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| Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften |
| AWMF-Leitlinien-Register | Nr. 030/039 | Entwicklungsstufe: | 1 |
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Andere zusätzliche neurologische Symptome wie Paresen, Pyramidenbahnzeichen, Ataxie oder kognitive Leistungseinbußen schließen die Diagnose einer idiopathischen Dystonie aus.
Tabelle 1: Mögliche zusatzdiagnostische Untersuchungen bei dystonen Syndromen, die in Abhängigkeit von klinischem Befund und Anamnese ausgewählt werden sollten
| Idiopathische Dystonie (keine unvereinbaren Hinweise in Befund und Anamnese) | Verdacht aufsekundäre Dystonie | ||
|---|---|---|---|
| Beginn im Kindes-, Jugendalter | Beginn im Erwachsenenalter | ||
| Kraniale Kernspintomographie | + | + | + |
| EEG | + | + | |
| Augenärztliche Spaltlampenuntersuchung | + | +* | + |
| Blut: BB, BSG, Leber-, Nierenwerte, Gerinnung | + | + | + |
| Coeruloplasmin | + | +* | + |
| Kupfer | + | +* | + |
| Lues-Serologie | + | + | + |
| Antinukleäre Antikörper (AK) | + | + | |
| Schilddrüsen-AK | + | + | |
| Immunelektrophorese | + | ||
| Aminosäuren | + | ||
| Lysosomale Enzyme | + | ||
| Langkettige Fettsäuren | + | ||
| Alpha-Fetoprotein | + | ||
| Blutausstrich (Akanthozyten) | + | ||
| Liquor | + | + | |
| Urin: Kupferausscheidung | + | +* | + |
| Aminosäuren | + | ||
| Oligosaccharide | + | ||
| Mukopolysaccharide | + | ||
| Biopsien: Muskel | + | ||
| Genetische Untersuchung (z. B. DYT1, DYT 11, DRD) | + | (+) | |
Bei der Differenzialdiagnose kommt der Anamnese eine zentrale Bedeutung zu. Insbesondere sind die Frage nach dem Lebensalter bei Symptombeginn, dem Geburtsverlauf, der frühkindlichen motorischen Entwicklung, den vorangegangenen Hirntraumen oder -entzündungen, der familiären Häufung von Bewegungsstörungen sowie die Medikamentenanamnese zu klären. Bei klinischen oder anamnestischen Hinweisen auf eine symptomatische Form oder bei Beginn im Kindes- oder Jugendalter ist eine aufwändigere Diagnostik erforderlich, da eine Reihe von Stoffwechselstörungen ausgeschlossen werden muss, deren Behandlung möglicherweise sekundäre Folgeschäden verhindern kann. Tabelle 1 gibt eine Übersicht über sinnvolle Untersuchungen bei dystonen Syndromen in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Erstmanifestation und der Klinik.
Obgleich mittlerweile eine Reihe familiärer Dystonien genetisch klassifiziert werden konnte, ist eine molekulargenetische Diagnostik nur in gut begründeten Einzelfällen indiziert: Bei allen idiopathisch generalisierten Dystonie mit Beginn im Kindes- und Jugendalter, insbesondere wenn die Symptomatik in Hand oder Fuß beginnt, ist an eine DYT1-Mutation zu denken. Auch bei negativer Familienanamnese ist wegen der reduzierten Penetranz und variablen Expression eine genetische Untersuchung auf das Vorliegen dieser Mutation sinnvoll. Bei der Myoklonus-Dystonie mit alkoholresponsiven Myoklonien, frühem Erkrankungsbeginn und positiver Familienanamnese lassen sich bei über 80% der Fälle heterozygote exonische Mutationen im Gen für Epsilon-Sarkoglykan (DYT11) nachweisen. Unwahrscheinlich sind Mutationen jedoch bei Patienten ohne Myoklonien, einem reinen Kopftremor oder einem Haltetremor der Extremitäten. Für die große Gruppe der idiopathischen fokalen oder segmentalen Dystonien des Erwachsenenalters ist keine genetische Diagnostik sinnvoll.
4.2.1 Anticholinergika
4.2.2 Weitere Medikamente und Kombinationstherapie
4.3.1 Peripher denervierende Verfahren
4.3.2 Intrathekale Baclofengabe
4.3.3 Stereotaktische Operationsverfahren
4.4.1 Fokale Dystonien
Oromandibuläre Dystonie
Zervikale Dystonie (Torticollis spasmodicus)
Schreibkrampf (Graphospasmus)
Laryngeale Dystonie (spasmodische Dysphonie)
Botulinumtoxin (⇑)
4.4.2 Segmentale, multifokale und generalisierte Dystonien
Idiopathisch generalisierte, multifokale oder schwere segmentale Dystonien des Erwachsenenalters
Tardive Dystonien
| Cave | Exazerbation einer vorbestehenden Psychose |
| Cave | Exazerbation einer vorbestehenden Psychose |
Andere sekundäre Dystonien
Für Österreich: Prof. Dr. Werner Poewe, Universitäts-Klinik für Neurologie, Innsbruck
Für die Schweiz: PD Dr. Alain Kaelin, Neurologische Universitätsklinik, Bern
Federführend: Prof. Dr. Jens Volkmann, Neurologische Klinik der Christian-Albrechts-Universität, Schittenhelmstraße 10, 24105 Kiel
E-Mail: j.volkmann@neurologie.uni.de
Die Konsensusbildung erfolgte mit einem modifizierten Delphi-Verfahren. Die Leitlinie wurde überarbeitet durch die Leitlinienkommission der DGN.
