Erfolgreicher Gender-Kongress in Essen

„Gibt es messbare Hürden für Frauen?“

Von: Redaktion / D.J.

Der aktuelle Stand der Geschlechtergerechtigkeit in Hochschulen und Hochschulmedizin war das Thema des vierten Gender-Kongresses des NRW-Wissenschaftsministeriums am 08.03.2017. Der Kongress auf Zeche Zollverein in Essen fand anlässlich des Weltfrauentages statt. Fast 200 Akteurinnen und Akteure aus Hochschulen, Kliniken, Verwaltung und Politik diskutierten und analysierten gemeinsam, welche Ursachen die Chancengerechtigkeit noch behindern und mit welchen Therapiemaßnahmen diese Hindernisse künftig aus dem Weg geräumt werden können.

Referentin des Workshops "Fachkultur Medizin - Spielregeln kennen und verändern" beim diesjährigen Gender-Kongress in Essen: Dr. Anja Vervoorts, Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der HHU (Foto: Copyright HHU 2017).

Die Ergebnisse des jüngst veröffentlichten, alle drei Jahre erscheinenden Gender-Reports des Netzwerkes Frauen- und Geschlechterforschung NRW zeigt deutlich, dass die Maßnahmen der vergangenen Jahre wirken. Dennoch sind weitere Schritte notwendig. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze sagte: "Derzeit sind wir bundesweit Vorreiter und das wollen und werden wir auch bleiben. Denn es ist gut und richtig, dass wir uns in Nordrhein-Westfalen nicht mit dem Status quo zufrieden geben, sondern dass wir hinschauen, wo genau Schwierigkeiten bestehen, was gut läuft und was verbessert werden muss."

Besonders im Bereich der Hochschulmedizin ist die Ungleichheit noch sehr ausgeprägt. Frauen haben nur gut 15 Prozent der Medizin-Professuren inne, obwohl seit mehr als 20 Jahren mindestens gleich viele Männer und Frauen Medizin studieren (Quelle: undefinedWebartikel NRW-Wissenschaftsministerium).

Die Dreifachaufgabe aus wissenschaftlicher Qualifizierung, fachärztlicher Ausbildung und PatientInnenversorgung macht die Medizin zu einer Disziplin mit spezifischen fachkulturellen Bedingungen und eigenen Selektionsmechanismen, insbesondere in Bezug auf eine medizinisch-klinische Forschungslaufbahn bis zur Professur. Die hierarchisch und traditionell männlich geprägte Fachkultur mit ihren informellen Regeln entfaltet nicht zuletzt auch eine geschlechtsspezifische Wirkung. Wie können diese "Spielregeln" offengelegt und verändert werden?

Im April 2015 fand das Pilot-Interview zum Gender-Report 2016 mit Dr. Anja Vervoorts, damals noch in der Rolle der Gleichstellungsbeauftragten der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), statt.

Im Workshop "Fachkultur Medizin - Spielregeln kennen und verändern" stellte Dr. Anja Vervoorts, inzwischen Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der HHU, Daten und Fakten zum Thema "Karriere in der Hochschulmedizin - gibt es messbare Hürden für Frauen?" vor. Prof. Dr. med. Ulrike Schara vom Universitätsklinikum Essen referierte zu "Karriere - Klinik - Wissenschaft: Spielregeln sind wichtig!"; Prof. Dr. Katrin Marcus von der Ruhr-Universität Bochum moderierte den sehr gut besuchten Workshop.

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