Die Standorte
des Staffelberg-Lehrpfades im Überblick
Der Staffelberg-Lehrpfad
beschreibt einen Rundweg vom Staffelsteiner Friedhof über den Staffelberg
zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Entfernung: Bis zum Romansthaler
Parkplatz 4 km, Gesamtrundweg 6,2 km, Höhenunterschied 250 m.
| Der
Staffelberg-Lehrpfad hat folgendes Wegzeichen:
|
Zugang: In Staffelstein hält man sich in Richtung Romansthal. Am Ortsende Parkmöglichkeit gegenüber dem Friedhof. Dort beginnt der Staffelberg-Wanderweg und zugleich der Weg des Lehrpfades. Nach 150 m vom Wegbeginn bergauf liegt der Standort 1 mit Schautafeln und Sitzgruppen.
Top.
Karte: L 5932 Lichtenfels
Geol. Karte: 25 000 5932 Ützing
Einführung
Der Staffelberg liegt im Trauf der Obermainalb und blickt ins norwestliche Vorland der Alb samt dem Maintal. Sein Riffkranz, der das Gipfelplatte bildet, ist vom flächenhaften Riffplateau des Albkörpers isoliert und stellt daher einen Zeugenberg dar. Seine Erhaltung verdankt der Zeugenberg der Lage in einem tektonischen Graben, dem Staffelsteiner Graben. Im Nordflügel des Grabens bedeckt Unterer Liassandstein die Landschaft, im Südflügel Werkkalk des Malms (Ober-Oxfordium). In Reliefumkehr überragt der Staffelberg (541 m) seinen Nordflügel (440 m) und Südflügel (509 m).
Die marine Schichtenfolge am Staffelberg reicht vom Opalinumton (Unt. Aalenium) bis in den Riffdolomit des Mittleren Kimmeridgiums. Aus Kreide und Tertiär stammen Dolomitsande und unterirdisches Karstsystem der Gipfelregion. Aus dem Quartär ist eine mittelpleistozäne Mainterrasse erhalten, die den Nordwestfuß des Berges bildet. Auf ihr und am Berghang liegen Schuttdecken und Lösse. Bergrutschmassen bildeten sich in den Doggertonen bis ins Holozän hinein.
Die marine
und terrestrische Geschichte des Staffelberg-Raumes beginnt mit Flachsee im
Dogger, in die zeitweise, vermutlich vom Böhmischen Land her, feinklastische
Schüttung erfolgt (Eisensandstein im Ob. Aalenium). Weitere Verflachung
ist im Malm durch ein Nebeneinander von karbonatischen Bank- und Riffgesteinen
gekennzeichnet, die im mittleren Kimmeridgium zu fast geschlossener Riffplattform
in der Alb führt. Im Tithonium wird diese Riffplattform terrestrisch und
verkarstet als Tiefland zur Zeit der Unterkreide. In der Oberkreide wird dieses
Albtiefland marin und terrestrisch eingedeckt. Im Tertiär hebt sich die
Alb. Ihre kretazische Eindeckung wird langsam abgetragen. Der dabei exhumierte
Unterkreidekarst wird damit neu belebt. Tektonische Einmuldung der Alb während
der Oberkreide und des Tertiärs wird durch die Bildung des Staffelsteiner
Grabens in der Muldenachse unterstützt. Die Einmuldung schuf eine Schichtstufenlandschaft,
deren Konturen spätestens im Miozän erkennbar sind (SCHRÖDER
1996: 60). Seit dem Mitteltertiär wird die Alb durch das nord-süd
gerichtetes Flusssystem des Moenodanuvius (SCHIRMER 1991) und seiner Zuflüsse
auch im Staffelberggebiet stärker zerschnitten. Im Pliozän umfließt
der Moenodanuvius die Alb im Norden und tangiert den Staffelberg. Er wird im
Unterpleistozän vom Main über Schweinfurt her angezapft. Der danubische
Moenodanuvius wandelt sich zum heutigen rheinischen Obermain-Regnitz-System.
Damit wird das Staffelsteiner Gebiet rheinisch. Vor ca. 1 Mio Jahren hat die
Maineintiefung bereits die heutige Talsohle erreicht. Der Staffelberg erhebt
sich damals über das Maintal sicher etwas höher als heute. Das dann
einsetzende kräftige Eiszeitalter nagt am ihm gewaltig durch Bodenfließen,
Abspülung und Bergrutsch. Es verkleinerte den Berg in seinen Ausmaßen,
füllte aber auch das Maintal um rund 40 m bis ins heutige Autobahnniveau
am Bergfuß auf. Seither grub sich der Main in diese Auffüllung wieder
ein. Aus diesem uns vertrauten Landschaftszustand erst stammen die ersten Funde
der Bergbesiedlung durch den neolithischen Menschen bis hin zur Krönung
des Berges mit einer der größten spätkeltischen Siedlungen Frankens,
Menosgada.