26.10.17 09:51

Julius-Springer-Preis für Gefäßmedizin für Dr. Philip Düppers

Dem Arzt „davonlaufen“: Gefäßsport schützt bei Schaufensterkrankheit

Von: Susanne Dopheide

Dr. Philip Düppers aus der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie hat anlässlich der Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin in Frankfurt den Julius-Springer-Preis, erhalten.

Dr. med. Philip Düppers

Ausgezeichnet wurde seine Arbeit zum strukturierten Gehtraining bei Patienten, die an der „Schaufensterkrankheit“, in der Fachsprache „periphere arterielle Verschlusskrankheit“(pAVK) leiden. „Wir wissen, dass gezieltes und strukturiertes Gehtraining einen Fortschritt der Erkrankung aufhalten und die verkürzte Gehstrecke dieser Patienten deutlich verlängern kann“, sagt Düppers, „Ich verstehe den Julius-Springer-Preis vor allem als Anerkennung dieses Konzeptes.“

Bei der Schaufensterkrankheit führen Ablagerungen an den Gefäßwänden zu zunehmender Verengung der Schlagadern mit der Folge einer mangelnden Durchblutung der Beine. In früheren Stadien, wenn bei Belastung nicht aber im Ruhezustand Schmerzen auftreten (Stadium II nach Fontaine), macht sich dies durch eine Verkürzung der Gehstrecke bis auf wenige Meter bemerkbar. In späten Stadien drohen Gewebeverlust (Nekrosen) an den Beinen und im schlimmsten Fall  Amputation. 2014 richtete die Klinik die erste Gefäßsportgruppe ein, verantwortlich für dieses Programm ist seitdem Dr. Philip Düppers, der es wissenschaftlich begleitet. Inzwischen trainiert die sechste Gruppe, betreut durch professionelle Trainer des Düsseldorfer Vereins für Gesundheitssport e.V..

„Unsere Fachgesellschaft setzt neben der Auszeichnung für Dr. Düppers ein Zeichen für den Einsatz dieser therapeutischen und präventiven Maßnahme, die sich als außerordentlich erfolgreich erwiesen hat“, erklärt Prof. Dr. Hubert Schelzig, Direktor der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Es lässt sich nachweisen, so die Mediziner, dass durch den regelmäßigen und gezielten Sport Gefäßneubildungen entstehen, die die Durchblutungssituation in den Beinen verbessert. Die Patienten laufen dem Arzt quasi davon. Die Anzahl an Gefäßsportgruppen bundesweit ist jedoch überschaubar. Der Bedarf besteht, das bestätigen die Anmeldezahlen. Für die beiden Chirurgen ist es eine klare Sache: Der Gefäßsport ist eine wichtige Ergänzung zu unserem Therapieangebot und kann eine Operation verhindern.

Kontakt: Prof. Dr. Hubert Schelzig, Dr. Philip Düppers, Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-17090, hubert.schelzig(at)med.uni-duesseldorf.de, philip.dueppers@med.uni-duesseldorf.de

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