Vittoria Borsò (Dekanin)

Wohin steuert die Philosophische Fakultät?


Die Philosophische Fakultät im historischen Wandel

Die Philosophische Fakultät ist eine der wenigen geisteswissenschaftlichen Fakultäten, die der Versuchung der 70er Jahre widerstand, sich in kleine Fachbereiche zu spalten. Unter ihrem Dach konnte sich eine Vielzahl von Fächern mit insgesamt 13 Instituten entwickeln. Von Anfang an waren im Spektrum der Disziplinen heterogene Fächer enthalten, von Klassischer Philologie bis hin zu den Sozialwissenschaften.

Als erste wissenschaftliche Einheit der Universität verabschiedete die Philosophische Fakultät 1996 ein neues Strukturmodell, das Zug um Zug umgesetzt wurde. Ausgangspunkt bei den Strukturüberlegungen war, dass die damalige Fakultätsstruktur durch eine Reihe von historisch bedingten Zufälligkeiten entstanden war. Es wurde darüber hinaus berücksichtigt, dass bis zum Jahre 2010 etwa 60 Prozent der derzeit anwesenden Professorinnen und Professoren in den Ruhestand treten werden. Deshalb war es notwendig, neue Zielvorstellungen zu entwerfen, zu verabschieden und einen "Fahrplan" für ihre Realisierung vorzulegen.

Als Ergebnis der Strukturplanungen wurden im Laufe der 90er Jahre zusätzlich zu den großen klassischen Fächern, die ursprünglich am traditionellen Berufsziel des Lehrers orientiert waren, wie Anglistik, Erziehungswissenschaft, Germanistik, Geschichte, Klassische Philologie, Philosophie und Romanistik, spezielle Fachrichtungen eingerichtet, die der gesellschaftlichen und technologischen sowie auch wissenschaftlichen Modernisierung entsprachen. Der Bezug auf das Profil der Landeshauptstadt als Stadt der Kunst und der Medien spielte dabei eine bedeutende Rolle.

Zu den Disziplinen, die die Fakultät vorwiegend durch die Umstrukturierungen der 90er Jahre – nahezu ausschließlich aus Umschichtungen eigener Stellen – etablieren konnte, gehören Computerlinguistik, Informationswissenschaft, Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Modernes Japan sowie Jiddische Kultur, Sprache und Literatur. Ab dem Wintersemester 2002/2003 kann an der Heinrich-Heine-Universität auch das Fach Jüdische Studien belegt werden.

Bei der 1996 von der Philosophischen Fakultät beschlossenen Neustrukturierung wurde über die Ebene der jeweiligen Institute eine neue Organisationsebene von vier so genannten affinen Fächergruppen gelegt, und zwar:

Grundlagenwissenschaften
Philosophie, Institut für Sprache und Information (Allgemeine Linguistik, Computerlinguistik, Informationswissenschaft)

Philologien
Anglistik/Amerikanistik, Germanistik, Klassische Philologie, Romanistik (Französisch, Spanisch, Italienisch), Modernes Japan

Geschichte
Historisches Institut (Alte, Mittelalterliche, Neuere, Neue und Neueste Geschichte, Osteuropäische Geschichte, Geschichte der Deutschen in Osteuropa), Kunstgeschichte, Jüdische Studien (ab 1. Oktober 2002) und Jiddische Kultur, Sprache und Literatur, das ab dem 1. Oktober 2002 ein Teilfach am Institut für Jüdische Studien sein wird.

Gesellschaftswissenschaften
Institut für Sozialwissenschaften (Soziologie, Politikwissenschaft, Medienwissenschaft), Erziehungswissenschaft, Sportwissenschaft (mit Schwerpunkt "Gesundheit und Sport")

Neues Strukturprinzip: Interdisziplinäre Forschungen

Die Grenzen zwischen diesen großen Schwerpunkten sind inzwischen fließend geworden, weil sich in vielen Fächern interdisziplinäre Formen von Kulturwissenschaft entwickelt haben, so dass sich die Fakultät immer mehr auf eine neue Struktur hinbewegt, die sich quer durch die affinen Fächergruppen zieht. Dies kann beispielhaft am Fach Modernes Japan demonstriert werden, das sich ausgesprochen kulturwissenschaftlich definiert, oder auch an Jiddisch und Jüdische Studien, für die philologische, historische und kulturwissenschaftliche Dimensionen gleichermaßen von Relevanz sind. Aus diesen Gründen hat die Fakultät 1999 Forschungszentren gegründet:


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Abb. 1: Forum der Forschungszentren (FFZ)


In den Forschungszentren arbeiten die Disziplinen gemeinsam an Schwerpunkten, die die Fakultät für die zukünftige Forschung für besonders relevant erachtet. Die Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät im Bereich der Ethik, der Definition des Körpers, der psychosomatischen Medizin und der Psychoanalyse ist seit Jahren fest etabliert.

Die in der Ellipse alphabetisch aufgeführten wissenschaftlichen Einrichtungen sind verwaltungstechnisch voneinander getrennt. Zur Erklärung der Graphik sei Folgendes angemerkt: Die Philologien (Anglistik, Germanistik, Romanistik) kooperieren bereits seit 14 Jahren im gemeinsamen Studiengang Literaturübersetzen (LÜ). Das Sozialwissenschaftliche Institut (SozWi) umfasst die Teilfächer Politikwissenschaft, Soziologie sowie Kommunikations- und Medienwissenschaft. Die Medienwissenschaft wird darüber hinaus separat aufgeführt, weil neben der sozialwissenschaftlichen Richtung durch mehrere Fächer auch eine kulturwissenschaftliche Orientierung vertreten wird. Beides ist im Forschungszentrum für "Kommunikation, Medien, Sprache und Information" angesiedelt.

Im gelben Kreis sind die sechs Forschungszentren angegeben. Es ist davon auszugehen, dass mit der Etablierung der Jüdischen Studien an der Heinrich- Heine-Universität ein siebtes Zentrum für Jüdische Studien gegründet wird, deren Mitglieder neben dem Institut für Jüdische Studien auch die Philologien und die Geschichte sein werden. Das FFZ dient der Implementierung der interdisziplinären Strukturen der Fakultät; insofern ist es eine strukturelle Innovation1. Als freier gemeinsamer Raum jenseits der Grenzen der Institute ist das FFZ ein Ort des vernetzten Denkens und des fächerübergreifenden Dialogs. Der wissenschaftliche Nachwuchs findet hier eine besondere Förderung.

Das FFZ stellt auch die strukturelle Verankerung einer langen Tradition interdisziplinärer Forschungen dar: Der Sonderforschungsbereich (SFB) 282 "Theorie des Lexikons" (Sprecher: Prof. Dr. Wunderlich, Lehrstuhl für Allgemeine Linguistik) besteht seit 1990 und wird Ende 2002 nach zwölf erfolgreichen Jahren auslaufen. Ebenfalls seit vielen Jahren etabliert ist das Forschungsinstitut für Mittelalter und Renaissance (FIMUR), in dessen Rahmen das Graduiertenkolleg 807 "Europäische Geschichtsdarstellungen" aus der Taufe gehoben wurde. Dieses Graduiertenkolleg wird ab Wintersemester 2002/2003 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und an der Fakultät etabliert werden. Der Sprecher ist Prof. Dr. Laudage, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte.

Zwölf Lehrstühle aus insgesamt zehn Fächern des Historischen Instituts und der Philologien sind am Graduiertenkolleg beteiligt, das im Forschungszentrum Europa (Ost- West-Verbund) angesiedelt ist. Der Wissenstransfer zwischen Ost- und Westeuropa sowie zwischen Deutschland und Frankreich wird untersucht.

Weiteres zentrales Thema gemeinsamer Forschungen sind interkulturelle Prozesse in Amerika (Nord- und Südamerika), Japan sowie in den englischsprachigen und frankophonen Kulturen im außereuropäischen Raum (Forschungszentrum Amerika und Ostasien/Globale Perspektive). Im Forschungszentrum "Kulturwissenschaftliche Grundlagenforschung" findet neben dem SFB 282 eine Forschungsinitiative zum Thema "Natur und Kultur als Konstrukt" statt. Im Forschungszentrum "Gesellschaftlicher Wandel" werden sozialwissenschaftliche Themen fokussiert. Zu erwähnen sind neben Parteienforschungen – im Rahmen eines gemeinsam mit der Juristischen Fakultät zu gründenden "Instituts für Parteienforschung" – auch von der Volkswagen-Stiftung geförderte Forschungen zu dem Thema "Determinanten und Wirkungen kommunaler Drogenpolitik auf Bevölkerung und Konsumenten in Abhängigkeit von der strafrechtlichen Praxis, polizeilicher Rechtsdurchsetzung und politischem Diskurs" (Prof. Dr. Reuband). Forschungen zu bildwissenschaftlichen Fragen werden neben der Kunstgeschichte auch von anderen Disziplinen durchgeführt und von der DFG gefördert (Germanistik).2

Die Schwerpunkte des FFZ wurden unter Berücksichtigung internationaler Forschungsentwicklungen festgelegt. Sie suchen darüber hinaus Möglichkeiten des Austauschs mit Wissenssektoren in anderen Fakultäten, etwa mit den Lebenswissenschaften in der Medizinischen und in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, und außerhalb der Universität durch den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Die interkulturellen und interdisziplinären Forschungen bestimmen auch die Profile der neuen Studiengänge. Die zweite Säule der Arbeiten in den Forschungszentren ist deshalb die Entwicklung interdisziplinärer Studiengänge. "Kulturwissenschaft und Medien" (Aufnahme: Wintersemester 2002/2003) und der in Planung befindliche Studiengang "Kulturhistorische Europa-Studien", der an das Graduiertenkolleg "Europäische Darstellungen" angelehnt ist, sind Beispiele hierfür.

Durch die Rechtsverordnung vom Mai 2001 hat das Ministerium die herkömmlichen Lehramtsstudiengänge an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf eingestellt. Die Philosophische Fakultät kann deswegen ab dem Wintersemester 2002/2003 keine neuen Lehramtsstudierenden zulassen. Wissensvermittlung, Bildung und Weiterbildung bleiben indes ein Forschungsschwerpunkt mit einer in der Wissensgesellschaft weiterhin steigenden Bedeutung.

Die Lehrerbildung gehörte zwar zum Kern der Philosophischen Fakultät, daneben fanden jedoch Neuentwicklungen statt, die von der Überzeugung geleitet wurden, dass literarische, künstlerische, historische und soziale Wissenstraditionen für die Orientierung der Gesellschaft von unmittelbarer Relevanz sind. In Forschung und Lehre haben sich deshalb – parallel zur Lehrerbildung – neue kulturwissenschaftliche Schwerpunkte etabliert. Neue Aufgaben sind entstanden, etwa im Bereich der Ethik, des kulturellen Gedächtnisses, der interkulturellen und sozialen Kommunikation sowie im Bereich der technisch-apparativen Medien und der Informationstechnologien.

Die Transformation zu Kulturwissenschaften ist nichts Modisches. Der Begriff "Kulturwissenschaft" wurde 1898 von Heinrich Rickert erstmalig vorgeschlagen, allerdings in der traditionellen Bedeutung der Pflege geistiger Güter (im Sinne höherwertiger Formen von Zivilisation). Der heutige Begriff kommt dagegen der lateinischen Etymologie näher, die durch das Verb colere den Zusammenhang mit "Landbau" betont.3 Diese Perspektive wurde in Deutschland durch Ernst Cassirer eingeführt, dessen Neokantianismus die Fähigkeit zur kulturellen Formung der Welt betonte4. Gewiss bleiben der Geist und seine Erzeugnisse die zentralen Gegenstände von Kulturwissenschaften. Geist ist aber nicht mehr ein bildungselitärer Begriff im Sinne des Schöngeistigen. Vielmehr umfasst er sämtliche Formen der lebensweltlichen, existentiellen und produktiven Aktivität des Menschen. Daraus ergibt sich, dass sich die kulturwissenschaftliche Reflexion auf das Ganze der Kultur – einschließlich der Sphären von Ökonomie, Technik und Natur – erstreckt. Die Anthropologisierung der Wissenschaft von der Natur und der Welt ist eine der Konsequenzen der Studien, die sich im europäischen und amerikanischen Kontext schon lange als Cultural Studies etabliert haben. Dieser Paradigmenwechsel hat eine wissenschaftshistorische Begründung und eine intrinsische Motivation, die ich in einem kleinen historischen Exkurs darstellen möchte.

Das Verhältnis von Geistes- und Kulturwissenschaften oder:
Wie die Philosophische Fakultät den Weg zu den Kulturwissenschaften gefunden hat

Der Begriff "Geisteswissenschaften" implizierte die u. a. auf den deutschen Idealismus zurückgehende klare Vorstellung der Grenzen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften, die sich nach ihrer Ausdifferenzierung im 18. und 19. Jahrhundert5 etablierten. Diese Vorstellung basierte auf der Antithese zwischen der Einheit von Geist und Geschichte einerseits und Natur und Wissenschaft andererseits. Zur Abgrenzung von den Naturwissenschaften definierten die Geisteswissenschaften ihren Bildungsauftrag im Sinne der Humaniora: Es sind dies jene Wissenschaften, die den Lernenden menschlicher oder zur Erlernung höherer Fakultäten befähigen soll – ein Bildungsziel, das – wie ich meine – trotz veränderter Gegenstände auch heute noch gelten sollte. Im Hinblick auf den Gegenstand sahen sich die Geisteswissenschaften mit den Humanitatis Studia, d. h. mit den alten artes liberales verbunden, die folgende Disziplinen umfassten: Philosophie, Historie, Antiquitäten, Poesie, Oratorie, Grammatik und Sprachen. Infolge der marxistischen Philosophie, aber auch im Rahmen der angloamerikanischen Philosophie erfuhren die Geisteswissenschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere aber nach dem Zweiten Weltkrieg, eine Neudefinition im Sinne von "Humanwissenschaften" (Humanities, Sciences Humaines6). Ihr Gegenstand, das "Humane", vereint Geistes- und Gesellschaftswissenschaften unter dem gleichen Dach – und zwar über die Grenzen der ursprünglich im Historischen und Philologischen gesehenen Kerndisziplinen hinaus. Das Spektrum der "Humanwissenschaften" umfasst seit dem 20. Jahrhundert im Prinzip eine Reihe scheinbar heterogener Fächer wie Literatur- und Kunstwissenschaft, Philosophie, Pädagogik und Psychologie, aber auch Jurisprudenz, Politikwissenschaft, Soziologie, bis hin zur Ethnologie.

Schon aus diesem kurzen Abriss erkennt man, dass die Grenzen zwischen den Disziplinen historische Konstruktionen sind, die auf ein bestimmtes methodisches und theoretisches Verständnis zurückgehen. Heute wissen wir, dass diese Grenzen kontingent sind. Moderne Wissenskulturen haben darüber hinaus die Notwendigkeit erkannt, den blinden Fleck ihrer Konstruktionen zu korrigieren. Dies erfordert eine Bereitschaft, die eigenen Grenzen zu überschreiten sowie die Fähigkeit, die jeweilige Position anderer Disziplinen zumindest vorübergehend einzunehmen. Diese mentale Mobilität verlangen heute die Gegenstände selbst, die nicht mehr durch strenge Grenzen zwischen den Wissenschaften zu erfassen sind; denn im Laufe des 20. Jahrhunderts sind die Grenzen zwischen Geist und Natur, Geist und Technik – oder noch fundamentaler zwischen Kultur und Natur – immer fließender geworden.

Technologische Innovationen als Chance für die Kulturwissenschaften

Technologische Innovationen und Zukunftsorientierung schienen zunächst die eher geschichts- und vergangenheitsorientierten Geisteswissenschaften in Legitimationszwänge zu bringen. Plötzlich waren die Geisteswissenschaften nicht mehr die Priester der Wahrheit. Aus dem Wegfall letztbegründeter Wahrheiten hat sich aber für die Geisteswissenschaften auch eine Chance ergeben. Wenn Grenzen überschreitbar erscheinen, die uns als sicher und eindeutig galten, verlieren auch bislang bestehende Deutungen des Menschseins wie auch Konzepte von "Bios" und "techné" ihre Geltung. Die Grenzauflösung verändert das Selbstverständnis der Wissenschaften auch in der naturwissenschaftlichen und medizinischen Forschung. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem der Rahmen unserer Vorstellungen in Bezug auf das, was ‘Mensch’ ist, grundlegend in Frage gestellt ist. Deshalb ist auch für alle Disziplinen, insbesondere im Bereich der Lebenswissenschaften, eine Notwendigkeit entstanden, sich der Deutung von der Wissenschaft des Menschen von Neuem zu versichern. Hier liegt die neue Chance der Kulturwissenschaften. Beachten wir das Beispiel von Konzepten des "humanen Körpers", dessen also, was im Sinne der politisch verbürgten, perfekten Biologie Geltung beansprucht ("bios" heißt im Griechischen die perfekte Existenz). Diese Konzepte des "humanen Körpers" sind historisch gewachsene Konstruktionen, die neu gedeutet werden müssen. In diesem Szenario haben die Kulturwissenschaften einen Aufklärungsauftrag, der sich auf folgende Gebiete beziehen kann:

Naturmythen und historische Konzepte, die trotz des technologischen Fortschritts bei der Interpretation der Daten immer noch mitschwingen, müssen bewusst gemacht werden.

Mit der Sequenzierung des menschlichen Genoms, dem Übergang von der somatischen Gentherapie zur Keimbahntherapie sind die Begriffe von Gesundheit und Krankheit ins Wanken geraten, denn niemand besitzt nunmehr ein ‘fehlerfreies’ Erbgut. Die neuen Techniken rücken also das Problem ins Blickfeld, was ‘fehlerhaftes’ Erbgut sei und geben den Reflexionen über den ‘perfekten Menschen’ neue Dynamik. Ethische Erklärungsmodelle werden von der Philosophie erwartet. Mithin scheinen sich auch die Trennungen zwischen Mensch und Maschine weitgehend aufzulösen, und die jeweilige Form dieser Grenzen haben Kunst und Literatur mit Verfahren, die zu einer analytischen Distanz einladen, schon seit den Anfängen des abendländischen Denkens reflektiert. Die antizipatorische Kraft von Literatur und Kunst – von den Utopien zu Science Fiction – ist dabei beachtlich.

Auch die neuen Vermittlungs- und Kommunikationstechnologien erfordern neue Formen, die auf diese Entwicklungen reagieren und sie reflektieren. Die neuen Technologien führen auch zu Veränderungen der Sehgewohnheiten. Hier sind die Bildwissenschaften zunehmend aufgefordert, Analyse- und Reflexionsverfahren zu entwickeln. Schließlich sind im Globalisierungsprozess Kompetenzen erforderlich, die zur Deutung der interkulturellen Wahrnehmungsprozesse, etwa der Bilder des Selbst und der Anderen, befähigen. Wir brauchen kulturelle und kulturhistorische Muster der Übersetzung zwischen den Kulturen, auch und insbesondere zwischen den Wissenskulturen.

Spätestens hier wird deutlich, dass die Unterscheidung zwischen den "Zwei Kulturen"7 und dem so genannten Szientismusstreit der 70er Jahre über die Rechtfertigung der Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden in den Geistes- und Sozialwissenschaften längst der Vergangenheit angehören. Die rasanten Innovationen in den Naturwissenschaften und in der Medizin zwingen dazu, das wieder zusammenzuführen, was in den Wurzeln der Universitas zusammengehörte: Die Wissenschaften des "Humanen", von der Medizin zu den Naturwissenschaften, der Jurisprudenz und der Ökonomisierung der Welt müssen wieder gemeinsam an der Deutung der Welt arbeiten.

In diesem Szenario hat sich der Übergang von Geistes- zu Kulturwissenschaften ereignet. Wolfgang Frühwald, ehemaliger Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und heutiger Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, gab mit der Denkschrift Geisteswissenschaften heute der vom Wissenschaftsrat und von der Westdeutschen Rektorenkonferenz eingesetzten Projektgruppe der geisteswissenschaftlichen Forschung eine wissenschaftspolitische Richtung: "Die Geisteswissenschaften sind der ,Ort‘, an dem sich moderne Gesellschaften ein Wissen von sich selbst in Wissenschaftsform verschaffen". Ihre Aufgabe ist, "dies in der Weise zu tun, dass ihre Optik auf das kulturelle Ganze, auf Kultur als Inbegriff aller menschlichen Arbeit und Lebensformen, auf die kulturelle Form der Welt, die Naturwissenschaften und sie selbst eingeschlossen"8, bezogen ist.Das Teilsystem "Kultur" wird zum Gegenstand einer Wissenschaft, die den Blick auf das Ganze mit einbeziehen muss und deren Wissenskulturen im Verbund mit den anderen Wissenschaften zu sehen sind. Ebenfalls als "Ganzes", das jede Einzelsphäre transzendiert, betrachtete schon Max Weber die "Kulturwissenschaften", zu denen er die Sozialwissenschaft rechnete, und zwar in der Art, in der er sie betrieb. Kulturwissenschaften sind alle Disziplinen, "welche die Vorgänge des menschlichen Lebens unter dem Gesichtspunkt ihrer Kulturbedeutung betrachten"9. Sie haben schon nach Max Weber eine Orientierungsfunktion.10 Heute bezieht sich ihre Orientierungsfunktion auf die Analyse technologischer Entwicklungen hinsichtlich des gesellschaftlichen Sinns der technischen Modernisierung, der Konstruktion kultureller Identitäten und Gedächtnisse beim globalen Zusammenleben der Kulturen, der Ethikdebatte in der Medizin, der Definition des Körpers, der Grenzen des Lebens, des Rechts auf Freitod usw. Die Kategorie ‘Geschlecht’ und die Konstruktion von Geschlechterbildern sind in diesen Fragestellungen mit einbegriffen.11 Auf eine Formel gebracht: Die Kulturwissenschaften müssen analytische Konzepte für die kritische Evaluation gesellschaftlicher Prozesse erarbeiten und kognitive Muster für die Komplexitätsreduktion von immer vielfältiger und konflikthafter werdenden Phänomenen und Wissenssystemen bereitstellen.

Die Entscheidung, trotz der Beibehaltung des Zieles (Humaniora) und des Gegenstandes (das Humane) den Begriff Geist durch den der Kultur zu ersetzen, hat auch bedeutende Konsequenzen für die Festlegung der Schwerpunkte in Forschung und Lehre:

  1. Der Ersatz von "Geist" durch "Kultur" führte zu einer Öffnung gegenüber vielfältigen Facetten der Bedeutung des Humanen. Nur als Beispiel: Für die historischen Wissenschaften führte die kulturwissenschaftliche Perspektive z. B. zu einer Transformation im mentalitätsgeschichtlichen Sinne. Geschichte war nicht mehr die Beschäftigung mit "körperlosen Intelligenzen"12. Mentalitätsgeschichte meinte die Untersuchung von Entstehung, Umbildung und Funktion der kollektiven, mentalen, ethischen und affektiven Dispositionen des Menschen im Prozess der Geschichte, also etwa der Einstellungen zum Tod und zur Sexualität, zur Familie und zur Arbeit.
  2. Die Disziplinen, die an kulturwissenschaftlichen Themen arbeiten, sind nicht mehr allein nach dem Prinzip der Affinität zu fassen, sondern werden sich mehr und mehr nach transdisziplinären Prozessen in Forschung und Lehre strukturieren, wie anhand des Forums der Forschungszentren bereits dargestellt.

Im Folgenden nenne ich einige jener Schwerpunkte, die quer durch die Disziplinen verlaufen, und die auch die mittelfristigen Ziele der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität darstellen.

Aktuelle Paradigmen der Kulturwissenschaften an der Heinrich- Heine- Universität in Forschung und Lehre

1. Medien-, Kommunikations- und Informationswissenschaft

Nach der Implementierung von Medien und Informationstechnologien in der Landeshauptstadt stellen erstens für die Philosophische Fakultät die Medien und Netzwerktechnologien einen Standortfaktor dar. Auch deswegen weist die Philosophische Fakultät der Ausbildung für Medienberufe einen prominenten Platz zu. Gleichzeitig sind aber Medien für die empirischen und analytischen Disziplinen zu einem Gegenstand von Grundlagenforschung geworden. Die Erforschung des Mediums hat die Disziplinen dadurch erneuert, dass sie das Verhältnis zwischen kulturellen Inhalten und den technisch-apparativen Medien zum Thema gemacht und entsprechende Methoden entwickelt haben. Die Untersuchung der Medien erfolgte im Hinblick auf die soziale Wirkung der Medien und Kommunikationstechnologien sowie auf die kommunikative Relevanz von Medieninhalten. Letzteres wird sowohl durch Wirkungsanalysen mit Schwerpunkt auf qualitativen und quantitativen Erhebungsmethoden (sozialwissenschaftlich orientierte Medien- und Kommunikationswissenschaft13) als auch durch kulturwissenschaftliche Inhaltsanalysen mit Schwerpunkt auf linguistischen, hermeneutischen und diskursanalytischen Methoden erreicht. Diese Orientierung der Medienwissenschaft gründet u. a. auf der These, dass Kommunikation und Medium bzw. Kommunikation und Informationsvermittlung nicht das Gleiche sind. Mediennutzung bedeutet nicht notwendigerweise Kommunikation. Darin liegt auch das Forschungsziel des SFB "Kulturwissenschaft und Medien"14 an den Universitäten Köln, Aachen und Bonn. Die Analyse von Medieninhalten in modernen, globalisierten Kulturen impliziert neben ästhetischem, ethischem und gesellschaftlichem Wissen auch eine Expertise über die anderen Kulturen, über die interkulturelle Wahrnehmung und über interkulturelle Verständigungsprozesse. Neben der ästhetischen und ethischen Analyse der Medieninhalte liegt in der interkulturellen Medienkommunikation das besondere Profil der kulturwissenschaftlichen Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität.

Zwei integrierte Studiengänge mit gemeinsamen Schnittstellen, aber speziellen Profilen übernehmen diese Aufgaben:

  • BA Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie, Kommunikations- und Medienwissenschaft). Die ersten Absolventinnen und Absolventen dieses erfolgreichen Bachelorstudiengangs werden im Sommersemester 2002 ihr Studium abschließen. Es wird eine sehr hohe Abschlussquote in der Regelstudienzeit erwartet (ca. 60 Prozent).

    Ein MA Sozialwissenschaften mit einer Schwerpunktoption (Politikwissenschaft oder Soziologie) wird im Wintersemester 2002/2003 aufgenommen.

  • BA Kulturwissenschaft und Medien (Geschichtswissenschaften, Philologien, Philosophie, Pädagogik) wird ab dem Wintersemester 2002/2003 angeboten.

Informationswissenschaft wird zurzeit als Magister-Nebenfach angeboten. Es wird in Zukunft in die Bachelor-Struktur der Fakultät integriert.

2. Geschichte und Gegenwart als Thema der Kulturwissenschaften

Europäische Perspektive
In einer Welt, in der mit den neuen Technologien die Archive einen so beträchtlichen Anteil an der Alltagskultur haben, erhalten die Historischen Wissenschaften eine ganz besondere Rolle. Auch und gerade die Wissenskulturen, die zur aktiven Mitgestaltung der modernen Welt befähigen sollen, können auf das Wissen über die Vergangenheit nicht verzichten.

Denn Innovation entsteht auf der Basis der Tradition – gewiss einer Tradition, die in ihrer Begegnung mit der Gegenwart verändert wird. Das Wissen über vergangene Weltdeutungen, Ereignisse, Konflikte, Traumata, die, ohne direkt sichtbar zu sein, wiederkehren, hilft, das kulturelle Gedächtnis, Bilder und Phänomene der Gegenwart zu verstehen. Historisch tradierte Kognitionsmuster und Mythen sind überdies Organisationsstrukturen, die u. a. komplexitätsreduzierend wirken und daher in der medialen Kommunikation unseres Alltags häufige Verwendung finden. Um die These pointiert zu vertreten: Je moderner die Technologien, desto antiker sind die kognitiven Muster ihrer Organisation. Antike Mythen, etwa die der griechischen und römischen Kultur, sind deshalb heute keine musealen Gegenstände mehr; sie bewohnen vielmehr die Bilderwelt unserer Gegenwart. Eine Philosophische Fakultät braucht schon aus diesen Gründen eine Klassische Philologie.

Die Geschichtswissenschaften, zu denen die Kunstgeschichte gehört, arbeiten in diesem Feld eng zusammen mit den Philologien. Ein gemeinsames Gebiet betrifft ganz besonders die Konstruktion einer europäischen Identität, die Integration der Nationen in eine gemeinsame europäische Welt, aber auch die Entwicklung von plurilinguistischen Kompetenzen zur Pflege der Vielfalt von Sprachen, Traditionen und Kulturen, die das kulturelle Emblem des europäischen Kontinents sind. Europa wird aus Erinnerungskulturen und ihren Darstellungen entstehen. Dazu gehört ganz besonders die Beweglichkeit von Kulturen innerhalb des Kontinents. Diese Beweglichkeit, die kulturellen Begegnungen und wechselseitigen Beeinflussungen sowie die gemeinsame Konstruktion von Wissen sind besondere Merkmale des Europäischen als historisch gewordener Prozess. Regionale Räume, wie sie z. B. in der Älteren und Neueren Germanistik untersucht werden (grenzüberschreitende Niederrhein-Region in der Mittelalterlichen Literatur und im modernen Theater), sind wichtige Bausteine eines Europäischen Gedächtnisses, das sich transnational versteht.

Neben dem Graduiertenkolleg "Europäische Geschichtsdarstellungen" wurde im Sozialwissenschaftlichen Institut eine Professur für Europa-Politik und Internationale Beziehungen eingerichtet, die sich mit den europäischen Integrationsprozessen im internationalen Kontext beschäftigt. Eine Forschungsinitiative Nordrhein-Westfalen und Europa (FINE) besteht in der Politikwissenschaft seit einigen Jahren. Eine Jean- Monnet-Professur, die Phänomene der europäischen Integration in der Lehre thematisiert, ist seit 2001 am Historischen Institut etabliert.

Globale Perspektive
Der Ersatz von "Geist" durch "Kultur" hat für das moderne ebenso wie für das historische Wissen weitere Folgen hinsichtlich der kognitiven Kartographierung der Welt. Kultur als "Inbegriff aller menschlichen Arbeit und Lebensformen" (Frühwald) ist eine politische Aussage, die die Gleichberechtigung aller kultureller Formen impliziert und die hegemonialen Unterschiede zwischen Zentrum, Peripherie, Hoch- und Subkultur außer Kraft setzt. Kulturwissenschaft ist also auch eine Wissenschaft, die eine sie qualifizierende methodologische wie auch ethische Entscheidung getroffen hat, adäquate Erklärungen zur globalisierten Verfassung der modernen Welt zu entwickeln. Ein bedeutendes interdisziplinäres Thema, das zu entsprechenden Studiengängen führen wird, bilden die globalen Kulturen (Nord- und Südamerika, Japan, New English Cultures und Frankophonie).

Bei den Studiengängen zur europäischen und insbesondere zur globalen Perspektive wäre eine Kooperation mit der Wirtschaftswissenschaft wünschenswert.

3. Innovationen in der Lehre

Wie in der Forschung sind auch in der Lehre Traditionsbewusstsein und Innovation die Leitmotive des Bildungsauftrages der Philosophischen Fakultät.

Magisterstudiengänge werden nach und nach durch gestufte Bachelor-/Masterstudiengänge ersetzt. Eine Ausnahme bildet der seit 1990 erfolgreiche Diplomstudiengang Literaturübersetzen. Es ist der einzige grundständige Studiengang Europas, in dem LiteraturübersetzerInnen berufsbezogen ausgebildet werden. Alle Absolventinnen und Absolventen konnten bislang erfolgreich im Beruf integriert werden.

Bachelorstudiengänge bestehen zum einen als Kernfach-Studiengänge in Verbindung mit einem Ergänzungsfach, zum anderen aber auch als integrierte Studiengänge, in denen mehrere Fächer ein gemeinsames Lehrangebot gestalten. In allen BA-Studiengängen gibt es einen allgemeinen Wahlbereich, der es den Studierenden ermöglicht, zusätzliche Schlüsselkompetenzen, wie z. B. vermittlungswissenschaftliche Fähigkeiten und so genannten social skills zu erwerben.

Dieses gestufte Ausbildungsmodell – eine Erprobungsphase von fünf Jahren ist vorgesehen – dient u. a. auch dazu, den veränderten Anforderungen an das Qualifikationsprofil der Absolventinnen und Absolventen besser gerecht zu werden. Die BA-Studiengänge zeichnen sich durch die systematische Planung fächerübergreifender Lerninhalte aus. Die Fakultät kann hier auf ihre über zehnjährige Erfahrung im Bereich interdisziplinärer Studiengänge, wie z. B. Literaturübersetzen und Medienwissenschaft, zurückgreifen. Besonderheiten im Lehrprogramm:

  • Im Bereich der Philologien ist neben dem Studiengang Literaturübersetzen das "Studienreformprojekt Germanistik" profilbildend. Es ist ein bundesweit modellhaftes Projekt, in dem der Berufsbezug des Studiums eine wesentliche Rolle spielt und das vom Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung bis 1999 als "Leuchtturm-Projekt" geführt wurde. Die Fakultät hat mit der Etablierung einer Professur für "Theorie und Praxis der Schrift" die Fortsetzung des Projektes sichergestellt.
  • Bachelorstudiengänge sind leistungs- und ergebnisorientiert, fachübergreifend, berufs- und praxisbezogen. Wissensvermittlung und Wissensmanagement, kommunikative Kompetenz, Multimediakompetenz sind Teil der Curricula. In Integrationsstudiengängen bieten mehrere Fächer aufeinander bezogene Module an.
  • Das Sozialwissenschaftliche Institut hat im Wintersemester 1999/2000 einen Bachelor-Integrationsstudiengang Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie) etabliert. Die erste Studierendengeneration wird im Sommersemester 2002 ihr Studium abschließen. Vom Wintersemester 2002/2003 an wird ein Masterstudiengang an diesen Bachelorstudiengang angeschlossen sein.
  • Vom Wintersemester 2002/2003 an wird die Medienkultur Gegenstand eines neuen Bachelor-Integrationsstudiengangs sein, dem BA-Studiengang Kulturwissenschaft und Medien.
  • Mit diesen Studienprofilen trägt die Fakultät den Entwicklungen in Multimedia- und PR-Berufen in der Medienstadt Düsseldorf Rechnung.
  • Jüdische Studien sind ab 1. Oktober 2002 an der Heinrich-Heine-Universität etabliert. Zusammen mit Jiddische Kultur, Sprache und Literatur stellen sie einen international bedeutenden, in dieser Kombination einmaligen Schwerpunkt von höchster Attraktivität dar. Ein Zentrum für Jüdische Studien wird auch in Zusammenarbeit mit den historischen Wissenschaften und den Philologien gegründet.

Fakultätseigene Firmengründung

Das Institut für Internationale Kommunikation (IIK) ist ein eingetragener Verein, der mit der Heinrich-Heine-Universität zusammenarbeitet und seit über zehn Jahren Fortbildungen in verschiedenen Sektoren – von Internet für DAAD-Stipendiaten bis Wirtschaftsdeutsch – anbietet. Das Institut finanziert nicht nur sich selbst, sondern fördert seit Jahren in umfangreichem Maße internationale Projekte der Universität.

Weiterbildungsangebote und Summer School

Das Anglistische Institut hat an der Philosophischen Fakultät mehrere Summer Schools veranstaltet. Nachdem der Lehrstuhl für Mittelalterliche Literatur und Historische Linguistik (Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Busse) vor einigen Jahren das anspruchsvolle Programm einer Summer School für deutsche und internationale Studierende ins Leben gerufen hat, fand vom 14. Juli bis 3. August 2002 das First Special Linguistic Summer Program an der Heinrich-Heine Universität statt. Der Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft (Univ.-Prof. Dr. Dieter Stein) hat zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft und der Linguistic Society of America international renommierte Referenten aus den USA, Israel, England, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland dazu eingeladen, eine Gruppe von über 200 internationalen Studierenden über die neuesten Entwicklungen dieser vielseitigen Disziplin zu unterrichten. Hauptvorträge zeigten das breite Spektrum auf internationalem Spitzenniveau. Themen wie "Sprachfähigkeit: Struktur, Biologie, Kultur", "Sprachevolution", "Language Disorders" dokumentierten u. a. die Bedeutung des Dialogs mit den Naturwissenschaften für diese Disziplin.

In der Weiterbildung kann die Philosophische Fakultät Kompetenzen vermitteln, die für neue Berufsfelder immer wichtiger werden. Das Programm umfasst Kommunikation, interkulturelle Kommunikation, Sprache und Informationstechnologien, Medienpädagogik und Multimedia, Beratung und Erwachsenenbildung, Fitness und Gesundheit. Die Weiterbildung, die seit 2002 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Internationale Kommunikation e.V. (IIK) erfolgt, muss in Zukunft gestärkt werden.

Kooperationen mit außeruniversitären Institutionen

  • Kooperation mit Düsseldorfer Unternehmen
    • Workshops "Geisteswissenschaften und Arbeitsmarkt"
    • Etablierung einer webbasierten Praktikumsbörse der Philosophischen Fakultät ("Media Rookies", zu erreichen über die Homepage der Philosophischen Fakultät)

  • Kooperation mit dem Fachbereich Design der Fachhochschule Düsseldorf (Bachelor- Integrationsstudiengang Kulturwissenschaft und Medien)

Internationale Partnerschaften

Université Nantes (Frankreich) seit 11. Mai 1973
Università Federico II, Neapel (Italien) seit 25. März 1985
Universität Peking (China) seit 1. Juli 1987
Universidad de Alicante (Spanien) seit Dezember 1987
University of Reading (Großbritannien) seit 13. Dezember 1988
University of California at Davis (USA) seit 10. Oktober 1990
Karls-Universität, Prag (Tschechien) seit 18. März 1998
Keio Universität, Tokio (Japan) seit 4. Februar 1999

Zusätzliche bilaterale Beziehungen (Studierenden- und Dozentenaustausch, Erasmus)

Frankreich: Strasbourg
Italien: Rom, Triest
Spanien: Alicante, Cáceres, Cádiz, Salamanca, Madrid, Santiago de Compostela
England: Reading

Bibliographie

BÖHME, Hartmut, Peter MATUSSEK und Lothar MÜLLER (Hrsg.). Orientierung Kulturwissenschaft. Was sie kann, was sie will. Reinbek bei Hamburg 2000.

CASSIRER, Ernst. An Essay on Man. An Introduction to a Philosophy of Human Culture. New Heaven u. a. 1964; dt.: Was ist der Mensch? Versuch einer Philosophie der menschlichen Kultur. Stuttgart 1960.

CASSIRER, Ernst. Wesen und Wirkung des Symbolbegriffs. Darmstadt 1969.

DIEMER, Alwin. "Die Differenzierung der Wissenschaften in Natur- und Geisteswissenschaften", in: Alwin DIEMER. Studien zur Wissenschaftstheorie 1. Meisenheim am Glan 1968.

DIEMER, Alwin. "Die Trias Beschreiben, Erklären, Verstehen", in: Alwin DIEMER. Studien zur Wissenschaftstheorie 6. Meisenheim am Glan 1971.

FRÜHWALD, Wolfgang, Hans Robert JAUSS, Reinhard KOSELLEK, Jürgen MITTELSTRASS und Burkhart STEINWACHS. Geisteswissenschaften heute. Frankfurt am Main 1991.

FRÜHWALD, Wolfgang, Hans Robert JAUSS, Reinhard KOSELLEK, Jürgen MITTELSTRASS und Burkhart STEINWACHS. "Palimpsest der Bildung. Kulturwissenschaft statt Geisteswissenschaft", Frankfurter Allgemeine Zeitung (8.5.1996), 41.

JÄGER, Georg und Jörg SCHÖNERT (Hrsg.). Wissenschaft und Berufspraxis. Angewandtes Wissen und praxisorientierte Studiengänge in den Sprach-, Literatur-, Kultur- und Medienstudiengängen. Paderborn 1997.

MARQUART, Odo. "Über die Unvermeidlichkeit der Geisteswissenschaft", in: Odo MARQUART. Apologie des Zufälligen. Philosophische Studien. Stuttgart 1986, 98-116.

RAULFF, Ulrich. Vom Umschreiben der Geschichte. Neue historische Perspektiven. Berlin 1986.

RENAN, Ernest. L’avenir de la science. Oeuvres complètes. Herausgegeben von Henriette PSICHARI. Bd. 3. Paris 1949.

SCHMIDT, Siegfried J. und Guido ZURSTIEGE. Orientierung Kommunikationswissenschaft. Was sie kann, was sie will. Reinbek bei Hamburg 2000.

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Letzte Änderung: 17.01.2006, 10:56
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