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  Projektbereiche   
 
Projektbereich A
"Kommunale Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche" 

Projektbereich B
"Qualitätsforschung im Gesundheitswesen" 

Projektbereich C
"Arbeitswelt, differentielle Erkrankungsrisiken und Gesundheitsförderung" 

 
  Projektbereich A: 
"Kommunale Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche" 

Der Forschungsschwerpunkt "Kommunale Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche" ist aus der projektübergreifenden Zusammenarbeit unter dem Thema "kommunale Gesundheitspoltik und Gesundheitsversorgung" hervorgegangen. Der Nordrhein-Westfälische Forschungsverbund Public Health hat von Beginn an die Reformbestrebungen im Öffentlichen Gesundheitswesen durch gesundheitswissenschaftliche Projekte unterstützt. Da die Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitswesens in der jeweiligen Gesetzgebung der Bundesländer festgelegt werden, richteten sich die Projekte vorzugsweise auf die Funktionen, die von den Ländern und den Kommunen wahrgenommen werden. Dabei standen die Gesundheitsberichterstattung (Erste Förderphase) und die kommunale Gesundheitspolitik (Zweite Förderphase) im Zentrum des Forschungsinteresses. Die kontinuierliche Zusammenarbeit der Projekte im Forschungsschwerpunkt untereinander stand daher im Zeichen unterschiedlicher Schwerpunkte, auf die hin gemeinsame Perspektiven entwickelt wurden. Obgleich von Förderphase zu Förderphase sich die Zusammensetzung der an dem Forschungsschwerpunkt beteiligten Projekte änderte, konnten jeweils gemeinsame Fragestellungen und Perspektiven zum Öffentlichen Gesundheitswesen gefunden werden. Die Interventionen, die in den beteiligten Projekten begleitet, analysiert und durchgeführt werden, wollen nicht nur unterschiedlichen Problemen vorbeugend begegnen. Sie müssen sich auch mit der Tatsache auseinandersetzen, dass die Zielgruppen selbst und deren Probleme nicht durch biologische, sondern durch gesellschaftliche Prozesse bestimmt sind. Die Problemlage, auf deren positive Veränderung hin Interventionen geplant und durchgeführt werden, enthält zumindest drei Dimensionen : eine biographische, eine soziale und eine sozial- und gesundheitspolitische. Die drei Zielgruppen der Projekte des Schwerpunktes wurden unter den Kriterien der Gefährdung durch soziale Benachteiligung, Isolation und Ausgrenzung sowie einer defizitären Hilfestruktur ausgewählt. Die Eignung und Wirksamkeit der jeweils für die Zielgruppe vorhandenen Hilfen - die sozial- und kommunalpolitische Dimension des Problems - bildet Gegenstand der Untersuchungen. Für diese Dimension konnten für den Schwerpunkte gemeinsam Hypothesen formuliert werden. Zu nennen sind hier in erster Linie Defizite in Bezug auf die Organisation der Hilfen: · Spezifische Angebote erreichen nur einen begrenzten Anteil der Zielgruppe · die ärztlichen und schulischen Basisangebote erreichen die Zielgruppe nahezu vollständig, sind jedoch von der Sache her überfordert · für die Initiierung, Unterstützung und Planung einer "systembezogenen" Zusammenarbeit mangelt es an institutionellen Voraussetzungen · die Wahrnehmung der Probleme ist durch Expertendefinitionen und durch die Interessen von Leistungsanbietern verzerrt. Die von den beteiligten Projekten beobachteten, begleiteten und/oder durchgeführten Interventionen verfolgen den Problemdimensionen entsprechend Ziele, die - ungeachtet ihrer jeweils projektspezifischen Ausformulierung - in den folgenden Dimensionen konvergieren · einen Erfolg bei der Zielgruppe (Alleinerziehende und deren Kinder, Suchtgefährdete, Schüler und Lehrer an Hauptschulen) anstreben · einen Erfolg in der Qualität der Hilfeangebote (für Alleinerziehende, Suchtgefährdete, Schüler und Lehrer) anzielen · das kommunale "System der Hilfen" ergebnis- und zielorientierter gestalten . Die theoretische Begründung für das Ziel, das System der Hilfen auf kommunaler Ebene zu optimieren, leitet sich aus der Systematisierung der Erfahrungen aus der vorangegangenen Förderphase und aus den Vorarbeiten der Projektleiter ab. Der Einwand, die Kommunen lehnten es aus Furcht vor finanzieller Überforderung ab, sich für die neuen Aufgaben kommunaler Gesundheitspolitik zu engagieren, hält der Realität nicht stand. Aufgrund der Finanzkrise werden die Aufgaben in den Kommunen nicht länger durch additive Maßnahmen (wie z.B. Stellenvermehrung) bewältigt, sondern mit einer Umschichtung von Personal und durch die Reorganisation von Behörden und Institutionen werden neue Wege beschritten - in jedem Fall ist eine Neuorientierung in der Aufgabenerledigung festzustellen und damit eine Offenheit für Innovationen gegeben. 

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Projektbereich B:
"Qualitätsforschung im Gesundheitswesen" 

Unser Gesundheitswesen befindet sich nach Jahrzehnten eines zum Teil recht ungestümen Wachstums in einem Prozeß der "schöpferischen Zerstörung" (Schumpeter). Der Kostendruck hat viele Selbstverständlichkeiten erschüttert und führt nunmehr nicht nur zu einem weiteren Umbau, sondern teilweise auch zum Abbau von Leistungen und Kapazitäten. Bei aller gegenwärtig herrschenden Ungewißheit über zukünftige Rahmenbedingungen lassen sich einige zentrale Zukunftsthemen jedoch bereits heute schon ausmachen, zu denen aus unserer Sicht ein auch längerfristiger Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht: Neben den Themen Steuerung und Finanzierung dürfte zukünftig insbesondere auch das Thema Qualität eine herausragende Rolle spielen. Bei der Behandlung dieser Themen stehen sich heute drei unterschiedliche Ansätze gegenüber: Die klinisch tätigen Ärzte und andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen setzen auf die Entwicklung von Richtlinien, Leitlinien und Empfehlungen sowie auf interne Kontrollmechanismen, die geeignet sein sollen, daß Qualitätsvorgaben einer Profession bei klinischen Entscheidungen auch tatsächlich Beachtung finden.

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Projektbereich C: 
"Arbeitswelt, differentielle Erkrankungsrisiken und Gesundheitsförderung" 

Soziale Ungleichheiten der Lebenserwartung, der Gesundheitserwartung, der Inzidenz und Prävalenz verschiedener weitverbreiteter chronisch degenerativer Erkrankungen sowie der subjektiven Gesundheit sind in allen entwickelten Industriegesellschaften, aus denen Daten vorliegen, belegt. "Niedriger Sozialstatus" ist der stärkste Einflussfaktor vorzeitiger Sterblichkeit in modernen Industrienationen. Der Unterschied bei der mittleren Lebenserwartungen zwischen den am stärksten und den am wenigsten benachteiligten Gruppen beträgt in Westeuropa bis zu fünf Jahren, und in Osteuropa ist er noch höher. Diese Unterschiede weisen in der Regel die Form eines inversen sozialen Gradienten auf: je niedriger die soziale Schichtzugehörigkeit, desto höher das Erkrankungsrisiko. Der steilste soziale Gradient von Morbidität und Mortalität wird im mitleren Erwachsenenalter (v.a. 35-64 Jahre bei Männer, zunehmend jedoch auch bei erwerbstätigen Frauen) beobachtet, wobei die Tatsache besonders beunruhigend ist, daß die sozialen Ungleichkeiten in letzter Zeit größer geworden sind. Bei der Erklärung dieses sozialen Gradienten stehen drei Ansätze im Vordergrund: · Gesundheitsschädigende Lebensweisen; · Ungünstige Lebensumstände in früher Kindheit, unter Einbeziehung entsprechender indirekter sozialer Selektionseffekte; · Chronische Belastungen und Risiken im Erwachsenenalter, wobei dem pathogenen Potential der Arbeitswelt besondere Bedeutung zukommt. Nicht zuletzt durch die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen, die sich in der voraussichtlichen Neuformulierung des § 20 SGB V niederschlagen, wird das Thema arbeitsweltbezogene bzw. betriebliche Gesundheitsförderung in Zukunft noch mehr ein Public Health Thema mit besonderer wissenschaftlicher, praktischer und politischer Relevanz sein. Der Nordrhein-Westfälische Forschungsverbund Public Health verfügt in diesem Forschungsgebiet über langjährig gewachsene Kompetenzen, insbesondere in den Bereichen Qualitätsmanagement in der betrieblichen Gesundheitsförderung, Testung und Entwicklung von Theorien sowie Messinstrumenten zur Identifikation psychosozialer arbeitsbedingter Gesundheitsbelastungen. Die praktische Relevanz der Forschungsergebnisse wurden und werden kontinuierlich anhand theoriegeleiteter betrieblicher Interventionen betont und unter Beweis gestellt. Darüber hinaus wurden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene intensive Kooperationsbeziehungen in Wissenschaft und Praxis aufgebaut. 

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