Die Schulen sind vernetzt und es wird überall über vernetzte Lehr- und Lernwelten, über Lebenslanges Lernen, über Chancen und Möglichkeiten einer Integration von Computer und Internet in den Unterricht und über die Wichtigkeit von Medienkompetenz bei Schülern als Vorbereitung für das Leben diskutiert und debattiert - aber wie sieht es tatsächlich in der Praxis aus?
Trotz ausreichender Ausstattung der Schulen mit Computern und Internetzugängen scheint noch immer ein Großteil der Lehrer die "Neuen Medien" nicht in ihren Unterricht zu integrieren. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in der mangelnden Medienkompetenz der Lehrer und in fehlenden Unterrichtskonzepten und Praxiserfahrungen. Diese Tatsachen stellten den Ausgangspunkt meiner Arbeit dar. Denn Internet- und Computereinsatz im Unterricht sind zwar heutzutage gefragt und ihr Nutzen und ihre Chancen sind trotz Schwierigkeiten und zusätzlichem Arbeitsaufwand kaum mehr abzusprechen, aber thematisch gut aufbereitete, schulrelevante Beiträge und methodische Konzepte für einen sinnvoll geplanten Einsatz der "Neuen Medien" in den Unterricht sind noch rar.
Daraus entstand die Idee, selbst ein Intenetprojekt zu erstellen. Geplant war, ein Unterrichtsvorhaben den Lehrplänen und Richtlinien entsprechend zu konzipieren. Das bedeutete, sowohl die Anforderungen und methodisch-didaktischen Aspekte eines solchen Internetprojektes zu berücksichtigen, als auch den Lernbedürfnissen der Schüler und der Lerneffektivität gerecht zu werden. Aus diesen Überlegungen heraus entwickelte sich das Thema "Moleküle beeinflussen unser Nervensystem", welches als Schwerpunktvorhaben für die Jahrgangsstufe 12 konzipiert werden sollte, in der die Neurobiologie (in NRW) obligatorisch behandelt wird. Wichtig dabei sollte es sein, Anwendungsbzüge zur Lebenswirklichkeit der Schüler herzustellen und kontextbezogen Wissen und Informationsmaterial zu erarbeiten. Diese Art der Erarbeitung steigert nicht nur das Interesse und die Aktivität der Schüler, sondern lässt auch themen- und fachübergreifende Fragestellungen zu, die wiederum das Lernen in größeren Sinnzusammenhängen ermöglichen.
Die Einbeziehung der Lebenswirklichkeit
der Schüler durch das Aufgreifen aktueller Themen wie die
Wirkungen von Nicotin, Coffein, Schmerzmittel und Drogen auf den
Körper machen den hohen motivationalen Charakter dieses Themas
aus und geben den Schülern die Möglichkeit, den Unterrichtsstoff
der Neurobiologie im aktuellen Zusammenhängen zu erarbeiten.
Die Schüler haben in der Sekundarstufe II in der Regel entweder
schon eigene Erfahrungen mit diesen Themen gehabt oder zumindest
eine gewisse Vorstellung bzw. ein gewisses Vorwissen. Es werden
Problemstellungen aufgeworfen, die als Schlüsselprobleme
unserer Zeit bezeichnet werden können. Die Kenntnis um die
Vorgänge bei der Informationsverarbeitung im Körper
gewinnt zunehmend im Hinblick auf die Wirkungsweise von Drogen,
Alltagssuchtmitteln, Schmerzmitteln und Giften an Bedeutung. Gerade
die Betrachtung von Alltagssuchtmitteln stellt für Schüler
ein greifbar nahes Thema dar.
Aus diesen Vorstellungen und Ideen sind im Laufe der Erarbeitung des Projektes ein Netzwerk an Themen und Fragestellungen entstanden, die soviel Material und Unterrichtstoff ergaben, daß es galt, sich auf bestimmte Themen als Schwerpunkte zu reduzieren. Demnach ist das Internetprojekt noch potentiell ausbaufähig, was als Appell oder Vorschlag an alle Schüler und Lehrer gelten soll, sich doch selbst einmal an der Erstellung von Webseiten zu versuchen.
Das Internetprojekt wurde im Rahmen meiner Examensarbeit für das erste Staatsexamen für das Lehramt für die Sekundarstufen I und II konzipiert. Es stellte damit die Grundlage für diese Examensarbeit dar, bot mir damit aber auch die Möglichkeit, die Gestaltung von Webseiten und ganzen Projekten zu erlernen und Erfahrungen im Bereich der "Neuen Medien" zu sammeln, die mir in der späteren Berufspraxis hoffentlich von Nutzen sein werden.
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