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Das Wassermolekül


Auf den ersten Blick erscheint das Wassermolekül mit seinem Aufbau aus einem Sauerstoff- (O) und zwei Wasserstoff- (H) Atomen sehr einfach. Der Wasserstoff bindet kovalent mit einem dem Sauerstoffmolekül. Im Wassermolekül sind die H-Atome partiell positiv geladen, das O-Atom partiell negativ. Man spricht in diesem Fall von einem polaren Molekül, d.h. die gegenüberliegenden Enden tragen eine entgegengesetzte Ladung. Diese Polarität des Wassers ist für seine besonderen Eigenschaften von sehr großer Bedeutung.

 
Abb.: Wassermolekül

Der Dipol des Wassermoleküls kommt dadurch zustande, dass die beiden Atome ihr Bindungs-elektron unterschiedlich fest an sich ziehen. Der Sauerstoff besitzt eine größere Elektronegativität als das Wasserstoffmolekül. Dadurch wird das Bindungselektron des Wasserstoffs näher an das Sauerstoffatom herangezogen, so dass das Wasserstoffmolekül partiell positiv geladen ist. Der Sauerstoff erhält dagegen eine partiell negative Ladung.

Diese partiell geladenen Wassermoleküle können nun untereinander Wechselwirken. Es kommt zwischen unterschiedlichen Ladungen zu einer Anziehung, während sich gleiche Ladungen abstoßen. Jedes Wassermolekül kann diese sogenannte Wasserstoffbrückenbindung mit bis zu 4 Nachbarn ausbilden. Nimmt man z.B. ein Glas Wasser, so ist theoretisch jedes Wassermolekül wenigstens über eine H-Brückenbindung mit einem weiteren Wassermolekül verbunden. Genau diese "unendlich" großen Moleküle, verleihen Wasser seinen flüssigen Zustand bei Temperaturen von 0-100 °Grad und seine außergewöhnlichen Eigenschaften. Ohne diese Wasserstoffbrücken wäre das Wasser unter Normalbedingungen (= 1 Atmosphäre Druck und 25 Grad C) ein Gas.


     Abb.: Wasserstoffbrückenbindungen