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Beste Jura-Dissertation: Dr. Mark Deiters ausgezeichnet

Von: Dörte Matthes

Düsseldorf. PressebildHeute erhielt Dr. Mark Deiters (Foto) den mit 10.000 DM dotierten Preis der Goethe-Buchhandlung für die "Beste Dissertation des Jahres 1999 im Fache Jura." <br/>Heute erhielt Dr. Mark Deiters (Foto) den mit 10.000 DM dotierten Preis der Goethe-Buchhandlung für die "Beste Dissertation des Jahres 1999 im Fache Jura."

 

 

 

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Prorektor Prof. Dr. Emmeran Gams und der Geschäftsführer der Goethe-Buchhandlung, Wolfgang Teubig, überreichen Dr. Mark Deiters (v.l.n.r.) den Preis. Rechts der Dekan der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Ulrich Noack.

Foto: Manfred Gelpke

 

Heute erhielt Dr. Mark Deiters den mit 10.000 DM dotierten Preis der Goethe-Buchhandlung für die "Beste Dissertation des Jahres 1999 im Fache Jura."

 

Dr. Mark Deiters wurde 1970 in Kiel geboren und studierte Rechtswissenschaften in Bonn. Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen 1994 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Straf- und Strafprozeßrecht in Düsseldorf (Prof. Dr. Helmut Frister). Seit 1997 ist er Rechtsreferendar beim Oberlandesgericht. 1999 promovierte er über das Thema "Strafzumessung bei mehrfach begründeter Strafbarkeit - Studien zur Ratio der §§ 52 - 55 StGB".

 

Seine Dissertation befaßt sich mit der Legitimation und Auslegung der gesetzlichen Regeln für die Strafbemessung bei mehreren Gesetzesverletzungen. Diese Regeln unterscheiden danach, ob die Vergehen durch eine Handlung (Tateinheit) oder durch mehrere Handlungen (Tatmehrheit) verübt werden. Im Falle einer Tatmehrheit legt die Justiz zunächst für jede Gesetzesverletzung eine Einzelstrafe fest. Anschließend werden diese zusammengefaßt; das darauf folgende Urteil darf jedoch nicht höher sein als das schwerste für eine Einzelstrafe. Bei einer Tateinheit verhängen die Richter kein schwereres Urteil als das für das schwerste Delikt vorgesehene.

 

In der Doktorarbeit wird diese oft kritisch gesehene gesetzliche Auslegung verteidigt und neu interpretiert. Deiters erklärt an dem in der Literatur berühmten "Kinderwagenbeispiel" seine Thesen: Darf ein Vater härter bestraft werden, wenn er seine Kinder einzeln über eine Klippe wirft (Tatmehrheit), als wenn er sie gemeinsam im Kinderwagen hinunterstürzt (Tateinheit) ? In dem Fall der Tatmehrheit würde das normwidrige Verhalten nur eine "Momentaufnahme" aus dem Leben des Täters darstellen. Es sei daher nicht zu erkennen, daß der Täter sein normwidriges Tun mit Entschiedenheit vertritt. So sei im "Kinderwagenfall" immer von einer einzigen Gesetzesverletzung, also einer Tateinheit, auszugehen und dementsprechend der Täter zu bestrafen.

 

 

 

Prorektor Prof. Dr. Emmeran Gams und der Geschäftsführer der Goethe-Buchhandlung, Wolfgang Teubig, überreichen Dr. Mark Deiters (v.l.n.r.) den Preis. Rechts der Dekan der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Ulrich Noack.Foto: Manfred GelpkeHeute erhielt Dr. Mark Deiters den mit 10.000 DM dotierten Preis der Goethe-Buchhandlung für die "Beste Dissertation des Jahres 1999 im Fache Jura."Dr. Mark Deiters wurde 1970 in Kiel geboren und studierte Rechtswissenschaften in Bonn. Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen 1994 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Straf- und Strafprozeßrecht in Düsseldorf (Prof. Dr. Helmut Frister). Seit 1997 ist er Rechtsreferendar beim Oberlandesgericht. 1999 promovierte er über das Thema "Strafzumessung bei mehrfach begründeter Strafbarkeit - Studien zur Ratio der §§ 52 - 55 StGB".Seine Dissertation befaßt sich mit der Legitimation und Auslegung der gesetzlichen Regeln für die Strafbemessung bei mehreren Gesetzesverletzungen. Diese Regeln unterscheiden danach, ob die Vergehen durch eine Handlung (Tateinheit) oder durch mehrere Handlungen (Tatmehrheit) verübt werden. Im Falle einer Tatmehrheit legt die Justiz zunächst für jede Gesetzesverletzung eine Einzelstrafe fest. Anschließend werden diese zusammengefaßt; das darauf folgende Urteil darf jedoch nicht höher sein als das schwerste für eine Einzelstrafe. Bei einer Tateinheit verhängen die Richter kein schwereres Urteil als das für das schwerste Delikt vorgesehene.In der Doktorarbeit wird diese oft kritisch gesehene gesetzliche Auslegung verteidigt und neu interpretiert. Deiters erklärt an dem in der Literatur berühmten "Kinderwagenbeispiel" seine Thesen: Darf ein Vater härter bestraft werden, wenn er seine Kinder einzeln über eine Klippe wirft (Tatmehrheit), als wenn er sie gemeinsam im Kinderwagen hinunterstürzt (Tateinheit) ? In dem Fall der Tatmehrheit würde das normwidrige Verhalten nur eine "Momentaufnahme" aus dem Leben des Täters darstellen. Es sei daher nicht zu erkennen, daß der Täter sein normwidriges Tun mit Entschiedenheit vertritt. So sei im "Kinderwagenfall" immer von einer einzigen Gesetzesverletzung, also einer Tateinheit, auszugehen und dementsprechend der Täter zu bestrafen.

 

 

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