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| Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften |
| AWMF-Leitlinien-Register | Nr. 031/017 | Entwicklungsstufe: | 1 |
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| Abbildung 1: Zellisolierungs- und Markierungsschema (nach 6) |
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Vorbemerkung: die Zellisolierung und -markierung sollte in einer laminaren Strömungskammer unter Verwendung sterilen Entnahmematerials bei Raumtemperatur durchgeführt werden. Während des gesamten Markierungsvorgangs müssen Schutzhandschuhe getragen werden. Auf eine genaue Beschriftung, insbesondere bei paralleler Markierung mehrerer Patientenproben, muss peinlich geachtet werden. Das dem Patienten entnommene Blutvolumen und die eingesetzte Radioaktivität richten sich nach dem Körpergewicht bzw. bei Kindern nach den einschlägigen Empfehlungen.
VARIATIONEN DIESES SCHEMAS SIND MÖGLICH |
| Tabelle 1: Strahlenexposition für Patienten bei der Szintigraphie mit Tc-99m-HMPAO-markierten Leukozyten (Dosisberechnung nach ICRP 53, S. 323) |
| Verabreichte Aktivität (MBq) | Maximale Organbelastung (mGy/MBq) | Effektive Dosis (mSv/MBq) | |
|---|---|---|---|
| Erwachsene | 185-370 | 0,15 (Milz) | 0,017 |
| Kinder | 92-185 | 0,48 (Milz) | 0,054 |
| Tabelle 2: Untersuchungsabläufe der Tc-99m-HMPAO-Leukozytenszintigraphie bei verschiedenen Erkrankungen (16,17) |
| Diagnose | Frühaufnahmen | Spätaufnahmen I | Spätaufnahmen II16-24 h p.i. |
|---|---|---|---|
| Abdomineller Abszeß | Erwachsene: 0,5-1 h p.i. Kinder:20-40 min p.i. | bis 4 h p.i. | selten erforderlich |
| Entzündliche oder ischämische Darmerkrankungen | Erwachsene: 0,5-1 h p.i. Kinder:20-40 min p.i. | bis 3 h p.i. | wegen physiologischer Darmaktivität nicht ergiebig |
| Thorakale Infektionen | erschwert durch Blutpolüberlagerung | 4-8 h p.i. | bei negativem Ergebnis der früheren Aufanhmen |
| Osteomyelitis | nicht erforderlich | 4-8 h-p.i. | bei negativem Ergebnis der früheren Aufnahmen |
Falsch negative Ergebnisse können bei sehr schneller Ausscheidung der markierten Leukozyten aus dem entzündeten Darmsegment in das Darmlumen auftreten, insbesondere im Dünndarm bei Diarrhoe.
Starke Harnblasenaktivität kann Entzündungsherde im kleinen Becken verschleiern. Aus diesem Grunde ist eine Harnblasenentleerung vor Aufnahmebeginn wichtig (ggf. Katheterisierung).
Die physiologische Nierenaktivität erschwert die Diagnose einer Pyelonephritis oder kleinerer Nierenabszesse. Hier sind In-111-Oxin-markierte Leukozyten zuverlässiger.
Chronische abgekapselte Abszesse oder "low grade"-Infekte, insbesondere in den Knochen, werden häufig übersehen.
Residuale diffuse Lungenaktivität, zumeist bei Patienten mit Herz- oder Niereninsuffizienz, kann fokale Infektionen überlagern, insbesondere 4 bis 6 Stunden p.i.
Falsch positive Ergebnisse kommen vor bei sehr schnellem Darmtransit und einer fokalen Akkumulation im Zökum, insbesondere wenn die Untersuchung bei Kindern frühzeitig (z.B. eine Stunde p.i.) durchgeführt wird.
Aktive gastrointestinale Blutungen oder verschluckte radioaktiv markierte Leukozyten bei Entzündungen im HNO-Bereich oder in der Lunge können zu einer falsch positiven intestinalen Anreicherung führen.
Fokale Ansammlungen markierter Leukozyten bei Peritonitis können fälschlicherweise als Abszess aufgefasst werden.
Ebenso können Hämatome oder peritumorale leukozytäre Infiltrationen und Lymphome einen Abszess vortäuschen.
Nicht infizierte Gefäßprothesen oder Shunts können sich z.B. bei reparativen Prozessen oder nach Blutungen wie ein entzündlicher Fokus darstellen.
