31.08.17 13:24

Die Vorteile des vereinten Europas vermitteln

Buchpräsentation mit NRW-Ministerpräsident und Innenminister im Haus der Universität

By: Victoria Meinschäfer / Achim Zolke

Es ist nicht leicht, das vereinte Europa in diesen Tagen zu verteidigen, aber es ist nach Auffassung von Herbert Reul und Prof. Dr. Hein Hoebink an der Zeit. Unter dem Titel „Wir brauchen das Vereinte Europa!“ haben der NRW-Innenminister und der ehemalige Inhaber des Jean-Monnet-Lehrstuhls für die Geschichte der europäischen Integration an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf einen Sammelband mit 24 Aufsätzen vorgelegt. Die Herausgeber stellten den Band nun gemeinsam mit Ministerpräsident Armin Laschet im Haus der Universität vor.

Prorektorin Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch begrüßte Ministerpräsident Armin Laschet (links) und Innenminister Herbert Reul (rechts) im Haus der Universität anlässlich der Buchpräsentation. Beide zeigten sich sehr angetan von der Dependance der Heinrich-Heine-Universität im Zentrum von Düsseldorf. „Es ist großartig, dass die Uni hier mitten in der Stadt ist und ihre Forschung bekannt macht“, so Laschet.

Bei der Diskussionsrunde: Ministerpräsident Armin Laschet und Herausgeber Prof. Dr. Hein Hoebink, Fotos: Wilfried Meyer /HHU

Der Ministerpräsident zeigte sich bei seinen einführenden Worten als überzeugter Europäer und betonte, dass Sicherheit und Wohlstand auch in Nordrhein-Westfalen nur durch die europäische Zusammenarbeit zu gewährleisten seien. „Asyl ist ein europäisches Thema ebenso wie die innere Sicherheit, für beides braucht es mehr europäische Zusammenarbeit. Und um dies zu erklären, braucht es dieses Buch.“ Er zitierte aus dem Aufsatz von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der die schwierige Lage der Europäischen Union beschreibt und zugleich betont: „Trotzdem ist die europäische Einigung die vielleicht beste Idee, die wir Europäer im 20. Jahrhundert hatten, und gewiss ist sie die beste Vorsorge für das 21. Jahrhundert.“

„Wir erreichen die Menschen nicht mehr mit dem Enthusiasmus der Gründerväter“, so Prof. Hoebink. „Die Bürgerinnen und Bürger stehen der EU heute kritisch gegenüber, weil sie nicht verstehen, was sie ihnen bringt. Ihnen wird überhaupt nicht vermittelt, welche konkreten Vorteile Europa für sie hat.“ Innenminister Herbert Reul stimmte bei der Diskussionsrunde, die von Dr. Tobias Blasius (WAZ-Landesredaktion) moderiert wurde, zu: “Wir brauchen einen Hebel, der bewirkt, dass sich die Menschen auf Europa einlassen. Die Botschaft muss lauten: Das Ganze hat einen Sinn. Das schaffen wir nur, wenn die großen Probleme, etwa die noch unzureichende Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung, auf europäischer Ebene gelöst werden, während kleinere und regionale Angelegenheiten auf Landesebene verbleiben.“

Nach Aussage der Herausgeber geht es in dem Band darum, „die in einer vorgeblich postfaktischen Ära erwogenen Antworten wiederzugeben, die eine ganze Reihe prominenter Autoren auf die Frage nach einer zeitgerechten, aktuellen Begründung des vereinten Europa gefunden haben.“ So sind in dem Band Aufsätze von Politikern, Wissenschaftlern, Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaften und den Kirchen gesammelt, „die aus ihrer Sicht berichten, warum sie Europa wollen und das europäische Projekt aus unterschiedlichen Betroffenheiten begründen“, so der Innenminister bei der Buchvorstellung.

 

Hein Hoebink / Herbert Reul (Hg.): Wir brauchen das Vereinte Europa!, Essen: Klartext Verlag, 2017

Responsible for the content: E-MailStabsstelle Presse und Kommunikation