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Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin


 AWMF-Leitlinien-Register  Nr. 031/025   Entwicklungsstufe:  1 

 

Durchführung der DMSA-Szintigraphie bei Kindern

  1. Zielsetzung
  2. Zweck dieser Empfehlung ist es, dem nuklearmedizinischen Team bei Tc-DMSA-Szintigraphien von Kindern Hilfestellung für die tägliche Routine zu geben. Die Empfehlung enthält Informationen über Indikationen, Aufnahmeparameter, Auswertung und Interpretation der DMSA-Szintigraphie bei Kindern.
    Diese Empfehlung wurde auch teilweise durch die entsprechende Leitlinie der amerikanischen Society of Nuclear Medicine beeinflusst, die im Journal of Nuclear Medicine erschienen ist (13). Zudem wurde die vorliegende Empfehlung stark beeinflusst durch eine internationale Konsensuskonferenz zur Szintigraphie des Nierenparenchyms, die anlässlich der internationalen Conference of Radionuclides in Nephro-Urology 1998 in Kopenhagen stattfand und deren Ergebnisse 1999 in den Seminars of Nuclear Medicine erschienen sind (15). Die vorliegende Empfehlung ist die überarbeitete deutsche Version der EANM guidelines, die die Meinung des Paediatric Committee der EANM zusammenfasst und daher mehr auf die europäische Vorgehensweise ausgerichtet ist. Die deutschen diagnostischen Referenzwerte für nuklearmedizinische Untersuchungen wurden bei den angegebenen Aktivitätsmengen berücksichtigt. Die Empfehlungen sollte immer in Zusammenhang mit lokalen Qualitätsstandards und Vorschriften gesehen werden.

  3. Hintergrundinformationen und Definitionen
  4. Wesentliche Indikation zur Durchführung einer DMSA-Szintigraphie ist der Nachweis oder Ausschluss von Nierenparenchymdefekten, die durch entzündliche Veränderungen hervorgerufen werden. Verglichen mit Ultraschalluntersuchung und i. v. Urogramm, ist die Sensitivität der DMSA-Szintigraphie sowohl bei der akuten als auch der chronischen Pyelonephritis außerordentlich hoch (1, 2, 5). Allerdings sind die nachweisbaren Läsionen nicht spezifisch für entzündliche Veränderungen, da auch Nierenabszesse und -zysten, Doppelnieren und Hydronephrosen ähnliche Bilder erzeugen können. Die Kombination von Ultraschall und DMSA-Szintigraphie ermöglicht jedoch eine gute Differenzierung zwischen diesen einzelnen Krankheitsbildern.
    Liegen partielle Hydronephrosen vor, kann das Radiopharmakon im Nierenhohlraumsystem gespeichert werden und dadurch Schwierigkeiten bei der Interpretation der Nierenparenchymbilder bedingen.
    Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass die DMSA-Szintigraphie sehr empfindlich sowohl akute als auch chronisch-entzündliche Veränderungen im Nierenparenchym nachweisen kann (11, 20-22, 27).
    Beschränkt man die Aussage auf "normales Nierenparenchym" oder "nicht normales Nierenparenchym", so ist die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse bei DMSA-Szintigraphien hervorragend, obwohl sich in der Literatur auch negativere Berichte finden lassen.
    Auch zur Verlaufskontrolle des Nierenparenchyms stellt die DMSA-Szintigraphie heute die Methode der Wahl dar. Als erster Termin für eine Kontrolle werden heute 6 Monate nach der akuten Infektion angesehen, da man zu diesem Zeitpunkt davon ausgehen kann, dass DMSA-Abnormitäten durch postentzündliche narbige Veränderungen bedingt sind.
    Weniger eindeutig sind die Verhältnisse bei der akuten Pyelonephritis. Diejenigen, die eine DMSA-Szintigraphie bei der akuten Pyelonephritis befürworten, argumentieren, dass die klinischen und biologischen Parameter nur sehr unvollständige Hinweise auf eine akute Pyelonephritis geben würden. Zudem würde die DMSA-Szintigraphie bei der akuten Pyelonephritis hilfreich sein, um die Gruppe derjenigen Kinder definieren zu können, die ein besonders starkes Risiko zur Entwicklung von entzündlich bedingten Narben aufweisen (12).
    Andere Autoren sind der Meinung, dass bei der akuten Pyelonephritis eine DMSA-Szintigraphie nicht erforderlich sei, da die Hälfte aller entzündlichen Veränderungen als Zwischenstadien angesehen werden müssen, die bei späteren Kontrollen wieder verschwunden seien (25). Die bereits angeführte Konsensuskonferenz in Kopenhagen hat hierzu gezeigt, dass nur von 50% der nuklearmedizinischen Experten die DMSA-Szintigraphie regelmäßig bei der Indikation "akute Pyelonephritis" durchgeführt wird.

  5. Klinische Indikationen
  6. Indikationen

    Kontraindikationen

  7. Durchführung
    1. Informationen über frühere relevante Untersuchungen
    2. Vorbereitung des Patienten
    3. Vorsichtsmaßnahmen
    4. Radiopharmazeutikum
    5. Durchführung der Untersuchung
    6. Interventionen:
    7. Auswertung
    8. Darstellung der Bilder
    9. Interpretation/Befundung/Fehlermöglichkeiten
    10. Qualitätskontrolle

  8. Weitere wissenschaftliche Studien sind für folgende Punkte erforderlich
    1. Pinhole-Aufnahmen: systematische Studien zur klinischen Wertigkeit und zu Fehlermöglichkeiten
    2. Einführung einer Klassifikation für DMSA-Abnormitäten: prospektive Untersuchungen zum prognostischen Wert verschiedener szintigraphischer Veränderungen
    3. Klinische Wertigkeit der DMSA-Untersuchungen bei akuten Niereninfektionen und klinischer Beitrag dieser Untersuchung zur weiteren Therapie und zum weiteren Verlauf
    4. Klinische Wertigkeit - bei Langzeituntersuchungen - der verschiedenen Formen von szintigraphischen Veränderungen bei chronischen Entzündungen (Nierenfunktion, Blutdruck)


Literatur

  1. Benador D, Benador N, Slosman D, et al. Cortical scintigraphy in the evaluation of renal parenchymal changes in children with pyelonephritis. J Pediatr 1994; 124: 17-20.
  2. Bjorgvinsson E, Majd M, Eggli K. Diagnosis of acute pyelonephritis in children: Comparison of sonography and TC-99m DMSA scintigraph. Am J Roentgenol 1991; 157: 539-543.
  3. Bundesamt für Strahlenschutz. Bekanntmachung der diagnostischen Referenzwerte für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen. BAnz Nr. 143 vom 05.08.2003
  4. De Sadeleer C, Bossuyt A, Goes E, et al. Renal techne-tium-99m-DMSA SPECT in normal volunteers. J Nucl Med 1996; 37: 1346-1349.
  5. Farnsworth R, Rossleigh M, Leighton D, et al. The detection of reflux nephropathy in infants by Tc-99m DMSA studies. J Urol 1991; 145: 542-546.
  6. Gordon I. Issues surrounding preparation, information and handling the child and parent in nuclear medicine. J Nucl Med 1998; 39: 490-494.
  7. Gordon l, Evans P, Peters A, et al. The quantitation of Tc-99m DMSA in paediatrics. Nucl Med Commun 1987; 8: 661-670.
  8. Lassmann M, Biassoni L, Monieurs M, et al. The New EANM Dosage Card. Eur J Nucl Med Mol Imaging 2007; in press
  9. Ljung B. The child in diagnostic nuclear medicine. Eur J Nucl Med 1997; 24: 683-690.
  10. Lythgoe M, Gordon I. Estimation and relevance of depth correction in paediatric renal studies. Eur J Nucl Med 1998; 25: 115-119.
  11. Majd M, Rushton H, Chandra R, et al. Tc-99m DMSA renal cortical scintigraphy to detect experimental acute pyelonephritis in piglets: Comparison of planar (pinhole) and SPECT imaging. J Nucl Med 1996; 37: 1731-1734.
  12. Mandell G. Economic issue in pediatric nuclear medicine: Cortical scanning of acute pyelonephritis. Quart J Nucl Med 1997; 41: 302-308.
  13. Mondell G, Eggli D, Gilday D, et al. Procedure guideline for renal cortical scintigraphy in children. J Nucl Med 1987; 38: 1644-1646.
  14. Müller-Suur R, Gutsche H. No evidence for tubular reabsorption of DMSA. Eur J Nucl Med 1994; 21: 744.
  15. Piepsz A, Blaufox M, Gordon l, et al. Consensus on renal cortical scintigraphy in children with urinary tract infection. Semin Nucl Med 1999; 29: 160-174.
  16. Piepsz A, Hahn K, Roca I, et al. A radiopharmaceutical schedule for image in pediatric. Recommendations of the pediatric task group of the European Association of Nuclear Medicine. Eur J Nucl Med 1990; 17: 127-129.
  17. Piepsz A, Tamminen-Möbius T, Reiners C, et al. Five-year study of medical or surgical treatment in children with severe vesicoureteral reflux; dimercapto-uccinic acid findings. Eur J Pediatr 1998; 157: 753-758.
  18. Pintelon H, Dejonckheere M, Piepsz A. Pediatric nuclear medicine: A practical approach. Quart J Nucl Med 1997; 41: 263-268.
  19. Pintelon H, Jonckheer M, Piepsz A. Paediatric nuclear medicine procedures: Routine sedation or management of anxiety? Nucl Med Commun 1994; 15: 664-666.
  20. Risdon R, Rodley M, Parkhouse H, et al. Renal pathology and the Tc-99m DMSA image during the evolution of early pyelonephritic scar: An experimental study. J Urol 1994; 151: 767-773.
  21. Rossleigh M, Farnsworth R, Leighton D, et al. Technetium-99m Dimercaptosuccinic acid scintigraphy studies of renal cortical scarring and renal length. J Nucl Med 1998; 39: 1280-1285.
  22. Rushton H, Majd M, Chandra R, et al. Evaluation of Tc-99m DMSA renal scans in experimental acute pyelonephritis in piglets. J Urol, part 2 1988; 140: 1169-1174.
  23. Smith T, Evans K, Lythgoe M, et al. Comparison of radiation dose from intravenous urography and Tc-99m DMSA scintigraphy in children. Br J Radiol 1998; 71: 314-319.
  24. Smith T, Evans K, Lythgoe M, et al. Radiation dosimetry of TC-99m DMSA in children. J Nucl Med 1996; 37: 1336-1342.
  25. Stokland E, Hellström M, Jacobsson B, et al. Renal damage one year after first urinary tract infection: Role of DMSA scintigraphy. J Pediatr 1996; 129: 815-820.
  26. Vestergren E. Administered activity of Tc-99m DMSA for kidney scintigraphy in children. Nucl Med Commun 1998; 19: 695-701.
  27. Wikstad T, Hannerz L, Karlsson A, et al. Tc-99m DMSA scintigraphy in the diagnosis of acute pyelonephritis in rats. Pediatr Nephrol 1990; 4: 331-334.


Verfahren zur Konsensbidlung

Erstellungsdatum:

12/1999

Letzte Überarbeitung:

11/2007

Nächste Überprüfung geplant:

k.A.


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Stand der letzten Aktualisierung: 11/2007
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