05.10.17 15:00

Transport von Solingen auf die Sonderisolierstation in Düsseldorf geprobt / Rund 50 Beteiligte

Übung simuliert die Verlegung eines Hochinfektions-Patienten

Von: Stefan Dreising

Der Transport und die Aufnahme eines hochinfektiösen Patienten stand am Donnerstag, 5. Oktober, im Mittelpunkt einer breit angelegten gemeinsamen Übung der Gesundheitsämter der Städte Düsseldorf und Solingen, der Feuerwehr, des Krankenhauses Bethanien in Solingen und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD).

Ausgangspunkt der Übung war ein Patient in Solingen. Dort suchte er zunächst das Gesundheitsamt auf. An dieses Szenario schloss sich zunächst der Transport in das Krankenhaus Bethanien in Solingen an, im Klinikum erfolgte die weitere Diagnostik. Im Anschluss wurde er zur Sonderisolierstation am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) gebracht. Fotos: UKD/Kesting

Sonderisolierstation am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD): Für Krankenwagen, mit denen Patienten in die Isolierstation kommen, gibt es eine eigene Zufahrt in das Gebäude. Von dort wird der Patient auf die Station gebracht. Foto: UKD/Timmermann

Auf der Station an der Uniklinik Düsseldorf ist eine komplette intensivmedizinische Betreuung inklusive künstlicher Beatmung und Dialyse der Patienten möglich. Auch Laboruntersuchungen können direkt vor Ort durchgeführt werden. Foto: UKD/Timmermann

Ausgangspunkt der sogenannten „HIT-Übung" (Hochinfektionstransport) war ein infektiöser Patient, der sich nach einem Auslandsaufenthalt zunächst im Gesundheitsamt der Stadt Solingen mit seinen Symptomen vorstellte. An dieses Szenario schloss sich zunächst der Transport in das Krankenhaus Bethanien in Solingen an. Von dort erfolgte die abschließende Verlegung des Patienten in die spezielle Sonderisolierstation der Düsseldorfer Uniklinik. Es ist diese einzige Station dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Dort stehen für solche Fälle drei Betten für Patienten mit lebensbedrohlichen Infektionen zur Verfügung.

„Mit dieser Übung konnten wir außer den konkreten Abläufen auch speziell die Schnittstellen und Kommunikationswege zwischen den Partnern erproben. Das ist für den Ernstfall natürlich von besonderer Bedeutung. Wir müssen zu jeder Zeit auf einen solchen Fall vorbereitet sein", erklärt Prof. Dr. Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am UKD. Dort ist die Sonderisolierstation angesiedelt.

Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt des Krankenhaus Bethanien, betont: „Für alle Beteiligten sind solche Übungen wichtig. Damit können wir die bestehenden Checklisten und Anweisungen unter möglichst realen Bedingungen testen. Das schafft natürlich mehr Sicherheit für alle Beteiligten."

„Für Düsseldorf ist so ein Szenario keine rein lokale Angelegenheit, denn unsere Kräfte aus Reihen des Gesundheitsamtes, der Feuerwehr und der Uniklinik sind auch gefordert, wenn im Umland ein HIT-Fall festgestellt und ein Transport zur Sonderisolierstation durchgeführt werden muss. Es ist wichtig, immer wieder die Abläufe von der ersten Sekunde bis zum Abschluss des Einsatzes zu proben und - wenn nötig - zu verbessern. Denn im Ernstfall kommt noch die psychische Belastung dazu und da muss der Ablauf reibungslos funktionieren", sagt Dr. Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Die Übung fand unter Realbedingungen statt. Rund 50 Einsatzkräfte aller Übungspartner waren beteiligt. Beobachter der Universitätsmedizin aus Innsbruck waren zudem extra nach Düsseldorf gekommen, um sich die Abläufe anzuschauen und die Sonderisolierstation am UKD zu besichtigen.

Hintergrund:

Sonderisolierstation (SIS) an der Universitätsklinik Düsseldorf

An der Düsseldorfer Uniklinik gibt es eine von der Außenwelt völlig abzuriegelnde und hochmoderne Sonderisolierstation der höchsten Sicherheitsstufe. Neben den umfangreichen medizinischen Schutzmaßnahmen von Ärzten und Pflegepersonal ist für die Außenwelt durch bauliche und technische Vorkehrungen höchste Sicherheit gewährleistet: Durch Unterdruck der Raumluft in der Station wird ein Übertritt gefährlicher Keime in die Umgebung sicher vermieden. Es gibt eine spezielle Vorrichtung zum Auffangen und Sterilisieren der Abwässer aus der Sonderisolierstation. So wird ein vollständiger Schutz der Patienten und Besucher des Klinikums sowie des behandelnden Personals gewährleistet. In der Station ist eine komplette intensivmedizinische Betreuung inklusive künstlicher Beatmung und Dialyse der Patienten möglich.

Für Krankenwagen, mit denen Patienten in die  Isolierstation kommen, gibt es eine eigene Zufahrt in das Gebäude. Von dort aus gelangen die Patienten durch eine Sicherheitsschleuse auf die Sonderisolierstation. Die Mediziner und Pflegekräfte tragen während eines Ernstfalls spezielle Schutzanzüge und müssen nach jedem Kontakt mit dem Patienten unter die Sicherheitsdusche in der Dekontaminationsschleuse. Nach zwei Stunden Tätigkeit in der Einheit werden die Mitarbeiter abgelöst: Das Uniklinikum hält für einen möglichen Einsatz Personal und Mittel rund um die Uhr vor.

Isolierstation Krankenhaus Bethanien

Das Krankenhaus Bethanien verfügt über eine große Isolierstation für hochinfektiöse Patienten, die zugleich die größte Tuberkulose-Isolierstation in Nordrhein-Westfalen ist. Im Ernstfall können bis zu 35 Patienten abgeschirmt vom restlichen Krankenhausbetrieb untergebracht werden. Die Station kann über einen eigenen Eingang betreten werden und ist mit einer Niederdruckanlage ausgestattet. Durch den Niederdruck kann eine Verbreitung der Keime in die Umgebung vermieden werden, damit Besucher und Patienten gleichermaßen vor infektiösen Krankheiten geschützt sind.

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenStabsstelle Presse und Kommunikation