14.11.17 10:12

Heinrich-Heine-Universität

Prof. i. R. Dr. Hans Martin Jahns verstorben

Die Heinrich-Heine-Universität trauert um den ehemaligen Prorektor und langjährigen Hochschullehrer Prof. i.R. Dr. Hans Martin Jahns, der am 5. November 2017 in Bad Homburg verstorben ist.

Prof. Dr. Hans Martin Jahns ist am 5. November verstorben, Foto: Archiv

Hans Martin Jahns wurde 1941 in Holzminden geboren. An der Philipps-Universität Marburg begann er 1960 sein Biologie-Studium, das er 1967 mit der Promotion abschloss. Im Anschluss erhielt er eine Anstellung im Botanischen Institut der Universität Groningen (Niederlande), das er zuletzt als Geschäftsführender Direktor leitete. 1973 wechselte er auf eine Botanik-Professur an die Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Dort habilitierte er sich 1975.

In 1987 wurde Prof. Jahns an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf berufen, wo er bis zu seinem Ruhestand in 2006 Geschäftsführender Leiter des Botanischen Institutes und Direktor des Botanischen Gartens war. 1994/95 vertrat er als Dekan die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät. Von 1999 bis 2003 war er Prorektor für Forschung, Forschungstransfer und wissenschaftlichen Nachwuchs. Nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand beteiligte sich Martin Jahns weiterhin mit Vorlesungen, Praktika und Exkursionen an der akademischen Lehre. Außerdem übernahm er vielfältige ehrenamtliche Aufgaben im Botanischen Garten, u.a. als Co-Autor eines umfassenden Gartenführers.

Als Wissenschaftler befasste sich Prof. Jahns mit der Morphologie, Entwicklung, Ökologie und Systematik von Flechten. Das Buch „Lichenes,  Eine Einführung in die Flechtenkunde“ (Henssen & Jahns, 1974) galt als Meilenstein in der Entwicklungsmorphologie der Flechten und fand in Fachkreisen weltweit höchste Anerkennung. Sein Buch „Farne, Moose, Flechten“ (Jahns, 1980) wurde in viele Sprachen übersetzt und stellte mit seinen exzellenten Fotos einen Vorläufer der heutigen, populärwissenschaftlichen Naturführer dar.

Prof. Jahns war ein begnadeter und begeisternder Hochschullehrer. Ihm lag die Lehre am Herzen – und das spürten die Studierenden.  Seinen Studierenden und Schüler/innen war er damit ein großes Vorbild und wird ihnen unvergessen bleiben. Seine integrativen Fähigkeiten waren im Kollegenkreis und in den universitären Gremien hoch geschätzt. Er war sich nie zu schade, ohne Eigennutz Aufgaben für die Allgemeinheit zu übernehmen

Ohne sein Engagement und seine Weitsicht würde der Botanische Garten ein Schattendasein führen. Es gäbe keine neue Gewächshausanlage und keine regelmäßigen Ausstellungen und Veranstaltungen, die den Botanischen Garten für die Öffentlichkeit so attraktiv machen. Wir haben mit Martin Jahns einen Menschen voller Empathie verloren.

Prof. Dr. Peter Westhoff, Dr. Sabine Etges

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