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| Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften |
| AWMF-Leitlinien-Register | Nr. 030/036 | Entwicklungsstufe: | 1 |
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Sie unterscheiden sich in Dauer, Frequenz, Rhythmik und Intensität der Schmerzattacken, autonome Begleitsymptome treten mehr oder weniger stark ausgeprägt auf (Goadsby 1999). Die pathophysiologischen Zusammenhänge werden derzeit intensiv untersucht (May 2005). Die chronisch-paroxysmale Hemikranie und die episodische paroxysmale Hemikranie sprechen fast ausschließlich auf Indometacin an (Headache Classification Committee of the International Headache Society 2004).
Notwendig
Im Einzelfall erforderlich
Stationäre Aufnahme sinnvoll
3.1.1 Attackenkupierung
Tabelle 1: Medikamentöse Therapie von Kopfschmerzen aus dem Formenkreis der trigeminoautonomen Kopfschmerzen (TAK)
| Clusterkopfschmerz | Paroxysmale Hemikranie | SUNCT-Syndrom | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
Akuttherapie:
| Inhalation Sauerstoff (⇑⇑) Sumatriptan (Imigran) 6 mg s. c. (⇑⇑) Zolmitriptan (Zomig) 5 mg nasal (⇑) | Derzeit keine wirksame Therapie bekannt | Derzeit keine wirksame Therapie bekannt | ||||
Akuttherapie:
| Instillation von Lidocain-Nasenspray (⇑) Bei langen Attacken: Sumatriptan nasal (⇑) oder Zolmitriptan 5 mg p. o. (⇑) | ||||||
Prophylaxe:
| Verapamil (z. B. Isoptin) bis 560 mg (⇑⇑) Kortikoide 100 mg (⇑⇑), evtl. höher dosiert | Indometacin 100-200 mg (⇑⇑) | Lamotrigen (Lamictal)100-200 mg (⇑) | ||||
Prophylaxe:
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Die topische Anwendung von Lokalanästhetika wie auch die von Sauerstoff hilft nur einem Teil der Patienten und auch nicht immer. Trotzdem sollte jeder Patient mit Clusterkopfschmerzen einmal im Leben diese Therapien ausprobiert haben, da bei Wirksamkeit systemische Nebenwirkungen vermieden werden (May 2005). Dies ist umso wichtiger, als die Attackenfrequenz 8-12 Attacken pro 24 Stunden umfassen kann. Im Übrigen ist Sumatriptan Mittel der Wahl, da es parenteral verabreicht werden kann und eine oral zugeführte Medikation wegen der kurzen Attackendauer von 15-180 Minuten zu spät wirkt. Von Sumatriptan s. c. sind wahrscheinlich auch niedrigere Dosierungen als 6 mg wirksam. Es gibt es Hinweise, dass Zolmitriptan-Nasenspray fast genauso schnell wirkt. Zolmitriptan-Nasenspray befindet sich im Zulassungsverfahren.
3.1.2 Prophylaxe
Verapamil ist in der Dosierung von 3-4 × 80 mg täglich das Mittel der ersten Wahl bei episodischem und chronischem Clusterkopfschmerz (May et al. 2004). In Abhängigkeit vom Therapieerfolg muss manchmal von erfahrenen Spezialisten unter kardialer Kontrolle auch höher (> 720 mg) dosiert werden. Kortikosteroide werden häufig additiv eingesetzt, z. B. im Sinne einer überbrückenden Therapie bei langsamem Wirkungseintritt von Verapamil. Ergotamin oder lang wirksame Triptane wie Naratriptan und Frovatriptan können in der Kurzprophylaxe (d. h. bis eine andere prophylaktische Therapie greift) abends eingesetzt werden, vor allem bei Patienten, die unter nächtlichen Attacken leiden. Einzelberichte beschreiben einen positiven Effekt von Topiramat und Melatonin. Im Gegensatz zu anderen trigeminoautonomen Kopfschmerzen wirkt Indometacin bei Clusterkopfschmerzen nicht. Insbesondere die Therapie des chronischen Clusterkopfschmerzes ist schwierig und benötigt häufig auch Kombinationen der oben genannten Medikamente (May et al. 2006). In diesem Fall ist meist eine Überweisung zu einer spezialisierten Kopfschmerzambulanz nötig. Bei abschätzbar bekannter Länge der aktiven Periode wird eine wirksame Prophylaxe erst dann langsam reduziert und sukzessive abgesetzt. Bei chronischen Clusterkopfschmerzen sollte etwa alle 6 Monate ein Versuch der Reduzierung der Medikation versucht werden. Es gibt Hinweise, dass die i. v. Therapie mit Dihydroergotamin (9 mg in 3 Tagen z. B. über Perfusor) einen positiven Effekt sowohl beim episodischen als auch beim chronischen Clusterkopfschmerz haben kann (Magnoux u. Zlotnik 2004). Dihydroergotamin i. v., Pizotifen und Methysergid sind nur über die internationale Apotheke erhältlich.
Federführend: PD Dr. Arne May, Neurologische Universitätsklinik Hamburg (UKE), Martinistraße 52, 20246 Hamburg
E-Mail: a.may@uke.uni-hamburg.de
