01.08.12 15:59

Düsseldorfer Kinderonkologie

Neue Antikörpertherapien gegen Leukämien und Lymphome

Von: SD

01.8.2012 – Leukämien und Lymphome haben als Ersterkrankung bei Kindern exzellente Heilungschancen. Bei Rückfällen sind sie jedoch oft deutlich vermindert. Als neue zusätzliche Therapien bietet die Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und Klinische Immunologie in solchen Fällen zwei Antikörpertherapien an.

Gründe dafür sind die geringere Empfindlichkeit gegenüber der Chemotherapie und häufiger auftretende schwere Nebenwirkungen. Als neue zusätzliche Therapien bietet die Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und Klinische Immunologie in solchen Fällen zwei Antikörpertherapien an. Diese Behandlungsform wird weltweit in der Krebstherapie entwickelt, um die Heilungschancen bei Rückfällen zu erhöhen und die Nebenwirkungen in einem tolerablen Bereich zu halten.

Die Antikörper sind Eiweißstoffe, die normalerweise als Reaktion auf einen Kontakt mit fremden Strukturen, sog. Antigenen, gebildet werden. Antikörper können unerwünschte Zellen oder Organismen, wie Bakterien und Viren im Rahmen einer Infektion erkennen. Sie rufen Immunzellen auf den Plan, die diese Strukturen vernichten. Mittlerweile ist es möglich, spezifische Antikörper für ganz bestimmte Angriffspunkte, wie Tumorzellen, im Labor zu erzeugen. Die Immunreaktion zerstört dann die Zielzellen, in diesem Fall die Tumorzellen. Der erwartete Vorteil der verschiedenen Antikörper liegt in der sehr guten Tumorwirksamkeit, bei gleichzeitig recht geringem Nebenwirkungsprofil. Für einen der beiden Antikörper, der gegen Rückfälle bei Leukämien verwendet wird, nimmt die Düsseldorfer Klinik für Kinderonkologie als eines der wenigen deutschen pädiatrisches Zentren an einer weltweiten wissenschaftlichen Studie (Phase I/II) teil. Auch mit einem weiteren Antikörper hat die Klinik Erfahrungen sammeln können. Im Labor konnten drei verschiedene Wirkungsweisen nachgewiesen werden, in Einzelfällen wurden bereits gute klinische Erfahrungen mit dieser Therapiemöglichkeit gemacht.

Der Einsatz von Antikörpern in der Krebstherapie scheint wegen der guten antileukämischen bzw. antitumoralen Wirkung ein neuer vielversprechender Therapieansatz zu sein. Zudem werden die starken Nebenwirkungen der Chemotherapien bei den bereits dadurch vorbelasteten Patienten durch die in Kombination verabreichten Antikörpern nicht verstärkt. Bei Leukämien- oder Lymphomrückfällen könnten neue Therapiechancen und damit bessere Heilungsraten möglich sein.

Kontakt: Prof. Dr. Arndt Borkhardt, Dr, F. Schuster, Tel.: 0211 / 81-17680, Universitätsklinikum Düsseldorf

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