14.09.17 10:16

Podiumsdiskussion zur Kolonialgeschichte

„Deutsche Kolonialgeschichte in Düsseldorf – ist ein Dialog möglich?"

Von: Redaktion / V.M.

Die Debatte um die kolonialen Straßennamen in Düsseldorf zeigt: Die Kolonialgeschichte hat Düsseldorf geprägt. Doch welche Bedeutung hat diese Geschichte in der Gegenwart für die Landeshauptstadt? Bei einer Podiumsdiskussion im Stadtmuseum am 19. September um 17 Uhr diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Schule, Kirche und Integrationspolitik aus Deutschland und Kamerun – darunter auch der Karnevalsprinz aus Ratingen.

Bis heute sind in Düsseldorf Spuren der deutschen Kolonialgeschichte sichtbar: Die Wissmannstraße und das Kolonialkriegerdenkmal am Frankenplatz sind die bekanntesten Beispiele. Die Geschichte von Düsseldorfern afrikanischer Herkunft ist durch das Beispiel Hilarius Gilges auch im öffentlichen Raum zu finden. Dennoch ist die Kolonialgeschichte in Düsseldorf kaum bekannt. In den Ländern, die ehemals Kolonien waren, existiert dagegen ein vielfältiges Wissen über die gemeinsame Geschichte.

In unserer globalisierten Welt ist Düsseldorf über Migration, Wirtschaft und (Entwicklungs)politik mit Afrika verbunden. Wie gehen wir heute mit unserer gemeinsamen Geschichte um? Und welchen Einfluss hat das je unterschiedliche Wissen über die gemeinsame Geschichte auf die Beziehungen zwischen Deutschland und den Ländern der ehemaligen Kolonien in Afrika? Ist es überhaupt möglich, darüber zu sprechen und ist es heute noch wichtig? Wer bestimmt, welche Geschichte erzählt und woran erinnert wird? Und was bedeutet das für Düsseldorf?

Diese Fragen diskutieren Prof. Dr. Albert Gouaffo, Germanist an der Universität Dschang (Kamerun), die Historikerin Prof. Dr. Stefanie Michels von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der in Kamerun geborene Samuel Awasum, der heute Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Ratingen und Mitglied des Landesintegrationsrates NRW ist. Überregional bekannt wurde er, als er 2017 Karnevalsprinz der Stadt Ratingen wurde. Die Perspektive der kirchlichen Versöhnungsarbeit bringt Wilfried Neusel, Pfarrer i.R. der Evangelischen Kirche im Rheinland ein. Er war 2004 Mit-Initiator der kritischen Kommentierung des Düsseldorfer Kolonialkriegerdenkmals. Und schließlich wird Philip Koep auf dem Podium sitzen. Er ist Geschichtslehrer an der Hulda-Pankok-Gesamtschule in Düsseldorf und hat 2016 mit seinen Schüler/innen die Debatte um die Umbenennung der Wissmannstraße angestoßen. Die Schüler/innen forderten, die Straße nicht mehr nach einem Kolonialoffizier, sondern nach dem schwarzen deutschen Fußballnationalspieler Jerôme Boateng zu benennen. Moderiert wird die Debatte von der WDR-Journalistin Doro Blome-Müller.

Die Podiumsdiskussion ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung „Koloniale Verbindungen – Rheinland – Grasland/ Deutschland – Kamerun“, die vom 12. bis 28.September im Stadtmuseum in Düsseldorf gezeigt wird. Die Schau präsentiert Ergebnisse der gemeinsamen Forschungen eines deutsch-kamerunischen Forscherteam von der Universität Düsseldorf und der Universität Dschang.

 

Weitere Informationen: www.geschichte.hhu.de/lehrstuehle/europaeische-expansion-im-19-und-20-jahrhundert/ausstellung-koloniale-verbindungen.html

 

Für Rückfragen: Prof. Stefanie Michels (stefanie.michels@hhu.de oder 0211-81 12204)

 

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