
Neuroendokrine GEP-Tumoren (GEP-NET)
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"nicht-funktionelle neuroendokrine Tumoren"
(non-functioning GEP - NET) ![]()
Sog. nicht-funktionelle Tumoren (non-functioning GEP-NET) produzieren im Gegensatz zum z.B. Insulinom, Gastrinom, Glucagonom u.a. kein eindeutig messbares Hormon. Ein typisches klinisches Syndrom läßt sich daher nicht ohne weiteres assoziieren.
Nicht-funktionelle neuroendokrine Tumoren werden zunehmend häufiger diagnostiziert, nicht selten als Zufallsbefunde bei gastrointestinalen Biopsien bzw. bei der Abklärung suspekter CT-, Sonographie-Befunde.
Nicht selten handelt es sich bei diesen Tumoren um klinisch stumme PPome
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NET des PANKREAS (P-NET, foregut tumors) NET des digestiven GI-Traktes (d-NET) |
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| "non-functioning islet-cell tumors" (Mehrzahl der Inselzell - Carcinome / islet cell carcinoma) |
nicht-funktionelle GEP-NET im Magen-Darm-Trakt (GI-Trakt): NET ohne klin. Carcinoid-Syndrom |
| Häufig hoher Malignitätsgrad. Pathologisch-anatomisch: gut-differenzierter (well-differentiated P-NET) oder undifferenzierter (undifferentiated P-NET) |
Pathologisch-anatomische Kriterien: "limited risk tumors" (LRT) / "increased risk turmors" (IRT) nukleäre Ki67-Expression, vaskuläre und/oder perineurale Invasion |
| Als nicht-funktionelle Tumoren (non-functioning P-NET) werden meist Tumoren bezeichnet, die lediglich im Serum zirkulierende typ. Tumormarker aufweisen (Chromogranin A, NSE, HCG, PP, Calcitonin). | Eine eventuell vorhandene hormonelle Sekretion ist nicht ausreichend, ein klinisches Syndrom / Symptome zu verursachen |
| Als nicht-sezernierende Tumoren (non-secreting P-NET) werden geleg.Tumoren bezeichnet, bei denen ausschließlich histochemisch (Immunfluoreszenz) Peptid- oder Tumormarker-Expressionen nachweisbar sind. |
s.u.: Gründe für Klassifikationsprobleme |
Therapeutische Strategien / Optionen
"nicht-funktionelle neuroendokrine Tumoren"

1. Zur Behandlung sind ausschließlich Zentren mit großer Erfahrung in der Therapie der GEP-NET geeignet
2. Die wichtigste Erstmaßnahme für die diagnostische und therapeutische Evaluation ist eine In111-Octreotid-Szintigraphie (Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie)
3. Bekannt sein müssen Lokalisation , Vorhandensein von Metastasen sowie der pathologisch-histologische Differenzierungsgrad (LRT: "limited risk tumor", IRT: " increased risk tumor")
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1. |
Resektion des Primärtumors |
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2. |
- gezielte Metastasen-Resektion |
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3. |
Hepatische Chemoembolisation (transarterielle Chemoperfusion und Embolisation) Hepatische Embolisation mit Acrylpolymeren, Histoacryl |
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4. |
Somatostatin-Analoga und Interferon- 2alpha |
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5. |
Systemische Chemotherapie bei undifferenzierten Tumoren |
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6. |
Radionuklidtherapie mit 90Yttrium- bzw. 177Lutetium-Somatostatin-Analogon (DOTATOC, DOTANOC, DOTATATE) |
| 7. | "In klinischer Erprobung" sind therapeutische Ansätze mit Inhibitoren bzw. Blockern von Wachstumsfaktoren (Angiogenese-Inhibitoren) durch synthetische monoklonale Antikörper (Hemmung der Wirkung von zirkulierendem VEGF = vascular endothelial growth factor) sowie Blocker des sog. mTOR-Signalwegs (Rapamycin, RAD001, Sirolimus, Everolimus) |
....... Gelegentlich werden unter nicht-funktionellen GEP-NET auch die Tumoren verstanden, die eindeutig neuroendokrinen Urprungs sind, aber keines der klassischen klinischen Syndrome aufweisen
Klassifikationsprobleme bei sog. nicht-funktionellen GEP-NET können sich aus folgenden Gründen ergeben:
1. wenn nicht auf alle denkbaren und seltenen Peptide getestet werden kann oder wurde,
2. wenn inaktive Vorstufen der Endhormone ohne bekannte physiologische Funktion gebildet werden,
3. wenn Peptide sezerniert werden, die selbst bei hohen Konzentrationen keine klinisch fassbare Wirkung zeigen,
4. wenn Peptide sezerniert werden, für die keine Assays verfügbar sind,
5. wenn die klinische Untersuchung und Befragung des Patienten oberflächlich durchgeführt wird,
6. wenn nur geringe Peptidmengen oder gleichzeitig inhibitorisch wirksame Peptide synthestisiert bzw. sezerniert werden,
7. wenn die Peptidsekretion reguliert und nicht autonom stattfindet,
8. wenn sich der vage bekannten physiologischen Funktion des Peptids keine eindeutige klinische Symptomatologie zuordnen läßt.
Nicht-funktionelle GEP-NET werden manchmal als solche "fehl"-klassifiziert trotz eindeutiger Hinweise für das Vorhandensein endokriner Maschinerie (z.B. positive Marker, positive Immunhistochemie, Nachweis eines Hormons).
Beispiele: häufig pankreatisches Polypeptidom (PPom) oder pankreatisches Calcitoninom ohne Hypocalcämie oder Steatorrhoe.
Ausnahme: "Proinsulinom" : Das im Vergleich zu Insulin deutlich geringer wirksame Proinsulin stellt bei vielen Insulinomen das dominante Peptid dar und verursacht ebenfalls eindeutig die typische Hypoglykämie-Klinik.