Wettbewerb "Stadt der Wissenschaft 2005"
Mit dem Namen "Stadt Düsseldorf" wird noch nicht, wie z. B. im Falle Tübingens, Freiburgs oder Münchens, automatisch auch die Universität oder die Wissenschaft schlechthin assoziiert. Mit der Kunstakademie Düsseldorf sieht es da schon anders aus. In den Jahren 1773 und 1774 aus der damals wie heute europaweit berühmten kurfürstlichen Gemäldegalerie hervorgegangen, hat die Kunstakademie bis zum heutigen Tage maßgeblich zum Ruhm und zum Wachstum der Stadt beigetragen: Die "Stadt der Künste", die "Gartenstadt", die "Modestadt", die "Werbehauptstadt" Düsseldorf wäre ohne die Kunstakademie, an der seit mehr als 200 Jahren kontinuierlich die namhaftesten Künstler Europas – und heute der Welt – wirken, und ohne die Präsenz der aus ihr hervorgegangenen bzw. an ihr studierenden Künstler nicht denkbar.
Als "Stadt der Wissenschaft" beginnt sich Düsseldorf erst seit dem Jahr 2003 zu entdecken. Äußerer Anlass hierfür war der vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgeschriebene Wettbewerb "Stadt der Wissenschaft 2005", der die Stadt und alle vier Hochschulen (Heinrich-Heine-Universität, Fachhochschule, Kunstakademie und Robert-Schumann-Musikhochschule), die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften, das Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen und die vier selbständigen Forschungseinrichtungen (Deutsches Diabetes-Zentrum, Institut für Umweltmedizinische Forschung an der Heinrich-Heine-Universität, Max-Planck-Institut für Eisenforschung und Verein Deutscher Ingenieure VDI e.V./Deutscher Verband Technisch-wissenschaftlicher Vereine e.V.) an einen Tisch brachte und erstmals darüber nachdenken ließ, welche Gemeinsamkeiten diese wissenschaftlichen Einrichtungen haben.
Dass die Frage nach Gemeinsamkeiten überhaupt gestellt werden musste, verwundert auf den ersten Blick umso mehr, als z. B. die Heinrich-Heine-Universität im Jahr 1966 in der Kernsubstanz aus den "Städtischen Kliniken Düsseldorf" und der ihnen angegliederten "Medizinischen Akademie Düsseldorf" als wissenschaftliche Lehr- und Forschungseinrichtung hervorging. Die damalige "Entflechtung" von staatlichen und kommunalen Mischformen und -finanzierungen hat ganz offensichtlich das bewirkt, was auch von der derzeitig geführten "Entflechtungsdebatte" jedenfalls für den Bereich von Bildung, Wissenschaft und Kultur zu befürchten ist.
Historisch lassen sich zahlreiche Verflechtungen zwischen Stadt, Wissenschaft und Kunst belegen.
Als die Kunstakademie nach dem Schlossbrand von 1872 ihren Neubau erhielt, wurde an ihrem alten Standort am Burgplatz das bis heute erhaltene Gebäude der Kunstgewerbeschule errichtet. Diese ist eine Vorläuferin der heutigen Fachbereiche "Architektur" und "Design" der Fachhochschule Düsseldorf sowie des Fachbereichs "Architektur" der Kunstakademie. Dass Düsseldorf bis heute eine Hochburg von Architektur und Design ist, hat hier seinen Ursprung.
Die Robert-Schumann-Hochschule entstand aus dem 1935 gegründeten Robert- Schumann-Konservatorium, später Robert-Schumann-Institut. Darin hatten sich unter städtischer Trägerschaft drei große private Musikschulen vereinigt und den Schwerpunkt auf eine praxisnahe Ausbildung der Studierenden gelegt. 1987 verselbständigte der Landtag das Institut als Hochschule des Landes.
Düsseldorf als "Schreibtisch des Ruhrgebiets" wäre nicht denkbar ohne das 1907 gegründete Kaiser-Wilhelm-Institut und heutige Max-Planck-Institut für Eisenforschung – und umgekehrt. Das Institut, dessen Direktor Professor Martin Stratmann mit dem Leibniz-Preis 2003 gewürdigt wurde, befasst sich mit interdisziplinärer Grundlagenforschung auf dem Gebiet von Eisen, Stahl und verwandten Werkstoffen. Das Ziel ist es, Herstellung, Eigenschaften und Anwendbarkeit dieser Stoffe weiterzuentwickeln.
Netzwerke
Netzwerke, in denen Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft zusammenwirken, durchziehen auch heute die Stadt Düsseldorf. Beispielhaft seien hier nur vier Schwerpunkte genannt:
Wissenschaft, Kultur und Stadt
- Die bedeutende Sammlung der Kunstakademie bildet als Dauerleihgabe den Kernbestand der Stiftung museum kunst palast und wird von der Stiftung, die von der Stadt und der E.ON AG errichtet wurde, wissenschaftlich betreut.
- Die Gesamtausgabe der Werke des Düsseldorfer Dichters Heinrich Heine ist ein besonderes Beispiel für die ständige Zusammenarbeit zwischen der Heinrich- Heine-Universität, dem Heine-Institut und der Stadt im Bereich der Literatur. Zusammen mit der Heine-Gesellschaft hat sich dieses Miteinander auch im Heine-Jahr 1997 bestens bewährt. Auch zwischen dem Goethe-Museum und der Heinrich-Heine-Universität besteht eine enge wissenschaftliche und personelle Verflechtung.
- Ähnliches gilt für Robert Schumann als ehemaligen Städtischen Musikdirektor: Die Schumann-Forschungsstelle, die Robert Schumanns Werke kritisch ediert, residiert in den Räumen der Degussa AG und wird von der Robert-Schumann- Gesellschaft und der Düsseldorfer Wirtschaft mitfinanziert. Veranstalter des "Schumann-Festes" sind die Robert-Schumann-Gesellschaft, die Stadt und die örtliche Wirtschaft.Ohnehin lässt sich im Musikbereich Düsseldorfs eine lebendige Kontinuität des bürgerschaftlichen Geistes des 19. und 20. Jahrhunderts, wie er sich in den unter Felix Mendelssohn Bartholdy (Musikdirektor in Düsseldorf von 1833 bis 1835) und Robert Schumann groß gewordenen "Rheinischen Musikfesten" widerspiegelt, konstatieren.
- Wie man Ressourcen vereint und gemeinsam nutzbar macht, zeigt sich in Düsseldorf an zwei besonders schönen Beispielen der Musikkultur: Die Robert- Schumann-Hochschule und die Fachhochschule bieten in Zusammenarbeit den Studiengang "Ton- und Bildtechnik". Das Studio der Deutschen Oper am Rhein zeigt jährlich eine Opernproduktion, die gemeinsam mit der Robert-Schumann- Hochschule und der Kunstakademie (Bühnenbild/Kostüme) erarbeitet wird.
- An eine große Düsseldorfer Tradition, für die Namen wie Heinrich Heine und Felix Mendelssohn Bartholdy stehen, knüpft das Institut für Jüdische Studien der Heinrich-Heine-Universität an, das sich auch mit der Erforschung Jiddischer Kultur, Sprache und Literatur beschäftigt. Die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Stadt, Jüdischer Gemeinde und dem Institut für Jüdische Studien spiegelt sich u. a. in dem Projekt "Jüdische Kulturtage", das erstmals 2002 mit zahlreichen Partnern in Düsseldorf und der Region realisiert wurde und in regelmäßigen Abständen wiederholt werden soll.
- Der Tatsache, dass in Düsseldorf die größte japanische Gemeinde außerhalb Japans lebt, hat die Heinrich-Heine-Universität mit Unterstützung der Düsseldorfer Wirtschaft durch Gründung des Instituts "Modernes Japan" Rechnung getragen. Die Ausrichtung des Fachs auf die kultur-, literatur- und sozialwissenschaftliche Japanforschung, bei der der Globalisierungsprozess besonders berücksichtigt wird, ist nur durch intensive Vernetzung mit japanischen Partnern und Institutionen möglich.
- Die Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein hat im Rahmen der EUROGA 2002plus ihre Stärken als Region bedeutender Gartenkunstwerke entdeckt. Den Anstoß hierzu gab u. a. das Kunsthistorische Institut der Heinrich-Heine- Universität, das auch an der Konzeption des neuen Museums für Europäische Gartenkunst der Stiftung Schloss und Park Benrath beteiligt war.
- Eine besonders enge und kontinuierliche Zusammenarbeit hat sich zwischen dem "Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing" der Heinrich- Heine-Universität und den Düsseldorfer Kulturinstituten entwickelt: Gemeinsame Besucher- und Nichtbesucherbefragungen und andere Untersuchungen zum Marketing gehören inzwischen zur Tagesordnung. Wichtige Aspekte internationalen Kulturmanagements werden künftig im Rahmen gemeinsamer Projekte in Forschung und Lehre der Kunstakademie, der Robert-Schumann-Hochschule, der Hochschule für Musik Köln sowie der Kölner Kunsthochschule für Medien einbezogen: Ein gemeinsames Zentrum für internationales Kulturmanagement befindet sich in Gründung.
- Im zweijährigen Turnus vergibt der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und zum Zeichen der Verbundenheit mit der Heinrich-Heine-Universität den mit 4.000 € dotierten Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf für Wissenschaften. Der Preis wird an junge, an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die durch wissenschaftliche Arbeiten in ihrem Fach bedeutende Forschungsergebnisse erzielt haben und deren weitere Entwicklung eine Förderung verdient.
Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft
- Die Herausforderungen moderner Forschung in Verbindung mit ihrer wirtschaftlichen Nutzung nimmt die Stadt Düsseldorf an: Aus der Heinrich-Heinrich-Heine-Universität heraus wurde eines der weltweit bekanntesten und erfolgreichsten Biotechnologieunternehmen gegründet, die QIAGEN AG. In dieser noch jungen Tradition fördert das Life Science Center Düsseldorf, ein hochmodernes Technologie- und Gründerzentrum, innovative junge Unternehmen vorwiegend aus dem Bereich Biotechnologie. Dahinter stehen die Stadt Düsseldorf, die Heinrich-Heinrich- Heine-Universität sowie ein enges Partnernetzwerk, zu dem u. a. das städtische Wirtschaftsförderungsunternehmen IDR sowie die Stadtsparkasse zählen. Über die Initiative BioRiver ist Düsseldorf mit den anderen Life-Science- Aktivitäten im Rheinland verknüpft. Nicht zufällig hat diese Initiative inzwischen ihren Sitz in Düsseldorf. Ganz besonders wird die Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich (Institut für Medizin, Institut für Biotechnologie, Institut für Angewandte Physikalische Chemie und Institut für Biologische Informationsverarbeitung) ausgebaut. Gemeinsam durchgeführt wurden Berufungen in der Bioinformatik, in Theoretischer Biophysik und Technischer Biochemie.
- Das Projekt "Digitale Stadt" verfolgt das Ziel, die in Düsseldorf bestehenden digitalen Netzwerke untereinander zu verknüpfen und nutzbar zu machen. Ein bedeutendes Scharnier ist hier das Rechenzentrum der Heinrich-Heine- Universität. Dessen Direktor, Prof. Dr. Jan von Knop, ist Vorstandsvorsitzender des Vereins "Digitale Stadt e.V.", sein Stellvertreter ist Oberbürgermeister Joachim Erwin. Der Verein arbeitet eng mit den Düsseldorfer Medien sowie mit den technisch orientierten Vereinen (DVT, VDI) zusammen.
- Wirtschaft und Wissenschaft gehen in Düsseldorf traditionell eine ungewöhnliche Verbindung ein: Die Umwandlung der Medizinischen Fakultät zur Universität und der Ausbau zur Volluniversität wäre ohne erhebliche finanzielle Unterstützung durch Bürger und Unternehmen der Stadt und der Region, wie den Firmen Henkel oder Schwarz-Pharma, nicht denkbar gewesen. Mit großzügigen Zuschüssen fördern bis heute die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e.V. sowie der Industrieclub die universitäre Forschung.
- Zudem gibt es in der Stadt eine große Zahl privat finanzierter Stiftungsprofessuren, die zum festen Bestand der Hochschulen gehören. Der erste dieser Lehrstühle an der Heinrich-Heine-Universität, der Lehrstuhl für Kunstgeschichte, wurde vor rund 15 Jahren von der Gerda Henkel Stiftung gefördert und anschließend von der Universität übernommen. Aktuell finden sich an der Universität sieben Stiftungsprofessuren in verschiedenen Fakultäten, an der Fachhochschule sind es drei, und an der Robert-Schumann-Hochschule stiftete E.ON die Professur für Gesang des berühmten Baritons Matthias Goerne. Ein besonders schönes Beispiel gegenseitiger Befruchtung ist das "Nebenprodukt" des Verkaufs von Anteilen der Stadtwerke AG durch die Stadt an die EnBW: die Einrichtung eines von der EnBW finanzierten Lehrstuhls für Innovative Energiesysteme an der Fachhochschule.
- Forschungs- und Technologietransfer stehen in Düsseldorf auf ausgefallene Weise im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Förderung und Nutzung: So beteiligt sich die Heinrich-Heine-Universität aktiv über die Düsseldorf Business School GmbH an der Weiterbildung von Führungskräften in Wirtschafts- und Managementkompetenz, wofür ihr die Stadt bzw. die Stiftung Schloss und Park Benrath repräsentative Räume zur Verfügung gestellt hat.
Wissenschaft, Technologie und Schulen
- Die Kompetenz der Fachhochschule kommt den Düsseldorfer Schulen mehrfach zugute: Der Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Fachhochschule befasst sich in Projekten damit, Jugendlichen unter anderem ihre Vorbehalte technischen Studiengängen gegenüber zu nehmen.
- Zudem wird eine komplette IT-Struktur inklusive entsprechender Lehrerfortbildung an Düsseldorfer Schulen vom Schulverwaltungsamt in Kooperation mit dem Institut für Medien, Kommunikation und Informationstechnologie (MKI) der Fachhochschule aufgebaut. So werden Studierende dieser Fachrichtung zu "e- School-Youngsters" ausgebildet, um Grundschulen bei ihren täglichen Problemen im Umgang mit Hard- und Software zu helfen. Und es gibt ein "e-School- Helpdesk", an das sich täglich sämtliche Schulen in Düsseldorf mit Problemen im Umgang mit PCs und Laptops wenden können. Können die Studierenden nicht weiterhelfen, leiten sie das Problem an die "e-School-Youngsters" bzw. an die "mobile e-School-Einsatztruppe" der Stadt weiter.
- Die Robert-Schumann-Hochschule macht das in ihrem Haus vereinigte Wissen und Können gemeinsam mit der Städtischen Clara-Schumann-Musikschule dem Nachwuchs zugänglich und nutzbar: Dozenten und Studierende beider Institutionen sorgen dafür, dass das Städtische Humboldt-Gymnasium systematisch zu einem Musikgymnasium ausgebaut wird. Lehrende der Kunstakademie sowie die Kunstlehrerinnen und -lehrer am Städtischen Görres- Gymnasium planen gemeinsam, dieses Gymnasium als Kunstgymnasium auszubauen.
Wissenschaft, Umwelt und Gesundheit
- Die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität pflegt enge Kooperationen mit externen Partnern (Landschaftsverband Rheinland, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut, Institut für Umweltmedizinische Forschung, Forschungszentrum Jülich). Das Lehrangebot der klassischen Studiengänge wird seit 1991 durch den Zusatzstudiengang "Gesundheitswissenschaften und Sozialmedizin" ergänzt.
- Als interdisziplinärer Forschungszweig befasst sich "Public Health" in verschiedenen Instituten und Abteilungen der Heinrich-Heine-Universität mit dem Gesundheitszustand und der Gesunderhaltung der Bevölkerung. Dabei werden die Wechselwirkungen zwischen der Gesundheit ganzer Bevölkerungsgruppen und speziellen Umweltbedingungen untersucht.
- Das Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF) wird getragen vom Zusammenschluss sieben renommierter medizinischer Fachgesellschaften und gefördert von Bundes- und Landesministerien. Erforscht werden umweltmedizinische Grundlagen auf höchstem Niveau, die dazu dienen sollen, die Gesundheitsvorsorge im Hinblick auf Umweltbelastungen zu verbessern und neue präventive Ansätze zu entwickeln.
- Eine hohe Kompetenz auf dem Gebiet der Diabetes- und Ernährungsforschung besteht in Düsseldorf durch das Deutsche Diabetes-Forschungsinstitut (DDFI). Es ist das größte Diabetesinstitut in Deutschland und das einzige, das von der Leibniz-Gesellschaft in die Förderung aufgenommen worden ist. Am Institut existieren vier Forschungsschwerpunkte: Immunologie-Typ-1, Insulinresistenz-Typ-2, Epidemiologie des Diabetes mellitus und Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus.
Partnerschaftsmodelle
Die Landeshauptstadt Düsseldorf und die vier Hochschulen beabsichtigen, die skizzierten Traditionen nicht nur fortzuführen, sondern ab 2005 durch zusätzliche Partnerschaftsmodelle auszubauen und zu institutionalisieren:
- Rückkehr der Kunstakademie an ihren Ursprungsort, wo ihr die Stadt das Erdgeschoss der ehemaligen Kunstgewerbeschule am Burgplatz mietfrei zur Verfügung stellt, damit sie dort in einer Galerie ihre Neue Sammlung aus der Zeit nach 1945 der Öffentlichkeit zugänglich machen kann – gefördert mit Städtebaufördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Den Investitionsbedarf von 2.630.000 € teilen sich Land und Stadt je zur Hälfte.
- Gründung eines An-Instituts für Gartenkunst und Landschaftskultur zusammen mit dem Kunsthistorischen Institut der Heinrich-Heine-Universität, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, der Stiftung Schloss und Park Benrath und der Stiftung Schloss Dyck, um Kunsthistorikern sowie Landschaftsarchitekten und -planern einen Masterabschluss und eine Promotionsmöglichkeit im Bereich der Gartenkunst und Gartenkunstgeschichte zu bieten.
- Eine "Law School Düsseldorf" ist in Form einer Zusammenarbeit der Heinrich- Heine-Universität mit ausgewählten Düsseldorfer Anwalts-Kanzleien geplant. An dieser zertifizierten Fortbildungsakademie sollen sich Juristen spezialisieren können (etwa als Patentanwalt).
- Stadt und Hochschulen vereinbaren, bei der Besetzung geeigneter Positionen grundsätzlich zu prüfen, inwieweit Professuren an den Hochschulen und Amts- oder Institutsleitungen der Stadt von ein- und derselben Person in Doppelfunktion wahrgenommen werden können. Bei der im Jahr 2006 anstehenden Neubesetzung der Leitung des Heinrich-Heine-Instituts der Stadt Düsseldorf soll dieser Weg erstmals beschritten werden.
- Die traditionelle "Sommerakademie" für einen internationalen Zuhörerkreis, an der sich alle Fakultäten der Heinrich-Heine-Universität mit Schwerpunktthemen beteiligen, findet ab 2005 nicht mehr auf dem Campus, sondern in der Innenstadt in städtischen Institutionen statt.
- Auf einem regelmäßigen "Düsseldorfer Forum" an zentralem Ort nehmen Wissenschaftler zu aktuellen Themen Stellung. Dazu werden hochkarätige Gastredner geladen.
- Im Stadtmuseum und im museum kunst palast sollen zwei Vorlesungsreihen ins Leben gerufen werden, in deren Rahmen regelmäßig Professoren aus allen Hochschulen Vorträge zu allgemein interessierenden Fragen halten.
- Der Austausch zwischen Stadt und wissenschaftlichen Einrichtungen wird durch eine eigene "Wissensbörse" ausgebaut, über die bei wissenschaftlichen Fragen oder Problemen die zuständigen Spezialisten befragt werden können.
Der Wissenschaftsrat Düsseldorf
Äußeres Zeichen des neuen Aufeinanderzugehens von Stadt und Düsseldorfer Wissenschaftseinrichtungen ist die Konstituierung des Wissenschaftsrats Düsseldorf unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Joachim Erwin und unter der Geschäftsführung des Verfassers als Schul- und Kulturdezernent der Stadt. Hierzu haben sich neben der Stadt alle Düsseldorfer Wissenschaftseinrichtungen zusammengeschlossen und als weitere Teilnehmer zunächst die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf- Mettmann, die Handwerkskammer Düsseldorf und den Industrieclub Düsseldorf hinzugebeten.
Der Wissenschaftsrat Düsseldorf soll das bereits geschilderte Netzwerk zwischen den Düsseldorfer Wissenschaftseinrichtungen untereinander wie auch mit der Stadt intensivieren und ausbauen. Daneben versteht er sich als Beratungsorgan und Forum für die Diskussion gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Streitfragen. Das Gremium wird sich regelmäßig (mindestens im halbjährlichen Turnus) treffen und die Ergebnisse seiner Überlegungen publik machen.
Um sich selbst einen "Motor" zu geben, hat der Wissenschaftsrat Düsseldorf als Erstes beschlossen, mit Hilfe städtischer Mittel zum Wintersemester 2005/2006 ein Institut für Wissenschaft als Wirtschafts- und Standortfaktor zu gründen und für dessen Leitung eine entsprechende Stadtprofessur auszuschreiben. Das Institut soll sowohl an die Heinrich-Heine-Universität wie auch an die Fachhochschule angegliedert und durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen den beiden Hochschulen und der Stadt errichtet werden. Der Wissenschaftsrat Düsseldorf soll den Beirat des Instituts bilden.
Aufgabe dieser Stadtprofessur wird es sein, Wissenschaft und Technologie als Wirtschafts- und Standortfaktoren zu untersuchen und praktisch weiterzuentwickeln. Es geht um die Bereitstellung geeigneter Instrumente und um die optimale Nutzung des vorhandenen Potenzials in Forschung und Innovation für die Stadt und die Region. Das geschieht in Zusammenarbeit mit der Kommune, den Hochschulen, der Wirtschaft und den Bildungseinrichtungen in Düsseldorf. Arbeitsfeld sind Netzwerke, in denen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur sowohl vertikal – von Schule bis Universität – wie horizontal – mit der Wirtschaft – zusammenwirken.
Als zweite Stadtprofessur soll Anfang 2005 eine Juniorprofessur für die Geschichte der Gartenkunst und Landschaftskultur eingerichtet und ausgeschrieben werden, die Forschungs- und Lehraufgaben sowohl am Kunsthistorischen Institut der Heinrich-Heine- Universität als auch in der Stiftung Schloss und Park Benrath übernehmen soll. Diese Professur könnte auch die Voraussetzungen dafür schaffen, das zwischen der Heinrich- Heine-Universität, der RWTH Aachen, der Stiftung Schloss und Park Benrath und der Stiftung Schloss Dyck geplante wissenschaftliche Institut für Gartenkunst und Landschaftskultur zu realisieren.
Für diese Aktivitäten stellt die Stadt im Haushaltsplanentwurf 2005 den Betrag von 150.000 € zur Verfügung, der im Jahre 2006 auf 225.000 € ansteigen soll.
Public-Private-Partnerships
Sollten Bund und Land die Hochschulen endlich in die Freiheit rechtlich selbständiger Stiftungen überführen, könnten die geschilderten historischen und aktuellen Beispiele von Public-Private-Partnerships in Düsseldorf die Basis für eine neue, die Freiheit von Wissenschaft und Kunst garantierende und deren Entwicklung fördernde Verflechtung von Kommune, Land und Bund auf der einen und Wirtschaftsunternehmen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern auf der anderen Seite bilden. Die Stadt wird sich hierbei zwar nur in einem begrenzten Umfang finanziell engagieren können, aber der Anfang einer Durchbrechung der bisherigen strikten Trennung von staatlichem und kommunalem Engagement in Sachen Wissenschaft ist gemacht. Jetzt muss es darum gehen, weitere Verbündete zu finden und mit diesen gemeinsam die Landesbürokratie dazu zu bringen, endlich "loslassen" zu können und weitere Partner im Boot der Hochschulen zuzulassen, ohne sich deshalb selbst finanziell zurückzuziehen. Nur so lassen sich die Kräfte zu einem dynamischen Entwicklungsprozess bündeln, wie ihn unsere Düsseldorfer Hochschulen und die anderen wissenschaftlichen Institutionen verdienen. Die Landeshauptstadt Düsseldorf steht jedenfalls für entsprechende Gespräche zur Verfügung.
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