INSTITUTE OF LASER MEDICINE

Prof. Dr. P. Hering   

 
 
     

    Gefahren beim Umgang mit Laserpointern
     

    Stellungnahme der Laserzentren, betroffenen Normungsgremien und Berufsverbände,
    wissenschaftlichen Fachgesellschaften und gesetzlichen Unfallversicherungsträger

     

    Laserpointer, die preisgünstig angeboten werden, enthalten Laserdioden, die gebündeltes rotes Lieht abstrahlcn. Sie dienen bei Vorträgen als optischer Zeigestock. Bei diesem bestimmungsgemäßen Gebrauch sind Laserpointer bis 1 mW Strahlungsleistung (Laserklasse 2) sichere Geräte. Auf dem Markt befinden sich auch wesentlich teurere Laserpointer, die grünes Licht aussenden. Da das Auge hierfür empfindlicher ist, erscheinen diese Laserpointcr bei gleicher Strahlungsleistung heller, eine Gefährdung bei sachgemäßem Gebrauch ist jedoch ebenfalls auszuschließen. Dringt der Laserstrahl unbeabsichtigt in das Auge eines Zuhörers ein und trifft im schlimmsten Fall den Fleck des scharfen Sehens auf der Netzhaut, dann löst diese momentane Blendwirkung den Lidschlußreflex aus, der das Auge in längstens einer Viertelsekunde schließt. Somit können keine Schäden am Auge entstehen. 
     
     

    Durch Untersuchungen wurde festgestellt, daß nicht zutreffend klassifizierte Laserpointer mit höheren Strahlungswerten erhältlich sind. Setzen Jugendliche diese Lasergeräte absichtlich mißbräuchlich ein, dann können andere Personen gefährdet werden. Mit zunehmender Aufklärung sind die dadurch entstehenden Schadensfälle rückläufig, doch kommt es immer noch vor, daß Personen mit Augenschäden durch Blendung mit einem Laserpointer ärztlich behandelt werden müssen. Kurzfristige Beeinträchtigung der Sehfähigkeit und auch Ödeme (Schwellungen durch Wassereinlagerung in der Netzhaut) sind meist die Befunde. 
     
     

     

    Empfehlungen

     

    Nur Laserpointer mit einer maximalen Strahlungsleistung von 1 mW und der Kennzeichnung ,,Laser Klasse 2" (nach DIN EN 60825-1, ,,Sicherheit von Laser-Einrichtungen"), sind bei ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch sicher und sollten auf dem Markt verfügbar sein. Laser, die nach ihren Leistungsdaten anderen Laserklassen angehören, sollten nicht als ,,Laserpointer" angeboten werden. Von diesen Lasergeräten geht eine Gefahr aus; deshalb sind die entsprechenden Schutzvorschriften der DIN EN 60825-1 sowie der Unfallverhütungsvorschrift ,,Laserstrahlung" (VBG 93 bzw. GUV 2.20) der gesetzlichen Unfallversicherungsträger zu beachten.

     

    Laser, auch Laserpointer, sind kein Spielzeug. Der Laserstrahl darf nicht absichtlich auf Personen gerichtet werden, da bei Strahlungsleistungen über 1 mW die Gefahr einer Augenschädigung besteht, die eventuell langfristig die Sehfähigkeit des Betroffenen beeinträchtigt. Auch Laserpointer der Laserklasse 2 können eine Blendung, die zuanderen Unfällen führen kann, hervorrufen. Wird der Lidschlußreflex unterdrückt, ist auch bei Laserpointern der Laserklasse 2 die Gefahr einer bleibenden Augenschädigung gegeben. Es sollte darauf hingewirkt werden, daß Laserpointer nicht mißbräuchlich eingesetzt und damit Blendungen oder auch irreversible Netzhautschäden vermieden werden. Für weitergehende Informationen wird auf die Empfehlung ,,Gefahren durch Laserpointer" der Strahlenschutzkommission, Bundesanzeiger Nr.144 vom 6.8.1998, verwiesen.

     

    gez.: 

    Dr. T. Bahke DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Kommission Lasertechnik, Berlin 

    Prof. Dr. H.-P. Berlien Krankenhaus Neukölln, Abteilung Lasermedizin, Berlin 

    Prof. Dr. J.H. Bernhard BfS, Bundesamt für Strahlenschutz, Institut für Strahlenhygiene, Neuherberg 

    Dipl.-lng. D. Beyer DKE, Deutsche Elektrotechnische Kommission im DIN und VDE, Komitee 812, Hamburg 

    Prof. Dr .R. Birngruber MLL, Medizinisches Laserzentrum Lübeck GmbH, Lübeck 

    Dr. P. Greve Normenausschuß Feinmechanik und Optik im DIN, Ausschuß ,,Laser", Oberkochen 

    Prof. Dr. E. G. Hahn DGBMT, Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik e.V., Erlangen 

    Prof. Dr. Hering ILM, Institut für Lasermedizin, Universität Düsseldorf, Düsseldorf 

    Dr. R. Kellner BUK, Bundesverband der Unfallkassen e.V., München 

    Prof. Dr. G. Müller LMTB, Laser- und Medizin-Technologie gGmbH, Berlin 

    Dipl.-Phys. R. Peuker Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik, Köln 

    Prof. Dr. J. Richter DGMP, Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik e.V., Würzburg 

    Prof. Dr. R. Steiner ILM, Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Meßtechnik, Universität Ulm, Ulm 

    Dr. E. Sutter PTB, Physikalisch-Technische Bundesanstalt, und DKE, Komitee 841, ,,Optische Strahlungssicherheit und Lasereinrichtungen", Braunschweig 

    Prof. Dr. J. Waldschmidt DGLM, Deutsche Gesellschaft für Lasermedizin e.V., Berlin 

    Dr. W. Wöllmer Gemeinsamer Arbeitskreis ,,Laser in der Medizin" der DKE und des DIN, Hamburg 

     
       

Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel:


 Sind Laserpointer fürs Auge gefährlich?

  english

von

S.Stry, D.Kleine, P.Hering 

Institut für Lasermedizin, Universität Düsseldorf, Postfach 101007, 40001 Düsseldorf 
Fax 0211/81-11374, Telefon  0211 / 81-12761 (-12149), 

 

oder auf den Web-Seiten des Amts für Arbeitsschutz in Hessen: 
Hessische Staatsministerin Stolterfoht warnt vor Augenschäden durch lichtstarke Laserpointer
Die Strahlenschutzkomission SSK: Gefahren durch Laserpointer




 
 
 
 Literatur: 
 
  [1]  Din EN 60825-1: 1997,  "Sicherheit von Laser-Einrichtungen; Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen und Benutzer-Richtlinien (ICE 825-1:1993), Deutsche Fassung EN 60825-1:1994 + A11:1996", Berlin: VDE-Verlag GmbH. (DIN EN bedeutet, daß die europäische Norm EN 60825 den Status einer deutschen Norm hat.)
  [2]  Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, "Laserstrahlung (VBG 93)", Köln: Carl Heymanns Verlag (1988).
  [3]  Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, "Durchführungsanweisungen zur Unfallverhütungsvorschrift Laserstrahlung (VBG 93)", Köln: Carl Heymanns Verlag (1988).
  [4]  Bermann, Schäfer, "Lehrbuch der Experimentalphysik: Band 3 Optik", Berlin, New York: de Gruyter (1993), S. 137-148.
  [5]  Naumann, Schröder, "Bauelemente der Optik", Hauser (1987), S. 238-246.
  [6]  V.-P. Gabel, R. Birngruber, F. Hillenkamp, " Die Lichtabsorption am Augenhintergrund", GSF-Bericht A55 (1976)
  [7]  D. Sliney, M. Wolbarsht, "Safety with Lasers and Other Optical Sources", New York: Plenum Press (1980), S. 116-144.
  [8] M. A. Mainster, T. J. White, R. G. Allen, "Spectral Dependence of Retinal Damage Produced by Intense Light Source",  J. Opt. Soc. Am. 60 (6), 1970, 848-855.
  [9] Sind Laserpointer fürs Auge gefährlich?, S.Stry, D.Kleine, P.Hering, WWW-Artikel 1998.
 [10] Laser pointers endanger the retina ?!, S.Stry, P.Hering, to be publisched 1998.

(The free Adobe(R) Acrobat(R) Reader allows you to view, navigate, and print PDF files across all major computing platforms.) 

  

[HHU Homepage] [Home] [Contact] [Mail] [Staff]

© ILM Februar 1999