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| Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften |
| AWMF-Leitlinien-Register | Nr. 031/044 | Entwicklungsstufe: | 1 |
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Die DRC kann außerdem verwendet werden, um einen VUR bei Kindern nach Nierentransplantation nachzuweisen und zur seriellen Refluxbeurteilung bei Blasendysfunktion (z.B. neurogene Blase).
Kontraindikationen
Es bestehen keine Kontraindikationen, jedoch sollten Kinder während der aktiven Phase einer akuten Harnwegsinfektion nicht katheterisiert werden.
Bei Senk- und Beckennieren kann ein VUR übersehen werden, wenn ein Reflux in einem erweiterten unteren Ureter untersucht werden soll, vor allem dann, wenn sich der Ureter mit der Miktion entleert.
B.2. Vor der Injektion:
Die Technik des Untersuchungsverfahrens sollte im Detail dem Kind und den Eltern, wiederum vor der Untersuchung, erklärt werden, um eine maximale Kooperation des Kindes und der Eltern zu erreichen.
Ein Foley-Katheter sollte nicht verwendet werden.
D.2. Pharmazeutikum:
Markiertes Kolloid oder DTPA (diethylene triamine pentaacetic acid) ist zu bevorzugen. Pertechnetat (Tc04) kann verwendet werden.
Die Blasenwand, insbesondere die geschädigte Blasenwand (Entzündung), kann Technetiumpertechnetat absorbieren, das, nachdem es in die Blutbahn aufgenommen wurde, durch die Niere ausgeschieden wird und daher falsch positive Befunde erzeugen kann, wenn es im Bereich der ableitenden Harnwege gespeichert wird [35]. Die Blasenwand absorbiert jedoch nicht 99mTc-Kolloide oder 99mTc-DTPA.
D.3. Erforderliche Aktivitätsmengen
20-40 MBq in 500 ml Kochsalzlösung oder 20 MBq für direkte Instillationstechniken.
D.4 Technik
Die Katheterisierung der Kinder sollte unter aseptischen Bedingungen und Verwendung eines dünnen Katheters (F6 oder F8) entsprechend der Größe des Kindes erfolgen, nachdem die Blase entleert wurde. Die Katheterisierung sollte nur von gut ausgebildetem Personal durchgeführt werden. Es wird empfohlen, ein Anästhesie-Gel in die Urethra von Knaben einige Minuten vor der Katheterisierung zu geben.
Bei kleinen Kindern und Säuglingen, die noch nicht die Blase auf Kommando entleeren können, sollten besonders saugfähige Windeln unter dem liegenden Kind auf der Gammakamera angebracht werden, um Kontaminationen zu verhindern.
Es können zwei verschiedene Techniken eingesetzt werden:
Das verwendete Instillationsvolumen sollte nicht wesentlich folgende Formel übersteigen:
Alter x 30 + 30 ml = (Alter in Jahren + 1) x 30 ml.
Radioaktive Kontaminationen sollten vermieden werden durch Verwendung von Urinflaschen, Bettpfannen und eine Abdeckung des Untersuchungstisches mit gut absorbierendem Zellstoff oder Windeln. Während der Miktionsphase wird bei kooperativen Kindern die aufrechte Körperhaltung auf der Bettpfanne mit Rücken zur Kamera empfohlen. Bei Kindern, die auf Kommando die Blase entleeren können, ist es sinnvoll, das Miktionsvolumen bei jeder Miktion und das Volumen der radioaktiven Instillationslösung - wenn die erste Methode (99mTc verdünnt mit Kochsalzlösung) verwendet wurde - zu messen.
Varianten:
Serien DRC: Die direkte Radionuklidzystographie wird mit mehreren Blasenfüllungen und Miktionen durchgeführt. Dabei wird der Katheter nach der ersten Miktion nicht entfernt, sondern für die weiteren Instillationen verwendet. Die Ergebnisse werden kontinuierlich registriert und zwar vom Anfang der ersten Füllung bis nach der zweiten oder dritten Miktion. Die Sensitivität dieses Verfahrens ist höher als die einer einzigen Blasenfüllung [31].
DRC nach suprapubischer Blasenpunktion: Die Blase wird wie oben beschrieben mit dem radioaktiven Tracer gefüllt, jedoch wird statt der Katheterisierung eine suprapubische Blasenpunktion verwendet. Einige Autoren halten diese Methode für sicherer und weniger traumatisch als die Blasenkatheterisierung [36].
D.5. Strahlenexposition
Die effektive Dosis beträgt etwa 0,048 mSv bei 20 MBq 99mTc. Die geschätzte Blasenexposition bei Kindern zwischen 1 und 10 Jahren und bei Verwendung von 20 MBq 99mTc in 500 ml beträgt 0,09-0,14 mGy, mit einer Exposition der Ovarien zwischen 0,005-0,01 mGy und einer noch geringeren Gonadenbelastung [37-39].
Die Verdünnung des Radiopharmazeutikums in Flüssigkeit vor der Instillation und eine vollständige Blasenentleerung nach der Untersuchung [39] können die Exposition der Blasenwand reduzieren. In seltenen Fällen muss bei Kindern, die ihre Blase vor der Kamera nicht entleeren können, eine Blasenkatheterisierung erfolgen, bevor die Kinder die Abteilung verlassen.
E.2. Kollimator
General Purpose.
E.3. Patientenposition
Liegend während Füllung und Miktion, insbesondere bei kleinen Kindern. Bei älteren kooperativen Kindern wird eine Miktion in sitzender Stellung des Kindes auf einer Bettpfanne mit dem Rücken zur Kamera empfohlen.
E.4. Aufnahmerichtung
Dorsal
E.5. Computervorgaben
Matrix: 64 x 64 oder 128 x 128
Zoom: Der Zoom sollte so gewählt werden, dass ein Areal von der Symphyse bis zum Xyphoid sich im Gesichtsfeld befindet.
Statisch/dynamisch: Dynamisch
Bildrate: 5 Sekunden pro Bild. Wenn komprimierte Bilder erstellt werden, sollte die Aufnahmezeit 1 Sekunde pro Bild betragen.
Dauer der Untersuchung: Diese ist abhängig von der Zeit, die das Kind bis zur Miktion benötigt. Es ist wichtig, dass die dynamische Aufnahme gleichzeitig mit der Füllung der Blase beginnt und andauert, bis die Miktion abgeschlossen ist.
| Refluxhöhe | nuklearmedizinische Gradeinteilung | radiologische Gradeinteilung |
| Ureter | A | I |
| Nierenbecken | B | II und III |
| Erweitertes Nierenbecken/erweiterter Ureter | C | IV und V |
Die Beurteilung aller Techniken zum Nachweis eines Refluxes wird immer schwierig bleiben, da es keine absolute Referenzmethode geben kann. Unter Berücksichtigung der Sensitivität aller Nachweismethoden besteht Übereinstimmung darüber, dass die Ergebnisseder Zystographie nur dann von wesentlicher klinischer Bedeutung sind, wenn der Befund positiv ist, während ein negatives Befundergebnis einen Reflux nicht ausschließen kann.
| RV (ml) = | Miktionsvolumen (ml) x Blasenimpulse nach Miktion Blasenimpulse vor Miktion - Blasenimpulse nach Miktion |
oder
Die Harnblase sollte vor dem Beginn der Instillation vollständig entleert werden, um eine genaue Berechnung des Restharn- und Refluxvolumens bei Verwendung der zweiten Formel zu ermöglichen.
Es besteht kein Konsens über den Wert dieser Volumenbestimmungen. Beim Vergleich von berechneten Refluxvolumina mit den internationalen radiologischen Refluxgradeinteilungen fand sich keine Korrelation zwischen den verschiedenen Refluxgraden und -volumina. Trotzdem wird von einigen Autoren angenommen, dass die Volumenberechnungen nicht nur für das Refluxvolumen sondern auch zur Beurteilung der Blasenkapazität von Bedeutung sind, um Blasendysfunktionen zu erkennen.
Deutsche Übersetzung (2002)**
K. Hahn, Klinik für Nuklearmedizin, LMU München, Deutschland
Überprüfung der deutschen Version (2007)
K. Hahn, Klinik für Nuklearmedizin, LMU München, Deutschland; A. Piepsz, University Medical Centre Ljubljana, Slovenien; T. Pfluger, Klinik für Nuklearmedizin, LMU München, Deutschland; C. Franzius; Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Münster, Deuschland
Anschrift für die Verfasser:
PD. Dr. Christiane Franzius
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Str. 33
48129 Münster
*Leitlinie des Paediatric Committee der European Association of Nuclear Medicine (EANM)
**Der Nuklearmediziner 2002; 25: 106-111
