10.04.18 10:22

30 Jahre Literaturübersetzen an der Heinrich-Heine-Universität

Internationale Tagung „Literatur, Migration und Übersetzung“

Von: Redaktion / V.M.

Seit 1988 gibt es an der Heinrich-Heine-Universität den Studiengang „Literaturübersetzen“, ein deutschlandweit in seiner Ausrichtung einzigartiges Angebot. Rund 400 Studierende haben in den dreißig Jahren diesen Studiengang durchlaufen, viele von ihnen sind heute erfolgreiche und zum Teil bekannte Übersetzer. Anlässlich des Jubiläums laden Prof. Dr. Birgit Neumann, Prof. Dr. Volker C. Dörr und PD Dr. Vera Elisabeth Gerling zu einer internationalen Tagung ein. Am 13. und 14. April werden sich Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Spanien und Kanada mit den Zusammenhängen von „Literatur, Migration und Übersetzung“ beschäftigen.

In unserer globalisierten Moderne, die wie kaum ein Zeitalter zuvor von Migrationsbewegungen, Massenwanderungen, freiwilliger und unfreiwilliger Mobilität, Translokation und Exil geprägt ist, spielen Übersetzungsprozesse eine vielleicht größere Rolle als je zuvor. Erst Übersetzungen ermöglichen Verbindung, Vernetzung und Austausch über die Grenzen von Kulturen, Epochen und Räumen hinweg. Übersetzung aber beschreibt weniger eine bloße Übertragung bestehender – sprachlicher, kultureller, epistemischer oder normativer – Ordnungen in andere Kontexte; sie stellt keine reibungslosen oder geradlinigen Verbindungen zwischen Kulturen, ihren Sprachen, Wissensformen und Traditionen her. Vielmehr bringt Übersetzung Veränderungen hervor, die immer über Bestehendes hinausgehen und Kulturen in Bewegung versetzen. Der Übersetzung ist damit immer schon ihr scheinbares Gegenteil, nämlich das Unübersetzbare eingelassen, das die innere Pluralität und sogar Fremdheit bestehender Ordnungen aufscheinen lässt.

Ziel der internationalen Konferenz ist es, die komplexen und mehrsinnigen Verbindungslinien zwischen Literatur, Migration und Übersetzung aus historisch und kulturell vergleichender Perspektive zu diskutieren. Das Jubiläum soll zum Anlass genommen werden, auch die Praxis des Übersetzens aus der dargelegten Perspektive zu untersuchen und damit eine kulturelle Selbstreflexion ermöglichen. Wichtiges Anliegen ist es, den Blick dafür zu schärfen, dass das Übersetzen stets Entscheidungen beinhaltet, die auch ethische und politische Implikationen haben, da sie  unseren Umgang mit Anderen und Anderem betreffen.

 

Im Rahmen der Tagung findet am 13. April um 19.30 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion im Heinrich-Heine-Institut statt. Renommierte Schriftsteller, Übersetzer und Kulturwissenschaftler diskutieren die Frage, wie Literaturen und Übersetzungsprozesse Erprobungsräume bieten, um Andersheit, Pluralität und Fremdheit neu zu verhandeln, gerade auch vor dem Hintergrund interkultureller Konfliktsituationen.

 

Teilnehmer:

Larissa Bender, freie Übersetzerin aus dem Arabischen, Kennerin der arabischen Welt, insbesondere Syriens

Ottmar Ette, Professor für Romanistik und Komparatistik an der Universität Potsdam, Forschungsgebiet unter vielen anderen: Weltliteraturen, Poetiken der Bewegung, Alexander von Humboldt

Stanislav Strasburger, Schriftsteller, Kulturmanager, Schwerpunkte unter anderem: multikulturelle Identitäten, Migration, EUtopie und Erinnerungskultur rund um Polen, Deutschland, Europa und den Mittelmeerraum, mit Exkursen in den russischen und spanischen Sprachraum 

 

Die Moderation übernehmen Prof. Volker C. Dörr, PD Dr. Vera Elisabeth Gerling und Prof. Dr. Birgit Neumann. Der Eintritt ist frei, Publikum aus der Stadt ist herzlich willkommen.

 

Kontakt: undefinedMigrationTranslation(at)phil.hhu.de

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