Der Staffelberg-Lehrpfad
Der Lehrpfad soll anregen, die Landschaft zu beobachten und in ihr lesen zu lernen. Dazu weisen Schrifttafeln auf Zusammenhänge der Geologie, der Vegetation, Archäologie und Kulturlandschaft hin.

Er wurde durch W. SCHIRMER in Zusammenarbeit mit B.-U. ABELS, mit der Stadt Staffelstein und der Flurbereinigung Bamberg eingerichtet und am 20. Mai 2000 eingeweiht.

 


Sto. 1: Ausgangspunkt

Die Standorte des Staffelberg-Lehrpfades im Überblick

Der Staffelberg-Lehrpfad beschreibt einen Rundweg vom Staffelsteiner Friedhof über den Staffelberg zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Entfernung: Bis zum Romansthaler Parkplatz 4 km, Gesamtrundweg 6,2 km, Höhenunterschied 250 m.

Der Staffelberg-Lehrpfad hat folgendes Wegzeichen:  

Zugang: In Staffelstein hält man sich in Richtung Romansthal. Am Ortsende Parkmöglichkeit gegenüber dem Friedhof. Dort beginnt der Staffelberg-Wanderweg und zugleich der Weg des Lehrpfades. Nach 150 m vom Wegbeginn bergauf liegt der Standort 1 mit Schautafeln und Sitzgruppen.

Top. Karte: L 5932 Lichtenfels
Geol. Karte: 25 000 5932 Ützing


Einführung

Der Staffelberg liegt im Trauf der Obermainalb und blickt ins norwestliche Vorland der Alb samt dem Maintal. Sein Riffkranz, der das Gipfelplatte bildet, ist vom flächenhaften Riffplateau des Albkörpers isoliert und stellt daher einen Zeugenberg dar. Seine Erhaltung verdankt der Zeugenberg der Lage in einem tektonischen Graben, dem Staffelsteiner Graben. Im Nordflügel des Grabens bedeckt Unterer Liassandstein die Landschaft, im Südflügel Werkkalk des Malms (Ober-Oxfordium). In Reliefumkehr überragt der Staffelberg (541 m) seinen Nordflügel (440 m) und Südflügel (509 m).

Die marine Schichtenfolge am Staffelberg reicht vom Opalinumton (Unt. Aalenium) bis in den Riffdolomit des Mittleren Kimmeridgiums. Aus Kreide und Tertiär stammen Dolomitsande und unterirdisches Karstsystem der Gipfelregion. Aus dem Quartär ist eine mittelpleistozäne Mainterrasse erhalten, die den Nordwestfuß des Berges bildet. Auf ihr und am Berghang liegen Schuttdecken und Lösse. Bergrutschmassen bildeten sich in den Doggertonen bis ins Holozän hinein.

Die marine und terrestrische Geschichte des Staffelberg-Raumes beginnt mit Flachsee im Dogger, in die zeitweise, vermutlich vom Böhmischen Land her, feinklastische Schüttung erfolgt (Eisensandstein im Ob. Aalenium). Weitere Verflachung ist im Malm durch ein Nebeneinander von karbonatischen Bank- und Riffgesteinen gekennzeichnet, die im mittleren Kimmeridgium zu fast geschlossener Riffplattform in der Alb führt. Im Tithonium wird diese Riffplattform terrestrisch und verkarstet als Tiefland zur Zeit der Unterkreide. In der Oberkreide wird dieses Albtiefland marin und terrestrisch eingedeckt. Im Tertiär hebt sich die Alb. Ihre kretazische Eindeckung wird langsam abgetragen. Der dabei exhumierte Unterkreidekarst wird damit neu belebt. Tektonische Einmuldung der Alb während der Oberkreide und des Tertiärs wird durch die Bildung des Staffelsteiner Grabens in der Muldenachse unterstützt. Die Einmuldung schuf eine Schichtstufenlandschaft, deren Konturen spätestens im Miozän erkennbar sind (SCHRÖDER 1996: 60). Seit dem Mitteltertiär wird die Alb durch das nord-süd gerichtetes Flusssystem des Moenodanuvius (SCHIRMER 1991) und seiner Zuflüsse auch im Staffelberggebiet stärker zerschnitten. Im Pliozän umfließt der Moenodanuvius die Alb im Norden und tangiert den Staffelberg. Er wird im Unterpleistozän vom Main über Schweinfurt her angezapft. Der danubische Moenodanuvius wandelt sich zum heutigen rheinischen Obermain-Regnitz-System. Damit wird das Staffelsteiner Gebiet rheinisch. Vor ca. 1 Mio Jahren hat die Maineintiefung bereits die heutige Talsohle erreicht. Der Staffelberg erhebt sich damals über das Maintal sicher etwas höher als heute. Das dann einsetzende kräftige Eiszeitalter nagt am ihm gewaltig durch Bodenfließen, Abspülung und Bergrutsch. Es verkleinerte den Berg in seinen Ausmaßen, füllte aber auch das Maintal um rund 40 m bis ins heutige Autobahnniveau am Bergfuß auf. Seither grub sich der Main in diese Auffüllung wieder ein. Aus diesem uns vertrauten Landschaftszustand erst stammen die ersten Funde der Bergbesiedlung durch den neolithischen Menschen bis hin zur Krönung des Berges mit einer der größten spätkeltischen Siedlungen Frankens, Menosgada.

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