Sozialer Stress und Gesundheit im mittleren und höheren Lebensalter
Unser Forschungsschwerpunkt untersucht Auswirkungen von sozialem Stress auf die Gesundheit von Menschen, insbesondere auf stressassoziierte Krankheiten (Herz-Kreislauf-Krankheiten, affektive Störungen) und auf Alterungsprozesse (veränderte kognitive Funktionen).
Sozialer Stress entsteht überall dort, wo wertvolle Handlungen oder Güter von Personen durch Handlungen anderer Personen bedroht oder beschädigt werden. Aus dem breiten Spektrum von sozialem Stress wurden von uns diejenigen Erfahrungen zur wissenschaftlichen Analyse ausgewählt, welche aus der Verletzung eines grundlegenden Prinzips von Geben und Nehmen im leistungsbezogenen zwischenmenschlichen Austausch resultieren (Verletzung der Norm sozialer Reziprozität; sog. soziale Gratifikationskrisen). Soziale Gratifikationskrisen entstehen überall dort, wo geleistete Verausgabung nicht durch eine angemessene Gegenleistung in entsprechenden Tauschmedien (v. a. Geld, Anerkennung und Wertschätzung, im Beruf zusätzlich Aufstieg und Arbeitsplatzsicherheit) belohnt wird.
Unser Forschungsprogramm untersucht gesundheitliche Folgen sozialer Gratifikationskrisen in der Berufsarbeit, im unbezahlten Engagement (Schwerpunkt ‚drittes Lebensalter’) und in engen sozialen Beziehungen. Die hierzu durchgeführten epidemiologischen Studien werden durch experimentelle Forschungen ergänzt.
Das von uns entwickelte theoretische Modell sozialer Gratifikationskrisen und seine Messung stellen eine profilbildende Innovation soziologischer Forschung in der medizinischen Wissenschaft dar.
1) Berufliche Stressbelastung (Modell beruflicher Gratifikationskrisen, ERI)
2) Soziale Produktivität im höheren Lebensalter (gesundes Altern)
3) Außerberufliche Stressbelastungen (soziale Gratifikationskrisen)
Social stress and health in midlife and early old age
Our research programme analyses effects of social stress on subjective and objective human health, in particular on stress-related diseases (cardiovascular diseases, affective disorders) and on aging (cognitive functioning). Social stress results from threats or damages to valued actions and goods of people caused by other people. Within this broad spectrum, we decided to concentrate on those types of social stress that result from the violation of a basic principle of effortful interpersonal exchange, the norm of social reciprocity. This violation manifests itself as an imbalance between high efforts spent and low rewards received in turn (effort-reward-imbalance). Rewards are provided in terms of money, esteem, and, in occupational contexts, of promotion prospects and job security.
Our research programme analyses adverse effects of failed social reciprocity on health and aging in paid work, in unpaid work (in particular during ‘third age’) and in close social relationships. Respective empirical research is based on epidemiological studies supplemented by experimental investigations.
The development of a theoretical model (effort-reward imbalance) and its measurement in our group is considered a particular innovation of sociological research in medical science.
1) Stress at work (Effort-reward-imbalance model, ERI)
