Fettgewebe schützt den Körper vor dem Erfrieren!



Die meisten Menschen möchten nicht fett sein. In kalten Gegenden ist ein kleines Fettpolster am Körper aber von großer Bedeutung, da es vor Kälte schützt. Es gibt aber nicht nur eine Sorte Fettgewebe, wie im Folgenden erklärt werden soll:

Fettgewebe besteht überwiegend aus Fettzellen (auch Adipocyten genannt), die in der Regel in Gruppen, aber auch einzeln in den Organen oder im Bindegewebe liegen. Meist bildet das Fett sogenannte Fettläppchen, die von einer Bindegewebskapsel umgeben sind.



Elektronenmikroskopische Aufnahme menschlicher Adipocyten (Fettzellen), die fast komplett mit Fetttropfen ausgefüllt sind. Hell: Kapillaren und Kollagenfasern (Bindegewebe).


Neben der Speicherung von Energie trägt das Fett auch dazu bei, die Oberfläche des Körpers zu gestalten. Die unterschiedliche Körperkontur von Frau und Mann liegt beispielsweise an der unterschiedlichen Verteilung des unter der Haut liegenden Fettgewebes. Eine weitere Eigenschaft von Fett ist es, Stöße aufzufangen. Fällt ein kleines Kind auf den Po, so tut es sich meist nicht weh. Ganz anders wäre das, wenn es dort keine Fettpölsterchen gäbe. Deshalb haben sich im Lauf der Evolution auch an den Fußsohlen und Handflächen Fettpolster gebildet. Außerdem füllt Fettgewebe Lücken zwischen Geweben aus und trägt dazu bei, die Organe in ihrer Lage zu halten.

Da Fett ein schlechter Wärmeleiter ist, dienen Fettgewebe auch der thermischen Isolierung des Körpers. Das Gesicht ist der Kälte meistens ausgesetzt, auch wenn wir den übrigen Körper gut mit unserer Kleidung schützen. Bewohner der Arktis, Inuit oder Eskimos haben eine zusätzliche Fettschicht in ihrem Gesicht, wodurch ihre Gesichter etwas flacher erscheinen.




Fett ist nicht gleich Fett!


Man kann aufgrund der verschiedenen Struktur der Fettzellen sowie anhand ihrer Farbe und Versorgung durch Blutgefäße zwei Arten von Fettgewebe unterscheiden. Das weiße oder univakuoläre Fett kommt in großen Mengen vor. Seine Zellen sind durch große Fetttropfen im Cytoplasma charakterisiert. Das braune oder auch multivakuoläre Fettgewebe besitzt dagegen Zellen, die eine Vielzahl von Fetttropfen enthalten. Die bräunliche Farbe entsteht durch die zahlreichen Mitochondrien, die sich in den Zellen befinden.

Braunes Fettgewebe tritt beim erwachsenen Menschen kaum mehr auf, beim Säugling ist es auf bestimmte Körperregionen beschränkt. Ein neugeborenes Kind wir in seinen ersten Lebensmonaten durch die Wärmeproduktion seines braunen Fettgewebes vor Kälte geschützt.



Verteilung
Verteilung des Fettgewebes bei einem Neugeborenen. Schwarz: braunes Fettgewebe, grau: weißes Fett.


Bei winterschlafenden Tieren ist das braune Fettgewebe sehr stark verbreitet. Es dient der Wärmeproduktion, die notwendig ist, um die Tiere nach dem Winterschlaf wieder zu aktivieren. Mit Hilfe des braunen Fettgewebes gelingt es winterschlafenden Tieren am Ende Ihres Winterschlafes ihre Körpertemperatur in nur 2 bis 3 Stunden auf 37 Grad Celsius zu erhöhen.

Aktiviert wird das braune Fettgewebe am Ende der Winterschlafperiode durch Nervenimpulse, die Noradrenalin im Gewebe freisetzen. Das Hormon wirkt auf ein hormonsensibles Enzym, die Lipase in den Fettzellen. Diese katalysiert die Hydrolyse der Triglyceride in Fettsäuren und Glycerin. Letzteres wird in den zahlreichen Mitochondrien der Fettzellen veratmet (Endoxidation), wodurch der Sauerstoffverbrauch ansteigt. Allerdings wird bei diesem Prozess kein ATP (universeller Energiespeicher der Zelle) gebildet, sondern Wärme:

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In den Mitochondrien der Fettzellen ist der Elektronentransport von der ATP-Synthese abgekoppelt. Dafür sorgt ein entkoppelndes Protein, das verhindert, dass die entstandene Energie in chemische Energie umgewandelt wird. Stattdessen wird sie als Wärme frei. Infolge dessen nimmt die Gewebetemperatur zu und das durch die zahlreichen Kapillaren fließende Blut wird erwärmt. Die Körpertemperatur wird durch die Zirkulation des warmen Blutes erhöht.

 

Aufgabe:

1. Stellen Sie in einer Tabelle die wesentlichen Unterschiede der beiden Fettarten und ihre Funktionen übersichtlich zusammen.

Hier noch einige nützliche Links zum Thema Fettgewebe:

Braunes Fettgewebe

Unser Körperfett

Fettzellen

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