05.11.15 14:34

Jahrestagung der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e.V.

Von: GFFU, Redaktion

05.11.2015 - Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e.V. (GFFU) hatte am 5. November Ihre Jahrestagung und Mitgliederversammlung. Die GFFU und die von ihr verwalteten 23 Stiftungen stellten 2014 für die Förderung von Forschung und Lehre an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) insgesamt 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind 100.000 Euro mehr als im Jahr zuvor.

Gruppenbild mit den Preisträgern 2015: (v.l.) Prof. Dr. Stephan Schiller, PD Dr. Julia Hauer, Stifter Dr. Günther Wille, Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck, PD Dr. Björn Stork, Dr. Julian Caspers und der Präsident der GFFU Eduard H. Dörrenberg

In diesem Jahr kommt die Beatrix-Erbslöh-Stiftung hinzu, die zehn Jahre lang mit jährlich 100.000 Euro die Klinik für Onkologie und Hämatologie an der HHU fördern wird.

Der Präsident der GFFU, Eduard H. Dörrenberg, gab in seinem Jahresbericht bekannt, dass sich die Rendite des Stiftungsvermögens trotz der Niedrigzinsphase noch auf knapp über drei Prozent belief. Damit konnten Projekte in allen Fakultäten der HHU gefördert werden. Einen Schwerpunkt bildeten die Deutschlandstipendien. Die geförderten Studenten erhalten von den Stiftungen jeweils 150 Euro/Monat und der Bund gibt den gleichen Betrag noch einmal dazu. 52 Studierende kamen so in diesem Jahr in den Genuss der Förderung.

Traditionsgemäß wurden drei wissenschaftliche Preise verliehen:

Den mit 10.000 Euro ausgestatteten Preis der GFFU erhielten zu gleichen Teilen PD Dr. med. Julia Christina Hauer und PD Dr. rer. nat. Björn Stork von der Medizinischen Fakultät. Beide wurden für ihre Habilschriften ausgezeichnet.

Der mit 12.500 Euro dotierte „Reinhard-Heynen und Emmi-Heynen-Preis“ ging an den Physiker Prof. Dr. Stephan Schiller von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der HHU.

Dr. med. Julian Caspers vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Ra­diologie des Universitätsklinikums Düsseldorf erhielt den Forschungspreis der Dr.-Günther- und Imme-Wille-Stiftung, der mit 10.000 Euro dotiert ist.

Präsident Eduard H. Dörrenberg überreichte der Rektorin der HHU, Prof. Dr. Anja Steinbeck, zum 50. Jubiläum der HHU ein besonderes Geschenk, nämlich einen Zuschuss in Höhe von 50.000 Euro für die Restaurierung der im Gebäude 22.01 der HHU auch der Öffentlichkeit zugänglichen Wandgemälde von Roy Lichtenstein.

Die Rektorin bedankte sich für dieses großzügige Geschenk im Namen der Universität und unterstrich das besonders enge Verhältnis von Hochschule und Freundesgesellschaft.

Die GFFU hat ihre Website nunmehr modernisiert.

Informationen zu den Preisen und Preisträgern:

Preis der GFFU:

Julia Hauer untersuchte die „Entwicklung neuer in-vivo Modelle für die Gentherapie von Immundefizienzsyndromen im Kindesalter: Kinder mit Immundefekt leiden an lebensbedrohlichen Infektionen und können durch Gentherapie geheilt werden. Diese Methode repariert die blutbildende Stammzelle dieser Kinder erfolgreich, jedoch können Leukämien als seltene Nebenwirkung auftreten. In den Arbeiten zu ihrer Habilitationsschrift konnte sie in Mausmodellen sicherere Strategien entwickeln, die die Patienten zukünftig vor dem Auftreten von Leukämien schützen könnten.

Björn Stork behandelt den Zelltod mit dem Thema: „Balancing Cell Life and Death: Signal Transduction of Apoptosis and Autophagy“: Die Apoptose stellt eine Form des programmierten Zelltodes dar, während es sich bei der Autophagie um einen intrazellulären Selbstverdauungsprozess handelt, der das Überleben der Zellen unter Stressbedingungen ermöglicht. Beide Prozesse sind sowohl an der zellulären Homöostase als auch an verschiedenen klinisch relevanten Krankheitsbildern wie Krebserkrankungen, neurodegenerativen Erkrankungen oder Infektionskrankheiten beteiligt, so dass das Verständnis dieser beiden Prozesse für die Entwicklung neuartiger Therapien essentiell ist.

 

Reinhard-Heynen und Emmi-Heynen-Preis:

Mit dem Preis werden Beiträge Prof. Schillers zur Präzisionsphysik mit gefangenen, einfachen Molekülionen ausgezeichnet. Prof. Schiller und seine Mitarbeiter haben Methoden entwickelt, um Molekülionen im Zustand nahezu völliger Isolation von der Umgebung vorzuhalten und zu untersuchen. Dazu werden Molekülionen in einem elektrischen Käfig gefangen und mittels Laserstrahlung zur Ruhe gebracht. Besondere Aufmerksamkeit richtete er auf die allereinfachsten Moleküle, die nur aus zwei Atomkernen und einem einzelnen Elektron bestehen. Die Schwingungsfrequenzen dieser Wasserstoffmolekülionen konnte er mittels Laserspektroskopie mit wesentlich höherer Genauigkeit als bisher bestimmen. Dies bahnt den Weg für einen neuen Ansatz zur Bestimmung mehrerer Naturkonstanten.

 

Forschungspreis der Dr.-Günther- und Imme-Wille-Stiftung:

Ausgezeichnet wurde die Publikation von Dr. Julian Caspers mit dem Titel "A novel meta-analytic approach: mining frequent co-activation patterns in neuroimaging databases." Julian Caspers, Karl Zilles, Christoph Beierle, Claudia Rottschy, Simon B. Eickhoff; NeuroImage (2014) 90: 390-402.

In dieser Arbeit hat Caspers ein neues Analyseverfahren entwickelt, mit dem sich funktionelle Hirnnetzwerke in Form von wiederkehrenden Aktivierungsmustern in existierenden Hirnbildgebungsstudien entdecken lassen. Durch die Untersuchung dieser Hirnnetzwerke lässt sich die Funktionsweise des Gehirns als komplex verbundenes Netzwerk interagierender Hirnregionen besser verstehen, und die Grundlage neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen als Störungen der funktionellen Hirnnetzwerke erforschen.

 

 

 

 

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