18.11.16 13:11

Humboldt-Forschungsstipendiatin in der Theoretischen Physik

Aktive Materialien mit glasartigem Verhalten

Von: Arne Claussen

18.11.2016 – Seit Oktober 2016 arbeitet die niederländische Chemikerin Dr. Liesbeth Janssen als Forschungsstipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). In der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hartmut Löwen am Institut für Theoretische Physik II befasst sie sich in den kommenden 24 Monaten mit aktiven Materialien, die unter bestimmten Umständen ein glasartiges Verhalten aufweisen. Auf dieser Grundlage will sie auch das Verständnis des Materieübergangs zu Gläsern verbessern.

Die niederländische theoretische Chemikerin Dr. Liesbeth Janssen forscht seit Oktober 2016 als Alexander von Humboldt-Forschungsstipendiatin an der HHU. (Fotos: Jochen Müller / HHU)

Dr. Janssen will zusammen mit Prof. Dr. Hartmut Löwen mehr über glasartiges Verhalten von aktiven Materialien erfahren. Sie forscht dazu für die kommenden 24 Monate am Institut für Theoretische Physik II der HHU.

Gläser liegen Dr. Liesbeth Janssen besonders am Herzen. Nach ihrer Promotion in Nijmegen begann sie während ihrer Postdoc-Zeit an der Columbia University in New York, eine neue Theorie der Glasübergänge zu entwickeln, basierend auf den fundamentalen wissenschaftlichen Fakten, also ohne zusätzliche Annahmen („ab initio“). Eine solche Theorie gehört zu den großen offenen Problemen der theoretischen Festkörperphysik.

2015 weitete sie ihr Forschungsfeld auf sogenannte aktive Materialien aus. Dieses sind Stoffe, die in der Lage sind, sich selbstständig zu bewegen, unter Verbrauch von Energie. Diese Forschungen führen Dr. Janssen nach Düsseldorf in die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hartmut Löwen am Institut für Theoretische Physik II. Mit ihm zusammen will sie aktive Materialien simulieren, die an gekrümmte Oberflächen gebunden sind. Ein Anwendungsfall stellen Erdöl-abbauende Bakterien dar, die auf Öltröpfchen sitzen. Neben den Bewegungsmustern solcher Teilchen will Dr. Janssen auch eine Brücke zu ihren anderen Forschungen schlagen: Sie will das Auftreten von glasartigem Verhalten von aktiven Materialien studieren. Dieses neue Forschungsfeld steht im Zusammenhang mit den Übergängen von Materie in einen Glaszustand.   

Dr. Liesbeth M. C. Janssen, geboren 1983 im niederländischen Meijel, studierte ab 2002 Chemie an der Radboud University Nijmegen in den Niederlanden. Nach Bachelor- und Masterabschluss promovierte sie dort 2012 mit einer Arbeit in der theoretischen Chemie zum Thema „Cold Collision Dynamics of NH Radicals“.

Bereits während ihres Studiums arbeitete sie an einem Forschungsprojekt an der University of Oxford. Nach der Promotion wechselte sie als Postdoc an die New Yorker Columbia University in die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. David Reichman. Seit 2015 ist sie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hartmut Löwen tätig.

Dr. Janssen publizierte bereits in zahlreichen renommierten Fachzeitschriften wie Science und Physical Review Letters. Im Sommer veröffentlichte sie mit Kollegen aus Kassel, Israel, Polen und den Niederlanden eine Forschungsarbeit in Nature Physics zu Streuprozessen von Helium-Atomen an Wasserstoff-Molekülen (undefinedzur Pressemeldung). Sie erhielt bereits eine Reihe von Ehrungen für ihre Forschungsarbeiten, so den Mildred Dresselhaus Award 2015/2016 des Hamburger Centre for Ultrafast Imaging und die Rubicon Fellowship der Netherlands Organisation for Scientific Research (2011). Im Jahr 2012 nahm sie am 62sten Nobelpreisträgertreffen in Lindau teil, eine besondere Ehre für Nachwuchswissenschaftler.  

Humboldt-Forschungsstipendien

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht jährlich über 2000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Zu ihren Instrumenten gehören unter anderem die Humboldt-Forschungsstipendien, die an jährlich rund 450 promovierte Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland vergeben werden. Diese können damit ein langfristiges Forschungsvorhaben im Rahmen einer selbst gewählten Arbeitsgruppe an einer deutschen Universität oder Forschungseinrichtung realisieren.

Kontakt

Prof. Dr. Hartmut Löwen
Institut für Theoretische Physik II
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