13.11.17 13:16

Studienergebnisse:

Kochsalzaufnahme spielt keine Rolle bei Multipler Sklerose

Von: Redaktion

In jüngerer Zeit wurde von einigen Arbeitsgruppen mitgeteilt, dass Kochsalz (Natriumchlorid) potentiell die Aktivität und das Fortschreiten dieser Erkrankung beeinflussen könnte, möglicherweise über eine Änderung der Differenzierung von krankheitsursächlichen T-Lymphozyten.

Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste entzündliche Erkrankung des  zentralen Nervensystems. Weltweit leiden mindestens 2,5 Millionen Patienten an dieser chronischen Erkrankung, die zu erheblicher und dauerhafter neurologischer Behinderung führen kann. Die Erkrankung gilt als Autoimmunkrankheit, die in Folge fehlgeleiteter Immunreaktionen gegen molekulare Bestandteile neuraler Strukturen entsteht.

In einem Tiermodell der Erkrankung, der experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE) wurde ein deutlich aggressiverer Krankheitsverlauf berichtet, wenn Versuchstiere einer sehr kochsalzreichen Ernährung ausgesetzt waren.

Die BENEFIT-Studie war eine internationale multizentrische doppelblinde placebokontrollierte Studie, die bei 468 Patienten mit einem ersten klinisch MS-verdächtigen  neurologischen Ereignis den Effekt des Präparates Interferon-ß1 auf die Zeit bis zum nächsten Ereignis und damit  der gesicherten MS-Diagnose untersuchte. Es konnte festgestellt werden, dass das subcutan injizierbare Medikament, eines der Standardpräarate zur Behandlung der schubförmigen MS, diesen Zeitpunkt erheblich verzögerte.

Patienten aus dieser ursprünglichen Studie wurden nunmehr über mehr als elf Jahre engmaschig weiter beobachtet. Klinische und kernspintomographische Daten über die ersten fünf Jahre der Studie wurden in Beziehung gesetzt zu der an verschiedenen Zeitpunkten bestimmten Natriumausscheidung im Urin. Die Analyse ergab keinerlei Zusammenhang zwischen der Kochsalzausscheidung und der Krankheitsaktivität oder dem Fortschreiten der Multiplen Sklerose.

Die Ergebnisse dieser Studie wurden kürzlich unter Federführung von Autoren der Harvard School of Public Health in der international renommierten Zeitschrift Annals of Neurology publiziert. Die Klinik für Neurologie (Direktor: Prof. Dr. Hans-Peter Hartung) war am Studiendesign, an der Datenanalyse und Veröffentlichung innerhalb des Leitungsgremiums dieser Studie beteiligt. 

Referenz: Fitzgerald KC, Munger KL, Hartung HP, et al. Sodium intake and multiple sclerosis activity and progression in BENEFIT. Ann Neurol 2017; 82:20-29.

 

Kontakt:undefined Prof. Hans-Peter Hartung, Klinik für Neurologie

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