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06.12.17 12:03

NRW und EU unterstützen Patentverwertung aus der Pharmazie

Vielversprechender Wirkstoffkandidat gegen Leukämie

Von: Arne Claussen

Wissenschaftler um Prof. Dr. Holger Gohlke vom Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) haben zusammen mit dem Georg-Speyer-Haus in Frankfurt/Main einen potentiellen Wirkstoffkandidaten gegen Leukämie entwickelt. Die Verwertung der darauf basierenden Patentanmeldungen in ein therapeutisches Produkt wird jetzt mit NRW- und europäischen Fördermitteln unterstützt.

Links: An dieser Struktur des RUNX1/ETO-Proteins greift der neu gefundene Inhibitor an. Rechts ist der Inhibitor gezeigt, der sich an das RUNX1/ETO-Protein angelagert hat und seine Funktion unterbindet (Mitte). (Abbildung: Abgewandelt aus J. Chem. Inf. Model. 2013, 53, 2197; Alexander Metz)

Die „akute myeloische Leukämie“ (AML) ist eine Unterform des Blutkrebses, die 80 Prozent aller akuten Leukämien bei Erwachsenen ausmacht. Sie tritt besonders häufig im mittleren Lebensalter auf und zeigt eine ungünstige Prognose und hohe Rückfallrate nach einer Standardchemotherapie von 45 Prozent. Eine wichtige Rolle bei der Bildung der AML spielt das Protein RUNX1/ETO. Wenn es gelingt, die Funktion dieses Proteins zu unterdrücken – zu inhibieren –, hat man einen vielversprechenden Ansatz im Kampf gegen diese gefährliche Krebsform.

Der Arbeitsgruppe von Prof. Gohlke gelang es zusammen mit Frankfurter Kollegen, eine Stoffgruppe zu identifizieren, die gegen RUNX1/ETO wirkt. Der zugrundeliegende Mechanismus dieses Inhibitors unterscheidet sich dabei von anderen Substanzen und ist damit im Hinblick auf eine gezielte Antikrebstherapie sehr interessant.

Die HHU ließ das Wirkprinzip der Stoffgruppe patentieren. Im Rahmen der dritten Ausschreibungsrunde des Wettbewerbs „NRW-Patentvalidierung“ beantragte Prof. Gohlke eine Förderung, um die weitere Praxistauglichkeit und Vermarktbarkeit eines auf diesen Substanzen basierenden potentiellen Wirkstoffkandidaten untersuchen zu können. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union unterstützen die nächsten Schritte mit 200.000 Euro aus EFRE-Fonds. Hierzu zählen eine weitere Optimierung der chemischen Struktur des Inhibitors und präklinische Studien.

Ziel ist die Verwertung der Patente in Kooperation mit der Patentverwertungsagentur PROvendis GmbH, indem Pharmafirmen die Patente lizensieren oder erwerben.

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