2008 Düsseldorf International Arbitration School
II. Düsseldorf International Arbitration School
Der
Dekan der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Dirk Looschelders,
eröffnete am Montag die von der Düsseldorf Law School unter Federführung von
Frau Alexandra Diehl organisierte II. Düsseldorf International
Arbitration School, zu der über 90 Teilnehmer aus sechs verschiedenen Nationen
angereist sind. Darunter befinden sich auch die Teams aus 12 verschiedenen
Universitäten, die in diesem Jahr am Willem C. Vis International Commercial Moot
Court teilnehmen und die Woche in Düsseldorf zur intensiven Vorbereitung auf den
Wettbewerb nutzen. Dazu bietet die Arbitration School die ideale Gelegenheit, da
vom 22.-26.09.2008 zahlreiche renommierte Dozenten aus Praxis und Wissenschaft
den Teilnehmern das Schiedsverfahrensrecht näherbringen werden. Das Konzept
sieht in diesem Jahr fünf "Thementage" vor, so dass die einzelnen
Veranstaltungen aufeinander aufbauen.
| |
Den Auftakt bildete am Montag der
"Introduction Day" in das Gebiet der International Commercial
Arbitration. Mit Dr. Thomas Kreifels
(Freshfields) bestritt einer der renommiersten Schiedsverfahrensrechtler
Düsseldorfs den Eröffnungsvortrag und erläuterte die Grundprinzipien des
Schiedsverfahrensrechts. Dr. Reinmar Wolff, Assistenzprofessor
an der Universität Marburg, stellte nach der Mittagspause das UNICITRAL MODEL
LAW für die Internationale Schiedsgerichtsbarkeit vor. Zum Abschluss
demonstrierte mit Thomas Weimann (Clifford Chance) ein weiterer
sehr bekannter Schiedsrechtler Düsseldorfs in einem sehr lebendigen Vortrag die
Herausforderungen und Probleme, die sich bei der Wahl von Schiedsklauseln
stellen.
Am Abend wartete dann noch ein Empfang an der Fakultät auf die
Teilnehmer, an dem sie vom für die Moot Courts zuständigen Prof. Dr.
Kersting noch einmal herzlich willkommen geheißen wurden.
Der
"Drafting Day" am Dienstag begann dann für alle Mooties bereits
deshalb sehr interessant, da mit Dr. Stephan Wilske (Gleiss
Lutz) ein Referent den Vormittag gestaltete, der sowohl als Richter beim
völkerrechtlichen Jessup Moot Court als auch als Arbitrator beim Vis Moot Court
in Wien tätig ist. Insofern konnte Dr. Wilske seinen interessanten Vortrag mit
dem Titel "Choosing Arbitrators, Drafting Skills, Case Analysis" immer wieder
mit einigen wichtigen Tipps für den Wettbewerb in Wien abrunden. Am Nachmittag
lieferte der am International Centre for Dispute Resolution (ICDR) in New York
tätige Christian P. Alberti, der bereits
zahlreiche Moot Court Teams erfolgreich betreute, einen perfekten Leitfaden für
die Erstellung eines guten Moot Court Schriftsatz ab, von dem die Teilnehmer in
den nächsten Monaten sicherlich noch häufig profitieren werden. Nach einem
weiteren langen Jura-Tag wurde am Abend das Angebot zu zwei Führungen durch die
Altstadt und den Medienhafen trotz des miserablen Wetters zahlreich genutzt,
bevor der Abend standesgemäß in diversen Altstadtlokalitäten ausklang.
Am Mittwoch wartete auf die erste Dozentin des Tages eine große
Überraschung. Ulrike Gantenberg (Heuking Kühn Lüer Wojtek)
wurde vor ihrem spannenden Vortrag über das CISG die große Ehre der Verleihung
des "Dr. Moot" zuteil. Mit diesem bisher nur einmal an Prof. Dr. Siegfried
Elsing vergebenen Titel bedankt sich die Düsseldorfer "Moot Court Familie" bei
den Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die Moot Court
Förderung in Düsseldorf verdient gemacht haben. Frau Gantenberg gehört zu den
Förderern der ersten Stunde des Vis Moot Teams und engagiert sich zudem in
herausragender Weise auch um die Düsseldorf Arbitration School und den
Düsseldorfer Pre Moot Wettbewerb.
Nach der Mittagspause referierte dann
zunächst Gillian Lemaire (Dewey & LeBoeuf, Paris) über die
Reform des Schiedverfahrensrechts im kontinentalen Europa, bevor eine
hochkarätig besetzte Diskussionsrunde den Abschluss des "Legal
Culture Day" bildete. Unter der Moderation von Jan
Schäfer (Allen & Overy) diskutierten Prof. Dr. Siegfried
Elsing (Orrick, Hölters & Elsing), Dr. Volker
Triebel (Lovells) und Gillian Lemaire über die
Probleme, die durch das Aufeinandertreffen von Traditionen und Vorstellungen des
Common Law und Civil Law insbesondere im Bereich des Schiedsverfahrensrechts
entstehen können, und boten den Zuhörern dabei parallel eine sehr anschauliche
Darstellung der juristischen Denk- und Arbeitsweise in diesen beiden
Rechtskreisen.
Die Materialien zur Arbitration School können abgerufen werden unter:
http://www.jura.uni-duesseldorf.de/materials/list_materials.asp?id=1645