Projekte mit bildgebenden Verfahren
und Instrumentierung für minimal invasive Chirurgie
Gesichts- und Kieferreliefvermessung mittels digitaler 3D-Rekonstruktion
gepulster Hologramme zur Diagnostik, Operationsplanung und Dokumentation.
Die abtastfreie Vermessung des Gesichtsreliefs mittels Lasertriangulation,
dem Phasenschiftverfahren oder mit strukturiertem Licht benötigt Meßzeiten
im Sekundenbereich. Bei Messungen am Patienten ist eine räumlich hochaufgelöste
Messung nicht möglich. Es ist daher geplant, mit einer Belichtungsdauer
von 20 ns hochaufgelöste gepulste Hologramme zu erstellen und durch
eine "offline"-Auswertung des reellen Hologrammbildes das Gesichtsreliefs
oder Teile des Kopfes dreidimensional mit Auflösungen < 0,5 mm
digital zu rekonstruieren. Dazu wird das reelle Hologrammbildvolumen sequentiell
entlang zweidimensionaler Schnittebenen digitalisiert. Die Schnittebenen
enthalten neben der eigentlichen Ortsinformation zusätzlich die Information
der davor und dahinterliegen Ebenen unscharf überlagert. Diese Überlagerung
kann, da sie systematischer Natur ist, durch eine gefilterte Rückprojektion
mathematisch extrahiert werden. Die gefilterten Schnittebenendaten werden
im Computer zu einem dreidimensionalen Modell zusammengefügt.
Zunächst soll das neue Meßsystem am Beispiel der Operationen
von Jochbeinfrakturen getestet werden (prä- und postoperativer Vergleich,
Bestimmung präoperativ vorliegender Asymmetrien). Für definierte
klinische Anwendungen soll spezifische Software erstellt werden (Symmetriebestimmung,
Differenzermittlung zur Verlaufskontrolle, Operationsplanung). Ein weiteres
Einsatzgebiet umfaßt die holographische Vermessung von Präzisionsabformungs-Kiefermodellen
bei Patienten, die kieferorthopädisch mit einer Multibracketapparatur
therapiert werden. Durch den Vergleich zweier Modelle und die differentielle
Analyse soll die resultierende orthodontische Zahnbewegung präzise
dokumentiert werden.
Laserinduzierte Interstitielle Thermotherapie von Gehirntumoren
Die laserinduzierte interstitielle Thermotherapie (LITT) ist ein minimal
invasives Therapieverfahren, bei dem Tumorgewebe über einen Lichtleiter
bestrahlt und thermisch zerstört wird. Die LITT ist im Vergleich zu
einer herkömmlichen Operation für den Patienten weit weniger
belastend und darüber hinaus auch wesentlich kostengünstiger.
Die Therapieplanung und Dosimetrie erfordert die Kenntnis der optischen
Eigenschaften des zu bestrahlenden Gewebes sowie ein geeignetes Modell
zur Beschreibung der Licht- und Wärmeausbreitung. In den vergangenen
Jahren wurden verschiedene Verfahren wie die Ulbrichtkugel- und die Frequency-Domain-Spektroskopie
entwickelt, die eine Bestimmung der relevanten optischen Parameter in vitro
und in vivo erlauben. Mit Hilfe einer Monte-Carlo Simulation lassen sich
damit die Temperaturverteilung und die Schädigungszone im voraus berechnen.
Die LITT befindet sich bereits im klinischen Einsatz. Derzeit wird sie
noch unter Kernspin-Kontrolle durchgeführt. Aktuelle Arbeiten auf
diesem Gebiet umfassen grundlegende Studien zur on-line Kontrolle des Therapieverlaufs
mit Hilfe der Frequency-Domain Technik sowie die Optimierung der Applikatoren.
Fetales Sauerstoffmonitoring sub partu
Die Indikation zur Sectio (Kaiserschnitt) ist nach wie vor ein zentrales
Problem der Geburtshilfe. Wird die Indikation nicht oder zu spät gestellt,
drohen schwerste Behinderungen des Kindes. Im Extremfall kann eine Fehlentscheidung
zum Tod des Kindes oder der Mutter führen. Eine Überwachung des
Sauerstoffgehaltes im menschlichen Blut mittels Zwei-Linien-Absorptionsspektroskopie
ist prinzipiell möglich und wird bereits erfolgreich durchgeführt.
Die verwendeten Applikatoren sind aber zu voluminös, um zur Überwachung
des fetalen Sauerstoffgehaltes während des Geburtsvorgangs eingesetzt
werden zu können. Ziel dieses Projektes ist es, ein kompaktes, preiswertes
Absorptionsspektrometer auf Basis der Frequency-Domain Technik zu entwickeln,
das eine on-line Überwachung der fetalen O2-Sättigung
sub partu ermöglicht. Dazu sind neben der Entwicklung eines geeigneten
Applikators grundlegende Arbeiten zur Beschreibung der Photonenausbreitung
in kleinen Volumina durchgeführt worden. Systematische in vitro Versuche
mit dem Frequency-Domain-Spektrometer sind bereits erfolgt, erste in vivo
Experimente stehen unmittelbar bevor.
neue hochflexible Flüssigkeitslichtleiter für gepulste
Laser mit hoher Energie
Mit der Entwicklung flüssigkeitsgefüllter Lichtleiter konnte
sich ein sehr leistungsstarkes Transmissionssystem zur Übertragung
hoher Laserenergien für die minimal invasive Chirurgie etablieren.
Es handelt sich hierbei um Teflon-Schläuche bzw. Quarzglaskapillaren,
die mit einer speziellen Flüssigkeit befüllt werden. Je nach
Anwendungsbereich des Lichtleiters kann dieser vom UV (250 nm) bis hin
zum nahen IR (3 µm) eingesetzt werden. Dies hängt von der Auswahl
der Kernflüssigkeit ab. Gefördert durch die Umweltstiftung und
in Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Werkstatt für Umweltmeßtechnik
(WWU), werden innerhalb eines laufenden Projektes "Mobiles Atemanalyse-
und Datenerfassungsgerät für medizinische und umwelttechnische
Anwendungen" im Teilprojekt "Lichtleiter für infrarote Anwendungen"
neue Technologien entwickelt und erprobt, um den Spektralbereich des Flüssigkeitslichtleiters
bis ins mittlere Infrarot (12 µm) zu erweitern. Damit
würde auch dem CO2-Laser ein hochtranparentes Übertragungsmedium
zur Verfügung stehen. Der Flüssigkeitslichtleiter ist hochflexibel
(Biegeradien > 1 cm) und variabel im Durchmesser (0,25–10 mm). Selbst bei
großen Durchmessern (> 5 mm) besitzt er noch eine sehr gute Flexibilität.
Im Rahmen eines inzwischen abgeschlossenen BMBF-Projektes wurde der
Forschungsschwerpunkt bei der Entwicklung flüssigkeitsgefüllter
Lichtleiter auf die Anwendung von IR-Lasern in der Medizin speziell die
des Er:YAG- (2,94 µm) und des ErCr:YSGG- (2,79 µm) Lasers gelegt,
da für diesen Wellenlängenbereich keine geeigneten Transmissionssysteme
zur Verfügung standen. Mit den Flüssigkeitslichtleitern wurden
distale Energiedichten von 130 J/cm2 erreicht. Dieser Wert überschreitet
weit die medizinischen Anforderungen zum Bearbeiten von Weich- und Knochengewebe.
Anhand dieser Ergebnisse wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen Laserfirmen
der klinische Einsatz dieser Lichtleiter koordiniert und durchgeführt,
so z.B. an der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsspital
in Zürich unter der Anleitung von Prof. Dr. Sailer und Dr. Eyrich.
Hier wurden mit einem Er:YAG-Laser der Fa. Baasel LaserTech und angeschlossenem
Flüssigkeitslichtleiter Leukoplakiebehandlungen an der Wangeninnenseite
und am Gaumen erfolgreich durchgeführt. Desweiteren wird derzeit in
internationaler Zusammenarbeit mit der Fa. Biolas (USA), Orbis HighTech
(Deutschland) und W&H Dentalwerk Bürmoos (Österreich) ein
neues Handstück für den zahnmedizinischen Einsatz in Verbindung
mit einem Flüssigkeitslichtleiter konzipiert. Dazu wurden bisher am
Institut für Lasermedizin das Design des Handstückes und die
integrierte Optik entwickelt.
Akustische Verfahren zur nicht zerstörendenen Detektion und
Energiemessung gepulster Laserstrahlung
Dieses akustische Verfahren detektiert den Schallpuls, der bei der Absorption
gepulster Laserstrahlung in transparenten Materialen auftritt. Die Detektion
geschieht mit einer einfachen Kondensatormikrofonkapsel, wobei das erhaltene
Signal frequenzselektiv von einem Mikrocontroller ausgewertet wird. Durch
eine Resonanzanordnung wird eine hohe Empfindlichkeit erreicht.
Es ergeben sich verschiedene Anwendungen dieses Meßprinzips:
Eingesetzt wird das Verfahren bereits als Justagekontrolle für
Lichtleiter. Dabei wird detektiert, ob der Laserstrahl zentrisch durch
das Enkoppelfenster geführt wird. Einkoppelfehler werden sofort detektiert
und anhand des Meßsignals ist eine erneute Justage möglich,
die sogar automatisiert werden kann. Dieses Prinzip kann beim Durchgang
von gepulster Laserstrahlung an beliebigen Öffnungen benutzt werden.
Bei Detektion an einer gering absorbierenden transparenten Scheibe läßt
sich in Transmission die Laserpulsenergie bestimmen, so daß während
der Anwendung des Laserstrahls eine kontinuierliche Energiekontrolle durchgeführt
werden kann. Auf diese Weise erhält man ein einfaches und vor allem
sehr robustes Energiemeßgerät für gepulste Laser, das für
den gesamten Wellenlängenbereich eingesetzt werden kann. Der einfache
Aufbau des Systems gestattet eine sehr preiswerte Realisierung. Für
die beschriebene Meßmethode wurde ein Antrag auf Sofortprüfung
unter dem Titel "Verfahren zur Detektion und Minimierung der Verluste von
Lichtstrahlung" beim Deutschen Patentamt am 24.03.98 gestellt. (Aktenzeichen
198 07 471.9) Die Erteilung des Patents ist am 05.02.99 von dem zuständigen
Sachbearbeiter in Aussicht gestellt worden.
Anwendungen von eines gepulsten Infrarot-Lasers in der Photochemie,
Medizin und für hochpräzise Materialbearbeitung.
Es wurde ein mechanisch gütegeschalter (Q-switch) CO2-Laser
entwickelt, der Pulse mit einer Energie von 20 mJ und einer Pulsdauer von
200-300 ns bei einer sehr hohen Repetitionsrate (f = 1000 - 20000
Hz) liefert und über ein nahezu perfektes Gauss- Strahlprofil verfügt.
Die kurze Pulsdauer in Kombination mit der hohen mittleren Leistung bietet
prinzipielle Vorteile bei vielen Laseranwendungen.
Ein Beispiel dafür ist die Kohlenstoff-Laserisotopentrennung, die
auf einer isotopenselektiven Vielphotonendissoziation von CHClF2
bei der Wellenlänge l = 9.6 µm basiert.
Mit der vorhandenen Anlage haben wir bereits eine Anreicherung bis zu 1.5
g des seltenen 13C Isotopes pro Tag demonstriert. Der sehr hohe
Trennfaktor (a = 150) bei der Vielphotonendissoziation
bestimmt die technologischen und ökonomischen Vorteile im Vergleich
zur klassischen Tieftemperaturdestillation von CO (a
= 1.0076 bei T = -194.5°C), die zur Zeit in den USA praktiziert
wird. Auch eine 12C Anreicherung bis auf 99.995 % ist mit sehr
hoher Produktivität mit dieser Methode von uns erreicht worden.
IR-Laser finden breiten Einsatz in der Medizin. Ein wichtiges Beispiel
dafür ist die transmyokardiale Revaskularisierung mit quasi cw-CO2-Lasern.
Es ist vor kurzem in einer Publikation von uns gezeigt worden, daß
mit den sub-µs Pulsen unseres Q-switch CO2-Lasers transmyokardiale
Kanäle mit geringeren thermischen Schaden im umliegenden Herzgewebe
produziert werden können.
Das "Laserskalpel" wird heutezutage fast ausschließlich an weichem
Biogewebe eingesetzt. Bei der Anwendung an Knochen entstehen üblicherweise
schwere, nicht annehmbare, thermische Schäden. Wir haben gezeigt,
daß mit sub-µs CO2-Laserpulsen in Kombination mit
einem feinen Wasserstrahl eine nahezu "athermische" und sehr effektive
Knochenablation möglich ist, sogar bei sehr hohen Pulswiederholfrequenzen
[3]. Die Schnittiefe in die harte compacta beträgt 30-40 µm
pro Strahldurchgang bei einer Pulsenergie von 15 mJ und f = 5000
Hz. Die Methode der "nassen" Ablation erlaubt auch ohne thermische Schäden
die Ablation von Zahnenamel und Dentin sowohl mit einem CO2-Laser
als auch mit einem Er:YAG-Laser.
Um einen klinischen Einsatz zu ermöglichen, entwickeln wir zur
Zeit einen kompakten Q-switch CO2-Laser und eine gepulste Piezopumpe.
Die Piezopumpe soll mit dem Laser synchronisiert werden und eine genau
dosierte Wassermenge kurz vor jedem Laserpuls gezielt auf das Gewebe bringen.
Die "nasse" Ablation mit sub-µs CO2-Laserpulsen kann
auch mit Erfolg für andere thermisch empfindliche Materialien eingesetzt
werden (Holz, Kunststoff etc.) um beliebige Schnitt-Geometrien durchzuführen
oder für Gravierungen und dekorative Bearbeitung der Oberfläche.
Erste Untersuchungen sind dazu im Gange.
Dosimetrie der thermischen Wirkung von Laserstrahlung
Mit einem von uns entwickelten Simulationsprogramm kann die thermische
Wirkung von Laserstrahlung auf verschiedene Materialien berechnet werden.
Die Beschädigungsschwellen unbeschichteter Laserspiegel für cw
und erstmalig auch für gepulste IR-Laser lassen sich vorherbestimmen.
Dabei können unterschiedliche Randbedingungen gestellt werden, sowie
die Temperaturabhängigkeiten der Materialparameter (Wärmeleitfähigkeit,
Wärmekapazität und Absorption) berücksichtigt werden.
Die Erwärmung der Retina (Netzhaut) unter Laserbestrahlung, aktuell
im Zusammenhang mit Laserpointern diskutiert, kann berechnet werden. So
läßt sich die Gefährdung von Augen durch Laserstrahlung
ohne Tierversuche einschätzen.
Die Ablation oder Erwärmung von (biologischen) Materialien, z.B.
Knochen, Zähne, Tumoren und Herzmuskel kann berechnet werden. So können
u.a. Voraussagen über die Schnittgeschwindigkeit, Schnittbreite und
Tiefe bei gepulster (oder cw) Bestrahlung gemacht werden.
Stabilisotopenselektive Spurengasanalytik für
Atemgas- und Umweltanalyse
Weiterentwicklung eines nichtdispersiven Infrarotspektrometers zur
Online-Messung des 13CO2/12CO2-Isotopenverhältnis
in der menschlichen Atemluft.
Die Analyse des 13CO2/12CO2-Isotopenverhältnisses
der menschlichen Atemluft stellt ein wichtiges diagnostisches Mittel dar.
Um diese Art der Diagnostik einer großen Zahl von Patienten zur Verfügung
zu stellen, mußte ein preiswerteres Verfahren als das bisher verwendete
Isotopenverhältnis-Massenspektrometer entwickelt werden. Es wurde
ein kommerzielles nichtdispersives Infrarotspektrometer in der Selektivität
soweit verbessert, daß isotopenselektive Messungen mit hinreichender
Genauigkeit möglich sind. Das Gerät befindet sich seit einigen
Jahren sehr erfolgreich im medizinischen Einsatz zur Diagnostik von Helicobacter
pylory Infektionen und für Leberfunktionstest. Es wurde bisher schon
über 500 mal weltweit verkauft (Patent wurde erteilt, EP 0 584 897
A1).
Das nichtdispersive Infrarotspektrometer wird zur Zeit verbessert. Mittlerweile
sind Online-Messungen der Atemluft möglich mit deutlich reduziertem
Bauteileaufwand (zum Patent angemeldet, AZ 197 35 599.4).
Entwicklung eines nichtdispersiven UV-Spektrometers zur Messung des
15NO/14NO-Isotopeneverhältnisses in der menschlichen
Atemluft
Ebenso wie die Messung des 13CO2/12CO2-Isotopenverhältnisses
in der menschlichen Atemluft stellt die Messung des 15NO/14NO-Isotopeneverhältnisses
ein wichtiges diagnostisches Mittel dar. Daher wird zur Zeit ein kommerzielles
nichtdispersives UV-Spektrometer weiterentwickelt, um NO-Messungen isotopenselektiv
durchführen zu können. Hauptproblem sind die geringen Konzentrationen
von unter 100 ppm NO im menschlichen Atem. Die nötige Sensitivität
wird mit einer Langwegzelle erreicht, die an die speziellen Emissionseigenschaften
der verwendeten Entladungslampe angepaßt ist. Damit ist ein Verbesserung
der Nachweisgrenze gegenüber dem kommerziellen Spektrometer um einen
Faktor 100 möglich. Die isotopenselektive Messung wird mit istopenrein
gefüllten Gasfilterzellen mit 14NO und 15NO
erreicht. Die Gasfilterzellen werden abwechselnd in den Strahlengang des
Spektrometers geschwenkt und absorbieren so das Licht, das für die
isotopenselektive Messung von 14NO bzw. 15NO stören
würde.
Das Spektrometer wird in einem 19 Zoll-Gehäuse aufgebaut. Damit
ist das Spektrometer transportabel und kann für verschiedenste Anwendungen
einfach eingesetzt werden.
Entwicklung eines Ray-Tracing-Programms zur Analyse und Optimierung
optischer Systeme
Im Rahmen der 15NO/14NO-Isotopenverhältnismessung
wurde zur Berechnung der optischen Komponenten ein Raytracing-Programm
entwickelt. Das Programm ermöglicht die Berechnung des dreidimensionalen
Strahlengang von Licht durch verschiedene optische Komponenten, wie z.B.
Blenden, Linsen, Lichtleiter und Spiegel. Es ist somit möglich, eine
Vorstellung über die dreidimensionale Intensitätsverteilung eines
Lichtstrahls in einem optischen System zu gewinnen. Mit Hilfe dieser Daten
kann z.B. die sphärische Aberration eines optischen Systems minimiert
werden oder eine maximale Transmission durch das System erreicht werden.
Das Programm wurde mittlerweile auch zur Optimierung eines Auskoppelhandstücks
für flüssigkeitsgefüllte Lichtleiter, zur Konstruktion eines
zahnärztlichen Handstücks und für die Berechung eines CO2-Laserresonators
eingesetzt. Dabei wurde das Programm kontinuierlich weiterentwickelt und
für die in den Projekten erforderlichen Bedürfnisse angepaßt.
Entwicklung und Aufbau eines hochempfindlichen Spurengasanalysegerätes
basierend auf der Cavity-Ring-Down Spektroskopie
Für die moderne Medizin- bzw. Umweltanalytik sind hochempfindliche
Meßgeräte unerläßlich, die Spurengase selektiv in
Konzentrationen im sub ppb-Bereich bestimmen können. Gerade die Kombination
dieser Anforderungen macht die Entwicklung eines neuartigen Spurengasanlysesystems
notwendig. Meßprinzip dieses Gerätes ist die Cavity-Ring-Down-Spektroskopie
(CRDS), eine Weiterentwicklung der konventionellen Absorptionsspektroskopie.
Die zu analysierende Luftprobe befindet sich in einem optischen Resonator
hoher Güte. Auf diese Weise können Absorptionslängen von
mehreren Kilometern erreicht werden, woraus eine extrem hohe Nachweisempfindlichkeit
resultiert. Durch eine geeignete Wahl des verwendeten Lasersystems und
der Resonatorspiegel lassen sich Gase vom UV bis ins Infrarote spektroskopieren.
Für die Analyse von atmosphärischen oder medizinischen Luftproben
ist die Verwendung von cw-Lasern im infraroten Spektralbereich besonders
vorteilhaft, da dort bio- und umweltrelevante Spurengase anhand ihrer Schwingungs-Rotationsübergänge
eindeutig identifiziert werden können.
Im Rahmen eines durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderten
Projekts (Az 12644) soll ein robustes, tragbares Meßgerät zur
in-situ Messung von Spurengasen entwickelt und erprobt werden. Dies beinhaltet
ebenso die Entwicklung eines kompakten, kontinuierlich durchstimmbaren
Lasersystems im infraroten Spektralbereich von 3,0 µm-3,6 µm,
als auch eine Weiterentwicklung der CRDS zur Verwendung von cw-Lasern,
der sogenannten Cavity-Leak-Out-Spektroskopie
(CALOS). In ersten spektroskopischen Experimenten konnten Kohlenwasserstoffe
wie Methan, Ethan und Ethylen in einer Konzentration von unter 1 ppb nachgewiesen
werden.
Eingegliedert in den Arbeitskreis für atmosphärische Diagnostik
stehen wir in enger Kooperation mit dem Institut für Angewandte Physik
(Universität Bonn), dem Laser Zentrum Hannover e.V., Fischer Analysen
GmbH in Leipzig und Hartmann & Braun GmbH & Co.KG in Frankfurt.