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02.10.17 15:49

Förderung durch Deutsche Forschungsgemeinschaft

Weitere sechs Millionen Euro für Neurowissenschaftliches Schwerpunktprogramm

Von: Arne Claussen

Das Institut für Neurobiologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) koordiniert seit dem Jahr 2013 zusammen mit der Universität des Saarlandes das Schwerpunktprogramm SPP 1757 im Bereich der Neurowissenschaften. Dieses von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Verbundprojekt befasst sich mit der Funktion von Gliazellen im Gehirn.

Prof. Dr. Christine Rose leitet das DFG-geförderte Schwerpunktprogramm SPP 1757. (Foto: Karl Kafitz / HHU)

Gliazellen, die im Gehirn in mehreren verschiedenen Typen auftreten, wurde lange Zeit keine große wissenschaftliche Aufmerksamkeit geschenkt, galten sie doch vor allem als Stützstruktur für Nervenzellen. Erst in jüngerer Zeit erkannte man die elementare Rolle, die sie auch bei der Informationsübertragung im Gehirn spielen. Zudem fand man heraus, dass Gliazellen wesentlich an der Entstehung vieler Erkrankungen, wie zum Beispiel Parkinson oder Epilepsie, beteiligt sind. Andere häufige Erkrankungen wie die Multiple Sklerose werden primär durch eine Schädigung von Gliazellen hervorgerufen.

Bislang noch weitgehend unbekannt sind die besonderen Aufgaben, die den Gliazellen in unterschiedlichen Hirnregionen zukommen, sowie ihre dafür notwendigen Spezialisierungen. Dazu muss verstanden werden, wie sich diese Zellen entwickeln und sich an ihre jeweilige Umgebung anpassen. Auch die Kommunikation der Gliazellen mit ihren direkten Nachbarn, den Nervenzellen, muss entschlüsselt werden.

Diesen Fragestellungen widmet sich das Schwerpunktprogramm SPP 1757 „Functional specializations of neuroglia as critical determinants of brain activity”, das von Prof. Dr. Christine Rose vom Institut für Neurobiologie der HHU und Prof. Dr. Frank Kirchhoff vom Institut für Physiologie der Universität des Saarlandes koordiniert wird und das im Jahr 2014 an den Start ging. Für die nun beginnende zweite Förderperiode, an der sieben weitere deutsche Universitäten sowie das Helmholtz-Zentrum München und das Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen beteiligt sind, stehen bis zum Jahr 2021 sechs Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.

Die beteiligten Wissenschaftler nähern sich diesen Fragen mit verschiedenen Methoden und aus unterschiedlichen Perspektiven. Durch die enge Verzahnung der einzelnen Projekte, an denen Biochemiker, Chemiker, Genetiker, Molekularbiologen, Neurobiologen, Physiker sowie Physiologen gemeinsam arbeiten werden, erhoffen sich die Forscher grundlegende neue Erkenntnisse zur Funktion des Gehirns. Diese können auch dazu beitragen, Hirnerkrankungen besser zu verstehen und dabei helfen, neue Therapieansätze zu entwickeln.

Vom 26. bis 28. Oktober 2017 treffen sich Forscher des SPP mit internationalen Kollegen auf der Zollfeste Zons, um die zweite Förderperiode einzuläuten und ihre neu geförderten Forschungsprojekte vorzustellen und zu diskutieren.

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