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01.03.18 09:29

Aktuelle Publikation

Auch Patienten mit parkinsontypischen Verhaltensauffälligkeiten profitieren von Tiefer Hirnstimulation

Von: Susanne Dopheide

In einer aktuellen Publikation in The Lancet Neurology berichten die Autoren des Deutsch-Französischen Forschungsverbundes, aus Düsseldorf Prof. Dr. Alfons Schnitzler und PD Dr. Lars Wojtecki, über die Wirkung der Tiefen Hirnstimulation bei verhaltensauffälligen Parkinson-Patienten.

Verhaltensauffälligkeiten bei Parkinson Patienten sind verbreitet und oft direkt abhängig von der therapeutisch notwendigen Medikation, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen muss. Dass Patienten mit Bewegungsstörungen bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung von der Tiefen Hirnstimulation profitieren, hatte 2013 bereits die EARLYSTIM-Studie gezeigt. Bleibt der Effekt der Tiefen Hirnstiumulation aber positiv oder schadet sie eher, wenn Patienten gleichzeitig krankheitstypische Verhaltensauffälligkeiten zeigen? Zu dieser Frage liefert die Publikation eines deutsch-französischen Forschungsverbunds in dem renommierten Fachjournal „The Lancet Neurology“ nun einen wesentlichen Beitrag und trägt damit zur Klärung bei (EARLYSTIM-Folgestudie).

Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten Krankheiten des Nervensystems weltweit. In Deutschland geht man von einer Gesamtzahl von ca. 220.000 Parkinson-Patienten aus. Auf Grundlage der EARLYSTIM Studie, in der 251 Teilnehmer an 17 Zentren in Frankreich und Deutschland über einen Zeitraum von zwei Jahren untersucht worden waren, haben die Autoren, aus Düsseldorf Prof. Dr. Alfons Schnitzer und PD Dr. Lars Wojtecki, Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie, die Wirkung der Tiefen Hirnstimulation auf verhaltensauffällige Patienten untersucht.

Solche Auffälligkeiten – beeinträchtigte Impulskontrolle, nächtliche Hyperaktivität, depressive Verstimmung und Angst – können direkte Folgen entweder des Dopamin-Mangel oder eines Dopamin-Überschuss sein. Die Dosierung der notwendigen Medikamente wiederum ist in erster Linie abhängig vom Stadium der Erkrankung bzw. der Ausprägung und Behandlungsbedürftigkeit der Symptome, z.B. der typischen Bewegungstörungen.

Alle Patienten der EARLYSTIM-Studie litten unter früh einsetzenden Bewegungsstörungen. Die Hälfte der Studienteilnehmer wurde mit Tiefer Hirnstimulation plus medikamentöser Therapie, die andere nur medikamentös behandelt. Im Ergebnis verbesserten sich die Verhaltensstörungen bei Patienten mit Dopaminüberschuss signifikant (Ardouin Scale) bei Behandlung mit Medikamenten plus Tiefer Hirnstimulation im Gegensatz zur alleinigen Medikamententherapie, wo sich die Symptome verschlechterten. Die Dosis der dopaminergen Medikamente konnte durch die Tiefe Hirnstimulation um durchschnittlich 39 Prozent reduziert werden.

Bei Patienten mit Störungen aufgrund von zu wenig Dopamin blieben die Verhaltensauffälligkeiten etwa gleich. Eine Verschlechterung der psychischen Situation, wird also durch die Tiefe Hirnstimulation an sich nicht ausgelöst.

Aufgrund der heute klugen Dosierung der Medikamente und der trainierteren Wahrnehmung, wann eine therapeutische Anpassung der Dosierung notwendig wird, gehen, so ein Fachkommentar in The Lancet Neurology zu der Studie, behandlungsabhängige Komplikationen heute zurück. Gleichzeitig werden weitere Therapieoptionen geprüft.

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Kontakt: Prof. Dr. Alfons Schnitzler, Direktor, Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie, PD Dr. Lars Wojtecki, Tel.: 0211 / 08471, SchnitzA(at)med.uni-duesseldorf.de; lars.wojtecki(at)med.uni-duesseldorf.de

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