22.12.17 14:00

Langzeitschäden an den Händen reichen von Taubheit bis zur Amputation

Sicheres Böllern: Handverletzungen durch Silvester-Feuerwerk vermeiden

Von: Stefan Dreising

Durch unsachgemäßes Anzünden, illegal importierte oder selbstgemachte Feuerwerkskörper und Leichtsinn endet die Silvesterfeier für viele Menschen in der Notaufnahme: Gerade im Bereich der Hände, des Brustkorbs und des Gesichts kommt es zum Jahreswechsel zu zahlreichen Verbrennungen und Verletzungen durch Böller. Prof. Dr. Joachim Windolf, Direktor der Klinik für Unfall- und Handchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) warnt: „Werden Feuerwerkskörper leichtsinnig genutzt, können Unfälle schwere bis irreparable Schäden auslösen. Bei Verletzungen sollte man unverzüglich einen Spezialisten aufsuchen.“

Prof. Dr. Joachim Windolf, Direktor der Klinik für Unfall- und Handchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) warnt: „Werden Feuerwerkskörper leichtsinnig genutzt, können Unfälle schwere bis irreparable Schäden auslösen. Bei Verletzungen sollte man unverzüglich einen Spezialisten aufsuchen."

An den Folgen von Handverletzungen leiden Betroffene ihr Leben lang: Bei einem Unfall direkt zum Handchirurgen

Gerade Handverletzungen durch Böller und Feuerwerk können die Lebensqualität langfristig einschränken. Neben Verbrennungen und offenen Wunden bis hin zu Amputationen, sind dies vor allem durch den Explosionsdruck der Feuerwerkskörper ausgelöste Gewebeschäden. „Diese Verletzungen sind besonders tückisch, da im ersten Moment das Ausmaß der Verletzung nicht sichtbar ist. Durch die Druckwelle der Explosion kann es zu Verletzungen der feinen Gewebestrukturen in den Händen gekommen sein“, erklärt Prof. Windolf. „Als Folge schwillt das Gewebe im Verlauf weiter an und dies führt zu einer zusätzlichen Druckerhöhung, die schließlich die Durchblutung der Hand gefährdet. Man spricht dann von einem sogenannten Kompartmentsyndrom. Wenn das nicht behandelt wird, können die Finger irreparabel geschädigt werden – da reichen die Folgen von einer Einschränkung beim Halten oder Greifen bis hin zu Taubheit und in schlimmen Fällen zur Amputation einzelner Finger.“

Der Leiter der Düsseldorfer Unfallchirurgie rät Betroffenen, nach einem Unfall möglichst schnell eine Klinik mit Handchirurgie aufzusuchen und die Hand von einem Spezialisten behandeln zu lassen. „Vor Ort können wir gegebenenfalls den Druck im Gewebe operativ entlasten. Spezielle Handtraumazentren, wie wir es an der Düsseldorfer Uniklinik sind, sind darauf eingestellt, Notfälle zu jeder Zeit schnell versorgen zu können. Gerade an Silvester sind wir darauf vorbereitet.“

Handchirurgen rufen zum umsichtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern auf

Um Verletzungen von Anfang an zu vermeiden, raten die Experten der Düsseldorfer Klinik für Unfall- und Handchirurgie zu einem umsichtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern:

  • Ausschließlich Feuerwerkskörper im Fachhandeln kaufen und auf das CR-Zeichen und die BAM-Prüfnummer (Bundesamt für Materialprüfung) achten
  • Keine selbst gebastelten oder manipulierten Feuerwerkskörper
  • Feuerwerkskörper verwenden, die nicht in der Hand gezündet werden müssen (Bsp. Feuerwerksbatterien)
  • Feuerwerkskörper sicher und nicht am Körper lagern
  • Blindgänger/Feuerwerkskörper, die nicht explodiert sind, nicht erneut anzünden
  • Keine Feuerwerkskörper unter Alkoholeinfluss
  • Feuerwerkskörper gehören nicht in Kinderhand – auf Altersfreigaben achten


Den unverständlichsten Fall hatte Prof. Windolf vor wenigen Jahren an Silvester: „Bei uns wurde ein Junge mit einer schweren Verletzung an  der Hand eingeliefert. Sein Vater hatte ihn bei einer Art Mutprobe dazu gebracht, den Böller so lange wie möglich brennend in der Hand zu halten. Er ist in der Hand des Jungen explodiert“, erinnert sich der Handchirurg. „Das macht uns dann auch fassungslos. Feuerwerkskörper sind unberechenbar, können jederzeit explodieren und erheblichen Schaden anrichten. Die Folgen dieses Abends wird der Junge sein Leben lang spüren.“

Kontakt: Prof. Dr. Joachim Windolf, Direktor der Klinik für Unfall- und Handchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, Tel.: 0211/ 81 – 04400, E-Mail: windolf(at)uni-duesseldorf.de

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