13.11.17 13:36

Publikation in Nature Reviews Neurology

Die stillen MS-Symptome: Kognitionsverlust und Fatigue

Von: Redaktion

Symptome wie kognitive Teilleistungsstörungen oder eine ausgeprägte Erschöpfungssymptomatik (sog. Fatigue) begleiten viele neurologische Erkrankungen. Sie werden aber leider immer noch von vielen Ärzten ausgeblendet, wenn es um eine regelmäßige Erfassung und ein Monitoring über längere Zeit geht.

Fakt ist jedoch, dass ein Großteil betroffener Patienten wegen massiver Fatiguesymptome und/oder kognitiver Leistungseinschränkungen in Berufsunfähigkeit und soziale Isolation steuern. Bei der Multiplen Sklerose können kognitive Teilleistungsstörungen von Beginn an präsent sein und sind nicht selten, wie auch die Fatigue, sogar das Initialsymptom der MS. Motorische Defizite sind nur die „Spitze des Eisbergs“ der MS-Symptomatik.

Iris-Katharina Penner, Außerplanmäßige Professorin im Fach „Kognitive Neurowissenschaften“ an der Klinik für Neurologie der Heinrich-Heine-Universität (Driektor Prof. Dr. H.-P. Hartung) und Leiterin des COGITO Zentrums Düsseldorf,  beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den frühen Folgen zerstörter Netzwerke im Gehirn auf die körperlichen und geistigen Reserven von Patienten mit Multipler Sklerose und anderen neurologischen Erkrankungen.

Ein aktuell in der international renommierten Zeitschrift erschienener Review Artikel zur Fatigue bei neurologischen Erkrankungen macht auf die Bedeutsamkeit und Komplexität des Symptoms aufmerksam und resümmiert gängige Erfassungsinstrumente sowie Behandlungsansätze für die klinische Routine.

Da es Ziel einer jeden Therapie ist, sei sie pharmakologisch oder nicht, die Funktionsfähigkeit der Patienten so lange wie möglich zu erhalten, sollten Symptome wie Fatigue und kognitive Beeinträchtigungen stärker in den Fokus der klinischen Routine gerückt und eine durchgeführte Therapie auch im Hinblick auf diese Faktoren kritisch evaluiert und gegebenenfalls angepasst werden.

Die Multiple Sklerose, MS, ist die häufigste Ursache bleibender neurologscher Behinderungen im jüngeren Lebensalter. Deutschlandweit geht man von eta 200.000 Betroffenen, weltweit von mehr als 2.5 Millionen aus.

Referenz: Penner, IK & Paul, F.  Fatigue as a symptom or comorbidity of neurological diseases. Nature Reviews  Neurology, Oktober 2017, epub ahead of print.

Kontakt: undefinedProf. Dr. Iris-Katharina Penner

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