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Chronicles

by Thorsten Henze last modified 2009-12-02 10:58



2009 / 2010:

Auch die diesjährige Moot Court Saison an der Heinrich-Heine-Universität startete mit der nunmehr 3. Düsseldorf International Arbitration School. Neben Moot Court Teams aus ganz Europa, gelang es den Organisatoren auch eine Reihe junger Praktiker und Referendare aus allen Teilen der Welt, für die Arbitration School zu begeistern. Kaum war die diesjährige Veranstaltung beendet, begann bereits die Plannung für das nächste Jahr.

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung erklärten die beiden langjährigen Vorstandsmitglieder Thorsten Henze und Daniel Drissen ihren Rücktritt. Beide wurden für ihre Verdienste rund um die DMA sowie die Düsseldorfer Moot Court Tradtition zu "Honorary Chairman" ernannt.

Zum neuen Vorstand wurden Maximilian Eisenmann, Michael Vetter, Richard Ellwood und Pierre-André Brandt gewählt.


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Ein Teil des neuen Vorstandes und der Rechnungsprüfer im akademischen Jahr 2009/2010: Von rechts nach links: Peter Henning (Rechnungsprüfer), Max Eisenmann (Vorstand für Finanzen), Pierre André Brandt (Vorsitzender des Vorstandes), Daniel Kühn (Rechnungsprüfer).

2008 / 2009:

Sobald eine Veranstaltung im Rheinland zum zweiten Mal stattfindet, dann spricht man von Tradition - diese Bedingung hat die II. Düsseldorf International Arbitration School erfüllt: Die Moot Court Saison 2008/2009 hat mit einer hochkarätig besetzen Einführungsveranstaltung begonnen.

Auch die Beteiligung an den Wettbewerben verlief überaus erfolgreich.
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2007/2008: Expansion - Wirtschafts- und Völkerrechtler unter einem Dach / Neue Formate

Der Vorstand

Der Vorstand der Düsseldorf Moot Association im akademischen Jahr 2007/2008: Verena Meurers, Thorsten Henze, Alexandra Diehl und Daniel Drissen (v.l.n.r.)


Seit Juli 2007 gehören der DMA auch ehemalige Teilnehmer an völkerrechtlichen Moot Courts an. Damit ist ist die Düsseldorf Moot Association zur Plattform für die Teilnahme der Juristischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität an den Moot-Wettbewerben geworden. Durch die gemeinsame Teilnahme an Rhetorikseminaren und ein fachübergreifendes Coaching werden Ressourcen gebündelt und die Vorbereitung der einzelnen Teams professionalisiert. Denn längst hat sich das Mooting als ein wichtiger Baustein in der Juristenausbildung weltweit etabliert. Die Teilnahme an Moot Courts vermittelt eine wertvolle Erfahrung, die man nicht aus Büchern lernen kann.

Die Düsseldorfer Moot Teams nehmen mit großzügiger Unterstützung des Freundeskreises der juristischen Fakultät an einer Vorbereitungsreise teil, die Probepleadings in Boston (Suffolk Univerity / Harvard University) und New York (Fordham Pre-Moot und verschiedene Anwaltskanzleien) umfasst.

Die DMA gibt sich ein ein eigenes Logo: Das Logo des Vereines ist an den sog. „Düsseldorfer Radschläger“ angelehnt, einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.  Der Ursprung des „Radschlägers“ ist nicht vollständig geklärt: Nach der Legende sollen Kinder nach der Schlacht von Worringen und dem triumphalen Erfolg des Grafen Adolf von Berg über die Kölner in den Straßen der Stadt hohe Räder geschlagen haben. Düsseldorf erhielt nach dem Sieg von Worringen seine Stadtrechte.

Über die Weitergabe der Erfahrung hat sich die Düsseldorf Moot Association zu einer Quelle neuer Ideen und Formate erwiesen. Aus der erstmals 2006 für die damaligen Teilnehmer des Vis Moot Courts veranstalteten Vorbereitungswoche ist die "Düsseldorf International Arbitration School" geworden. Gemeinsam mit Düsseldorfer Anwaltskanzleien und der DIS40 Rhein / Ruhr haben zudem vom 8. bis 10. März 2008 die "Düsseldorf Moot Pre-Rounds" mit einem spannenden Finale im Oberlandesgericht stattgefunden.

2006/2007: Erfolgreiche Vereinsgründung

Nach der ersten erfolgreichen Teilnahme stellte sich die Frage, wie das Projekt "Vis Moot" auch für die Zukunft gesichert werden könnte. Vor allem aber ging es darum, den „Pioniergeist“, die Begeisterung und den Schwung der ersten Teilnahme in die nachfolgenden Studentengenerationen zu tragen. Daniel Drissen, Henning Heinrich, Thomas Linßen, Sonat Ertürk, Julia Markova, Oliver Talhoff, Jan Rudolph und Thorsten Henze gründeten deswegen 2006 die Düsseldorf Moot Association (DMA).Die DMA ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der „Moot Court-Kultur“ und der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit an der Heinrich-Heine-Universität. Der Verein versteht sich als Vermittler zwischen aktuellen Moot Court-Teilnehmern und „Alumni“, als Plattform für den Austausch zwischen Hochschule und Praxis. Der Zweck des Verein ist nach § 1 Abs. 2 der Satzung die Förderung der Bildung durch Ermöglichung und Förderung der Teilnahme von Studierenden der Juristischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an Verfahrenssimulationen im Sinne von § 25 Abs. 2 S. 1 Nr. Juristenausbildungsgesetz Nordrhein-Westfalen idF 11. März 2003. Aufgrund seines Zwecks ist der Verein vom Finanzamt Düsseldorf-Süd als gemeinnützig anerkannt. Organe des Vereins sind das Executive Board (Vorstand), die Mitgliederversammlung sowie das Board of Trustees (Kuratorium). Jedes Vorstandsmitglied ist einzelvertretungsberechtigt. Zu den ersten Mitgliedern des Executive Boards wurden Daniel Drissen, Catharina Dehnen und Thorsten Henze gewählt. Das zweite Vis Moot Team 2006/2007 der Düsseldorfer Fakultät nimmt nicht nur an den Finalrunden in Wien, sondern auch in Hong Kong teil. 

2005/2006: Erste Teilnahme eines Düsseldorfer Teams beim Willem C. Vis Moot Court

 

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Die Idee zur Teilnahme am Willem C. Vis Interntational Commercial Arbitration Moot Court neben den Teams für die völkerrechtlichen Moots wird kurz vor Weihnachten 2004 im Freundeskreis geboren. Glücklicherweise findet sich Prof. Dr. Ulrich Noack bereit, das Vorhaben zu betreuen. Zudem gewinnen die ersten Düsseldorfer Vis-Mooties die Unterstützung von Prof. Siegfried Elsing, der das Vorhaben von Anfang an fachlich begleitet. Er macht sich in der Düsseldorfer Anwaltschaft auch für finanzielle Unterstützung stark und ermöglicht so die Teilnahme.

Die Teilnehmer stoßen bei ihren Probeplädoyers in Düsseldorfer und Kölner Anwaltskanzleien auf Begeisterung über ihr Engagement. Schnell steht fest: Das Projekt "Vis Moot" muss fortgesetzt werden.

Seit 1997: Völkerrechtliche Moot Courts an der Uni Düsseldorf

Im Sommer 1997 startete Frau Professor Juliane Kokott, inzwischen Generalanwältin am EuGH, als damalige Völkerrechts-Professorin an der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf den ungewöhnlichen Versuch, ein völkerrechtliches Seminar für das Wintersemester auszuschreiben, das aus der Teilnahme an einem Moot Court-Wettbewerb bestand.

Die Neugierde vieler Studenten wurde geweckt, da dieser aus den Vereinigten Staaten stammende Begriff in der deutschen Juristenausbildung zu jenem Zeitpunkt weitgehend unbekannt war. Die durch den Lehrstuhl erteilten Informationen machten dann jedoch schnell klar, dass es sich hier um eine Veranstaltung handelte, deren Anforderungen nicht mit denen eines „normalen“ Seminars vergleichbar waren.

Für die Teilnahme an den „simulierten Gerichtsverhandlungen“ waren drei Monate Arbeit notwendig, um in einem Team von 2-4 Studierenden die Schriftsätze aus Sicht beider Parteien eines fiktiven, aber wirklichkeitsnahen Falles, zu erstellen. Im Anschluss folgten weitere zwei Monate, um sich auf die Herausforderung der mündlichen Verhandlungen vorzubereiten, bei denen man vor Gerichten, bestehend aus internationalen Richtern, Anwälten und Professoren plädieren musste. Erschwerend kam hinzu, dass die jeweilige Amtssprache entweder Englisch oder Französisch war und man sich neben dem neuen Fachgebiet Völkerrecht auch noch in eine neue Fachterminologie einarbeiten musste. Somit war klar, dass die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb in jedem Fall mit dem Verlust eines Semesters verbunden sein würde.

Dennoch war die Resonanz überwältigend. Auch wenn die Düsseldorfer Fakultät zu jenem Zeitpunkt die kleinste juristische Fakultät in Deutschland mit nur 90 Studenten pro Jahrgang war, konnten gleich drei Teams für drei verschiedene Wettbewerbe gebildet werden, die zudem sehr erfolgreich waren. So konnte das Düsseldorfer Team bei seiner ersten Teilnahme die deutsche Vorausscheidung des von der Universität Leiden zu Ehren des niederländischen Juristen Ben Telders organisierten englischsprachigen „Telders Moot Court“ gewinnen, was sie zur Teilnahme an der Finalrunde beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag berechtigte. Auch das französischsprachige Team Düsseldorfs, das beim „René Cassin“-Moot Court in Strasbourg teilnahm, überzeugte durch einen Platz unter den ersten Zehn und als bestes nicht-muttersprachliches Team in einem internationalen Teilnehmerfeld. Die dritte Delegation war beim größten und traditionellsten Völkerrechtswettbewerb, dem nach einem amerikanischen Richter und Diplomaten benannten „Philip C. Jessup-Moot Court“, am Start, bei dem für den deutschen Sieger eine Reise nach Washington verbunden mit der Teilnahme am dortigen Finale winkt.

Dieses Auftaktjahr bildete den Beginn einer inzwischen schönen Tradition an unserer Fakultät. In jedem Jahr ist mindestens ein Team bei einem völkerrechtlichen Moot Court-Wettbewerb beteiligt gewesen. Als Professorin Kokott nach Heidelberg wechselte, übernahm ihr Nachfolger am Lehrstuhl, Professor R. Alexander Lorz, die Aufgabe der Organisation mit großem Enthusiasmus. So konnten in der vergangenen Dekade einige schöne Erfolge verzeichnet werden; zweimal wurde die Deutsche Vorausscheidung des Telders Moot Court gewonnen, in den jeweiligen Folgejahren wurde dieser Wettbewerb dann in unserer Universität ausgerichtet.

Doch es sind nicht diese individuellen Resultate, welche besonders hervorzuheben sind: vielmehr verbindet die Teilnehmer das unvergleichliche Gefühl, für ein Semester aus ihrem Studienalltag ausgebrochen zu sein, um als Team aus Anwaltssicht in einer fremden Sprache in einem weitestgehend unbekannten Rechtsgebiet argumentieren zu lernen und sich dabei auch noch in der mündlichen Verhandlung vor „echten“ Richtern bewähren zu können. Auf diese Weise wird eine Streitkultur entwickelt, welche durch das normale Studium nicht erworben werden könnte.

So verwundert es nicht, dass trotz des immensen Aufwandes der für einen solchen Wettbewerb notwendig ist, alle ehemaligen Teilnehmer sich rückblickend immer wieder für eine Teilnahme entscheiden würden und den Moot Court als einen der Höhepunkte ihres Studiums ansehen. Folglich sind sie alle auch gerne bereit, ihre Erfahrungen an die neuen Teams weiterzugeben. So gehören Probepleadings vor einem Richter-Panel aus ehemaligen Teilnehmern ebenso wie regelmäßige „Alumni-Workshops“ zur Düsseldorfer Moot Court-Tradition. Dies wird abgerundet durch eine umfassende Betreuung des Lehrstuhls von Professor Lorz, bei dem viele Mitarbeiter vor allem außerhalb ihrer Arbeitszeit viel Mühe und Unterstützung in das Moot Court-Projekt investieren