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| Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften |
| AWMF-Leitlinien-Register | Nr. 031/012 | Entwicklungsstufe: | 1 |
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| Tabelle 1: Strahlenexposition bei Erwachsenen nach ICRP 53 (5) und ICRP 80 (6), unter der Annahme von 35% Radioioduptake |
| Radiopharmakon | applizierte Aktivität (MBq) | höchst exponiertes Organ (mGy/MBq) | effektive Dosis (mSv/MBq) |
|---|---|---|---|
| 131I-Iodid | 3 p.o. | 500 Schilddrüse | 24 |
| 123I-Iodid | 10 p.o. / i.v. | 4,5 Schilddrüse | 0,22 |
Die für die Radioiodtherapie zu applizierende Aktivität errechnet sich nach
mit
M: Masse des Zielvolumens,
Anmerkung: Da die Masse des Zielvolumens linear in die Berechnung der zu applizierenden Aktivität eingeht, ist diese so genau wie möglich mittels bildgebender Verfahren zu bestimmen. Der Fehler der absoluten Bestimmung der Masse der gesamten Schilddrüsen mittels planarem Ultraschall liegt in der Größenordnung von 25%, somit kann die Aktivitätsberechnung bei einer vorgegbenen Zieldosis nicht genauer sein. Bei der Ausmessung von Teilvolumina mittels Sonographie oder bei Verwendung anderer bildgebenden Verfahren kann der Fehler geringer sein
D: Zu erzielende Energiedosis im Zielvolumen,
RIU(t): Radioioduptake (in Prozent) als Funktion der Zeit.
F: Umrechnungsfaktor, der physikalische Konstanten, sowie die mittlere im Zielvolumen deponierte Energie pro Zerfall enthält
Für ein Schilddrüsenvolumen von 20 ml ist
F = 24,7 MBq·d·%·g-1·Gy-1 (MIRD-Pamphlet 11).
Anmerkung: Dieser Faktor berücksichtigt eine Schilddrüse von 20 g (5% Anteil der Gammastrahlung). Im Einzelfall können volumenabhängige Korrekturen angebracht werden.
Sofern nicht mindestens 3 Uptake-Messungen durchgeführt und die Parameter der Iodkinetik daraus errechnet wurden, ist das Integral in Gl. (2) nicht bekannt. Die zu applizierende Aktivität wird dann entweder nach Gl. (3) oder Gl. (5) errechnet:
mit
RIUmax: maximaler Radioioduptake, gemessen zum Zeitpunkt t1
HWZeff: effektive Halbwertzeit
Der zweite Summand im Nenner berücksichtigt die Aufnahme des Iods in die Schilddrüse.
In der Regel werden weder RIUmax noch HWZeff direkt gemessen. Da jedoch der maximale Radioioduptake je nach Erkrankung zwischen 8 und 30 Stunden nach Applikation erreicht wird, kann der 24-Stunden-Uptake in guter Näherung für RIUmax verwendet werden.
Sofern mehrere Messungen durchgeführt wurden, lässt sich hieraus näherungsweise die effektive Halbwertzeit HWZeff bestimmen:
t1, t2: Zeitpunkte nach Applikation der Uptake-Messungen RIU1, RIU2
Dabei sollte t1 1 Tag, t2 4 bis 8 Tage betragen. Es ist für die Zuverlässigkeit der Berechnung nach Gl. (4) von erheblicher Bedeutung, dass t1 nicht vor Erreichen des maximalen Uptakes liegt, da sonst die effektive Halbwertzeit fälschlich zu hoch errechnet wird.
Sofern nur eine Uptake-Messung nach 24 Stunden durchgeführt wird, muss für HWZeff ein mittlerer Wert für die jeweilige Erkrankung verwendet werden.
Bei Anwendung von Gl. (5. Formel) wird nur eine Uptake-Messung benötigt:
mit t: Zeitpunkt nach Applikation der Uptake-Messung RIU. Dabei muss t zwischen 5 und 8 Tagen betragen. Diese Vorgehensweise liefert um so bessere Ergebnisse, je näher der Zeitpunkt t an der tatsächlichen Halbwertzeit des Iods in der Schilddrüse liegt.
Sofern die Berechnung durch ein vom Hersteller der Sonde oder der Gammakamera geliefertes Programm erfolgt, ist dafür Sorge zu tragen, dass dieses einer der hier geschilderten Vorgehensweisen entspricht..
Für die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP)
W. Eschner, M. Lassmann
Federführend und Koprrespondenz:
PD Dr. med. M. Dietlein
Klinik und Poliklink für Nuklearmedizin der Universität zu Köln
50924 Köln
Tel.: (0221) 478 58 56; FAX: (0221) 478 67 77
