03.11.15 16:30

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Ausgezeichnet: Volker Benndorf mit Promotionspreis der Goethe Buchhandlung sowie Ulrich Heimeshoff mit Rolf-Schwarz-Schütte Förderpreis

Von: Carolin Grape

03.11.21015 - Am 3. November wurden im oeconomicum zwei Preise für Nachwuchswissenschaftler vergeben. Für seine mit ‚summa cum laude‘ bewertete Dissertation „Privacy and Economics" erhielt Dr. Volker Benndorf (35) den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Goethe Buchhandlung für die „Beste Dissertation der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät des Jahres 2014“.

Verleihung des Dissertationspreises (v. l.): Doktorvater Prof. Dr. Theo Normann, Preisträger Dr. Volker Benndorf, Thomas Dohme (Geschäftsführer der Goethe Buchhandlung) und Dekan Prof. Dr. Justus Haucap (Fotos: Uli Oberländer)

PD Dr. Ulrich Heimeshoff (Bildmitte) erhielt den Rolf Schwarz-Schütte Förderpreis. Links der Stifter, rechts Prof. Dr. Justus Haucap, Direktor des DICE.

Die Dissertation besteht aus vier eigenständigen Forschungsarbeiten. Das zentrale Thema der Arbeit ist das Zusammenspiel von ökonomischen Anreizen und Fragen des Schutzes von persönlichen Daten und Privatsphäre. Neben einer Studie zur Wertschätzung der Bevölkerung für Datenschutz und Privatsphäre beinhaltet die Dissertation auch Arbeiten, in denen die Existenz eines, von der ökonomischen Theorie vorhergesagten Dominoeffekts, experimentell überprüft wird. Dieser Dominoeffekt tritt auf, wenn Menschen ein Anreiz haben persönliche Daten freiwillig bereitzustellen (etwa ein Rabatt auf eine Versicherungspolice als Gegenleistung für Fitnessdaten). Er führt dazu, dass eine solche Preisgabe von persönlichen Informationen mit der Zeit für immer mehr Menschen immer attraktiver wird, sodass am Ende des Prozesses alle ihre Informationen preisgeben wollen.

Volker Benndorf konnte zeigen, dass große Teile der Bevölkerung nur geringe Bedenken gegen die kommerzielle Nutzung ihrer persönlichen Daten hegen, und dass der Dominoeffekt seine Wirkung somit relativ ungestört entfalten kann. Darüber hinaus zeigt die Studie jedoch auch, dass es viele Menschen gibt, für die der Dominoeffekt tatsächlich eine Gefahr darstellt. Sollte er wirklich ungehemmt zur Wirkung kommen, ist es um die Privatsphäre der besorgten Minderheit nicht sehr gut bestellt.

Volker Benndorf, geboren am 19.August 1980 in Heilbronn, studierte ab 2003 Volkswirtschaftslehre als Diplomstudiengang an der Universität Heidelberg. Nach seinem Examen zum Diplom Volkswirt 2009 wechselte er als Doktorand und als Leiter des DICE-Lab für experimentelle Wirtschaftsforschung an das Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE), wo er Übungen zu Spieltheorie und Mikroökonomik leitete. Ende 2014 promovierte er sich mit der nun ausgezeichneten Arbeit zum Dr. rer. pol. an der Universität Düsseldorf. Seine Forschungsinteressen liegen in der Ökonomik der Arbeitsmärkte, sowie in sozialen Präferenzen und Normen. Er konzentriert sich dabei insbesondere auf die experimentelle Wirtschaftsforschung.

Die Auszeichnung für seine herausragende wissenschaftliche Leistung überreichten am 3. November im oeconomicum: Thomas Dohme, Geschäftsführer der Goethe Buchhandlung, sowie Prof. Dr. Justus Haucap, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Nach der Laudatio des Doktorvaters Prof. Dr. Hans Theo Normann, Professor für Spieltheorie und experimentelle Wirtschaftsforschung, stellte der Preisträger seine Forschungsarbeit vor.

 

Rolf Schwarz-Schütte Förderpreis für die beste Publikationsleistung am DICE

Von Donator Patrick Schwarz-Schütte wurde PD Dr. Ulrich Heimeshoff mit dem Förderpreis für die beste Publikationsleistung von Nachwuchswissenschaftlern am Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) – dotiert mit 2.000 Euro – ausgezeichnet. Mit neun Beiträgen in einflussreichen Fachzeitschriften stachen die Publikationen von Ulrich Heimeshoff im Jahr 2014 besonders hervor.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Justus Haucap, Direktor des DICE, den Preisträger: „PD Dr. Ulrich Heimeshoff hat mit zahlreichen empirischen Beiträgen zum besseren Verständnis sowohl von Energiemärkten als auch von Kommunikationsmärkten beigetragen. In seiner Forschung beschäftigt er sich intensiv mit Wettbewerbsproblemen in regulierten Branchen wie Energie, Medien und Telekommunikation, welche er anhand großer Datenmengen analysiert. Dies repräsentiert auch die Arbeit am DICE in besonders charakteristischer Weise.“

Ulrich Heimeshoff wurde 1974 in Oberhausen geboren. Nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Justus Haucap an der Ruhr-Universität Bochum und an der Universität Erlangen-Nürnberg. Im November 2008 promovierte er mit einer Arbeit im Bereich der empirischen Industrieökonomik. Seine Forschungsschwerpunkte liegen vor allem in Analysen zu den Investitionsdeterminanten im Telekommunikationsbereich sowie zum Einfluss von Wettbewerbsintensität und Regulierung auf die Stabilität von Banken.

Der Rolf Schwarz-Schütte Förderpreis wird einmal jährlich auf Vorschlag des wissenschaftlichen Beirats des DICE vergeben. Der Preis soll für Nachwuchswissenschaftler zugleich Ansporn und Belohnung sein, Forschungsergebnisse international und hochkarätig zu publizieren und so auch dazu beizutragen, die internationale Sichtbarkeit des DICE durch die Publikationstätigkeit zu fördern.

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