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12.09.17 09:42

Ausstellung im Stadtmuseum

„Koloniale Verbindungen: Rheinland/Grasland – Deutschland/Kamerun“

Von: Redaktion / V.M.

Vom 12. bis zum 28. September wird im Stadtmuseum Düsseldorf die gemeinsame Kolonialgeschichte zwischen dem Rheinland in Deutschland und dem Grasland in Kamerun in einer Ausstellung präsentiert. Die Ausstellung mit dem Titel „Koloniale Verbindungen: Rheinland/Grasland – Deutschland/Kamerun“ ist ein Ergebnis eines transkulturellen Forschungsprojektes der Universitäten Düsseldorf und Dschang (Kamerun). Studierende und Lehrende beider Universitäten haben die gemeinsame Kolonialgeschichte an beiden Orten erforscht.

Prof. Dr. Stefanie Michels und Prof. Dr. Albert Gouaffo mit Dr. Susanne Anna, der Direktorin des Stadtmuseums (rechtes Bild) , links eine Aufnahme aus der Ausstellung, Foto: (c) Landeshauptstadt Düsseldorf/Wilfried Meyer

Die gemeinsame Kolonialzeit ist in Deutschland, im Gegensatz zu Kamerun, kaum noch bekannt. Seit anderthalb Jahren besteht zwischen Prof. Dr. Stefanie Michels vom Institut für Geschichtswissenschaften der Heinrich-Heine-Universität und Prof. Dr. Albert Gouaffo von der Universität Dschang in Kamerun eine Kooperation, die von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert wird. Ziel dieser Partnerschaft ist es, Spuren der gemeinsamen Geschichte zu dokumentieren. Lehrende und deren Studierende der Fächer Geschichte, Medien- und Kulturwissenschaft und Germanistik haben in Archiven, Museen und Bibliotheken geforscht und Interviews geführt, sowohl in Düsseldorf als auch in Dschang. So wurde ein komplexes Gewebe wechselseitiger Beeinflussungen und Beziehungen sichtbar. „Das gemeinsame Forschen ermöglichte unerwartete Perspektivwechsel“, sagt Prof. Stefanie Michels zu der Kooperation. Dieser Perspektivwechsel ist auch in der Ausstellung selbst angelegt, denn im August 2018 wird sie im Musée de Civilisations in Dschang gezeigt.

Erzählt wird die transkulturelle Kolonialgeschichte ausgehend von zwei zentralen Persönlichkeiten: Galega I. aus Bali und dem gebürtigen Düsseldorfer Eugen Zintgraff. Beide schlossen im Jahre 1891 im Kameruner Grasland einen Vertrag. Beide hatten das Bestreben, ihre Reiche zu erweitern: Galega versuchte, eine Handels- und Tributhegemonie für Bali aufzubauen, Zintgraff eine koloniale Infrastruktur für Deutschland zu schaffen.

Zahlreiche historische Objekte, Dokumente und Tonaufnahmen sind in der Ausstellung zum ersten Mal in Düsseldorf zu sehen, so etwa historische Waffen, die Zintgraff aus Kamerun mitgebracht hat. Frühe Lautaufnahmen machen Stimmen und Lieder aus Kamerun aus dem Jahr 1908 hörbar. Die Bedeutung von Frauen wird durch historische Objekte und Fotografien anschaulich. Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung.

Bei der Vernissage am 12. September um 18 Uhr stellen Studierende unter der Leitung von Jun. Prof. Dr. Martin Doll einen Dokumentarfilm über den transkulturellen Forschungsprozess vor. Studierende der Folkwang-Universität der Künste (Essen) unter der Leitung von Prof.  Elisabeth Neudörfl zeigen fotografische Arbeiten.

 

Rahmenprogramm:

13.9.    20 Uhr             Auftakt der Filmreihe „Unser Kamerun?“    

Filmvorführungen „Perspektiven auf Kamerun“ mit Diskussionsrunde

                                   Ort: Black Box-Kino im Filmmuseum

 

14.9.   16 Uhr              Öffentliche Präsentation der Webseite

„Koloniale Verbindungen: Düsseldorf/Dschang – Rheinland/Grasland – Deutschland/Kamerun“

                                   Ort: Foyer Haus der Universität, Schadowplatz

 

15.9.  14-16 Uhr         Studierende berichten

Lautaufnahmen, Fotografien, Objekte, Geschichten – Forschungen zu    kolonialen Verbindungen

                                   Ort: Foyer Haus der Universität, Schadowplatz

 

15.9.  16.30 Uhr          Vortrag von Dr. Britta Schilling (Universität Utrecht)

„Hermann von Wissmann: Kreuzungspunkte kolonialer Erinnerungsdiskurse“

Ort: Haus der Universität, Raum 2, 2. OG, Schadowplatz

 

16.9.  15-18 Uhr         Offene Geschichtswerkstatt und Informationsveranstaltung          Wissmannstraße“

                                   Ort: Leo-Statz-Berufskolleg (Aula)

 

16.9.  19 Uhr               Filmreihe „Unser Kamerun“ „Schlafkrankheit“ (D2011) von Ulrich Köhler (Regie) mit Einführung

                                   Ort: Black Box-Kino im Filmmuseum

 

19.9     17 Uhr             Podiumsdiskussion

„Deutsche Kolonialgeschichte in Düsseldorf – ist ein Dialog möglich?“

                                   Ort: Stadtmuseum

 

19.9.  19 Uhr              Stadtrundgang Düsseldorfs Globalgeschichte

                                   Treffpunkt: Stadtmuseum

 

20.9.  20 Uhr               Filmreihe „Unser Kamerun?“ „Le président“ (CMR/D 2013) von Jean Pierre Bekolo (Regie) mit Einführung

                                   Ort: Black Box-Kino im Filmmuseum

 

Weitere Informationen: undefinedwww.geschichte.hhu.de/lehrstuehle/europaeische-expansion-im-19-und-20-jahrhundert/ausstellung-koloniale-verbindungen.html

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