Ursache ermitteln
Wenn ein "gecracktes", also von Unberechtigten modifiziertes, System
einen alten Softwarestand aufwies und seit mehreren Monaten oder sogar
Jahren keine Sicherheits-Updates eingespielt worden sind, war es
für den Angreifer ein Leichtes, mit Hilfe von frei im
Internet verfügbaren Programmen zum Erfolg zu kommen. Eine technische
Analyse des Vorfalls führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu dem
Ergebnis, daß seit langem bekannte Sicherheitsprobleme des
Betriebssystems oder der eingesetzten Software ausgenutzt wurden, für
die es von seiten der Softwareautoren oder -hersteller längst Korrekturen
gibt. Die Mühe, eine solche Analyse durchzuführen, kann man sich daher
sparen und gleich mit der
Bereinigung des
Systems beginnen.
Wenn die Angreifer jedoch nicht offenkundig ein "leichtes Spiel" hatten,
sollte zumindest der Versuch unternommen werden, herauszufinden, wie sie
in das System eingedrungen sind. Ansonsten wäre zu befürchten, daß nach
der Bereinigung und Wiederinbetriebnahme des Systems ein erneuter,
wiederum erfolgreicher Angriff ausgeführt wird.
Nicht das betroffene System zur Analyse nutzen
Wenn irgend möglich, sollte die Festplatte eines gecrackten Rechners nicht
unter dem eigenen, darauf installierten Betriebssystem untersucht werden.
Stattdessen sollte auf dem Rechner ein Diagnosesystem von einem
zuverlässigen Datenträger gestartet werden ("Rettungssystem") oder die
Festplatte ausgebaut und in einem anderen, vertrauenswürdigen Rechner
ausgelesen werden.
Informationen über den Verursacher
Auch wenn die IP-Adresse des Rechners, von dem der Angriff offenbar
ausging, identifiziert werden konnte, versuchen Sie bitte nicht,
diesen Rechner zu scannen oder anderweitig auf ihn zuzugreifen.
Sie könnten damit weitere Angriffe herausfordern, die mehr Schaden
verursachen als der Scan an Nutzen erbracht hat, oder auch einen
Angreifer warnen, der sich noch unentdeckt glaubt und bei dem es
später zu polizeilichen Durchsuchungsmaßnahmen kommen könnte.
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