- Anamnese:
Angaben über einen bestehenden Diabetes, vorausgegangene Operationen, eine vorrausgegangene externe Radiatio oder Chemotherapie sind unerlässlich. Bei dem Verdacht auf eine chronische Osteomyelitis sind Angaben über den Zeitpunkt und die Art vorrausgegangener Operationen und eine klinische Inspektion der infragekommenden Region notwendig. Bei prolongierten Fieberzuständen sollte nach organbezogenen Beschwerden gefahndet werden.
- Serum-Glukosespiegel:
Vor der Untersuchung sollte der Serum-Glukosespiegel bestimmt werden. Optimal sind Serum-Glukosespiegel <100-120 mg/dl. Höhere Spiegel sind keine Kontraindikation zur Untersuchung. Die Aufnahme von FDG in Entzündungszellen wird im Unterschied zu Tumorgewebe durch erhöhte Glukosespiegel nur geringgradig gehemmt (37, 38).
- Spezielle Vorbereitung:
Die Patienten sollten vor der Untersuchung mindestens 8 Stunden nüchtern sein um niedrige Serum-Glukosespiegel zu gewährleisten. Hierdurch wird u.a. die Glukoseaufnahme in das Myokard und in der quergestreiften Muskulatur reduziert. Am Morgen des Untersuchungstages kann Kaffee oder Tee ohne Milch und Zucker getrunken werden. Koffeinhaltige Getränke sind in den letzten 8 Stunden vor Applikation von FDG zu vermeiden, da es Hinweise gibt, daß hierdurch der kardiale Uptake erhöht wird. Vor Applikation des Radiopharmakons wird der Patient über eine halbe Stunde bequem gelagert. Jede muskuläre Anstrengung sollte auf ein Minimum begrenzt werden, um die Aufnahme des Radiopharmazeutikums im Muskel gering zu halten. Auf eine ausreichende Hydrierung (10-20 ml/Kg) sollte geachtet werden.
- Darmuptake von FDG:
Es konnte gezeigt werden, daß eine Prämedikation mit Butylscopolamin (20 mg) bei FDG-PET-Patienten eine effektive Maßnahme zur Reduktion einer differentialdiagnostisch manchmal schwer zu interpretierenden Darmanreicherung darstellt. Insbesondere bei Patienten mit FUO oder okkulter Sepsis sollte von dieser Maßnahme Gebrauch gemacht werden, da das Abdomen immer mituntersucht wird. Kontraindikationen (Glaukom, Harnverhalt) sind zu beachten (32).
- Blasenkatheter:
In Einzelfällen muß ein Blasenkatheter gelegt werden, um Rekonstruktionsartefakte durch hohe Aktivitäten in der Blase zu vermeiden. Die Gabe eines Diuretikums kann sinnvoll sein um störende Aktivitäten im Nierenbecken und in den Ureteren zu vermeiden.
- Vorsichtsmaßnahmen:
spezielle Vorsichtsmaßnahmen sind nicht erforderlich.
- Radiopharmazeutikum:
Bei dedizierten Systemen werden beim Erwachsenen ca. 400 MBq intravenös appliziert. Wird eine Koinzidenzkamera verwendet, muß die Aktivität auf 300-500 MBq reduziert werden. Bei der Untersuchung von Kindern werden 5-10 MBq/Kg FDG appliziert.
- Strahlenexposition:
| Tabelle 1: Strahlenexposition für Erwachsene |
| Radioaktives Arzneimittel | Verabreichte Aktivität (MBq) | Maximale Organexposition (mGy) | Effektive Dosis(mSv/ MBq)*
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|---|
| FDG | 400 | 0,16 Blase | 0,019
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| Tabelle 2: Strahlenexposition für Kinder ( 5 Jahre) |
| Radioaktives Arzneimittel | Verabreichte Aktivität (MBq) | Maximale Organexposition (mGy) | Effektive Dosis(mSv/ MBq)*
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|---|
| FDG | 5-10 MBq/Kg | 0,32 Blase | 0,05
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*ICRP Publication 80: Radiation Dose to Patients from Radiopharmaceuticals. Annals of the ICRP Volume 28/3, 2000.
- Akquisition:
Die Akquisition richtet sich nach der zugrunde liegenden Fragestellung und den verfügbaren Systemen (dPET, kPET) und umfasst folgende Möglichkeiten (34):
- Teilkörpertomographie: Dieser Akquisitionsmodus wird verwendet, wenn der entzündliche Herd bereits bekannt ist, beispielsweise bei der Frage nach einer chronischen Osteomyelitis. Durch sequentielle Aufnahmen (z.B. nach 30 und 120 Minuten p.i.) und Bestimmung des SUV (Standardized Uptake Value) in der frühen und späten Phase scheint eine Differenzierung zwischen tumorbedingten und entzündlichen Läsionen möglich zu sein (28). Eine solche Differentialdiagnose stellt sich häufiger bei pathologischen Befunden im Achsenskelett.
- Ganzkörpertomographie: Bei Fieber unklarer Genese und bei der Suche nach einem septischen Fokus sollte prinzipiell eine Ganzkörpertomographie erfolgen. Aufgrund der technischen Besonderheiten der kPET wird dies nicht immer möglich sein. Hier sollte zumindest der gesamte Körperstamm untersucht werden.
- Schwächungskorrektur: Dedizierte Systeme und zunehmend auch kPET-Systeme bieten die Möglichkeit einer Transmissionsmessung mittels externer Strahlenquellen, die im Bereich des Körperstammes und der Extremitäten eingesetzt werden. Im Bereich des ZNS haben sich geometrische Verfahren bewährt.
Die Akquisition der Daten kann bereits 30 Minuten nach Applikation des Radiopharmazeutikums beginnen. Der Aufnahmemodus mit dPET-Systemen entspricht dem im Kapitel: "Leitlinien zur Tumordarstellung mit (F-18)-Fluordeoxyglukose (FDG)" vorgeschlagenen Algorithmus. Bei Verwendung von kPET-Systemen sollten die Kameraköpfe mit axialen Septen ausgestattet und die Möglichlichkeit einer Schwächungskorrektur gegeben sein. Bei FUO-Patienten, Patienten mit okkulter Sepsis und Vaskulitis-Patienten sollte bei Verwendung dedizierter Systeme der Ganzkörper untersucht werden. Bei der Kamera-PET ist dies wegen den eingesetzten Aktivitäten und der langen Untersuchungsdauer meist nicht möglich. Hier muß man sich auf den Körperstamm beschränken. Bei Patienten mit dem Verdacht auf eine lokalisierte Osteomyelitis kann die Akquisition auf ein transaxiales Tomogramm der interessierenden Region beschränkt werden.
- Daten und Bildverarbeitung: Die Bildverarbeitung und Dokumentation bei mit dPET-Systemen erhobenen Daten entspricht dem im Kapitel: "Leitlinien zur Tumordarstellung mit (F-18)-Fluordeoxyglukose (FDG)" vorgeschlagenen Vorgehen. Bei kPET-Systemen sollte zur Rekonstruktion möglichst ein iterativer Algorithmus eingesetzt werden.