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Lebensbedingungen
im Watt
Durch die besonders wechselhaften und extremen
Lebensbedingungen gibt es im Watt relativ wenige Tier- und Pflanzenarten.
Neben dem Gezeitenwechsel gibt es noch weitere Umweltfaktoren,
die die Besiedlung des Watts entscheidend beeinflussen.
Solche Bedingungen, die nicht durch Lebewesen gestellt werden,
nennt man abiotische
Faktoren. Ihnen gegenüber stehen die biotischen
Faktoren.
Folgende abiotische Faktoren spielen bei
der Besiedlung des Wattenmeeres eine wichtige Rolle:
- 1. Salzgehalt
- Im Wasser des freien Ozeans sind etwa
36 g Salz pro Liter Wasser gelöst; das entspricht einem
Salzgehalt von 36 (= 3,6 %). Im Wattenmeer liegt ein Gehalt
von 25 bis 33 vor, was durch das Süßwasser
der Flüsse entsteht.
Diese Schwankungen sind für die im Watt lebenden Organismen
problemlos erträglich. Sie haben im Laufe der Zeit Regulationsmechanismen
entwickelt, um diese Änderungen tolerieren zu können.
Probleme entstehen, wenn bei Ebbe das Wasser zurückweicht
und nur noch kleine Pfützen zurückbleiben.
Bei starker Sonneneinstrahlung steigt der Salzgehalt, da das
Wasser verdunstet. Dies kann sogar bis zum Auskristallisieren
von Salz führen. Dabei sind 20 % nicht selten.
Starke Regenfälle hingegen führen zum Aussüßen
der Wattpfützen. Dabei kann der Salzgehalt um 1 % sinken.
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- 2. Temperatur
- Im Jahresverlauf sind Temperaturschwankungen
von 40°C möglich. Im Sommer kann sich das Watt problemlos
auf über 30°C aufheizen, wohingegen es im Winter auf
bis zu -5°C abkühlen kann.
Auch am Tange sind starke Schwankungen möglich: von 35°C
bei freifallendem Watt auf 15°C Wassertemperatur bei Hochwasser.
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- 3. Sauerstoff (O2)
- In der Luft sind ungefähr 300 mg
O2/l
Luft enthalten. Im Wasser sind es nur noch ca. 10 mg/l. Außerdem
kann der Sauerstoff nur sehr schlecht in das Bodensediment eines
Gewässers eindringen.
Der geringe O2-Gehalt im Porenwasser des Wattbodens ist ein limitierender
Faktor für die Besiedlung mit Organismen.
Erkennen kann man das an der Schichtung des Wattbodens: zuerst
erkennt man eine dünne, helle Oxidationsschicht, in der
noch Sauerstoff vorhanden ist. Daran schließt sich die
dunkle, faulig riechende Reduktionsschicht
an.
Verschiedene
Wege der Anpassung an den abiotischen Faktor Sauerstoff sollen
zum einen beim
Wattwurm und zum
anderen bei der Herzmuschel
näher erläutert werden.
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- 4. Wasserbedeckungszeit
- Für viele Bodentiere ist die Bedeckung
mit Wasser lebensnotwendig, da sie im Wasser ihre Nahrung finden
und ihren benötigten Sauerstoff daraus aufnehmen.
Die Wasserbedeckungszeit hängt von ihrer Lage zur HW-Linie
bzw. NW-Linie ab. Hochliegende, landnahe Wattflächen liegen
länger trocken als tiefliegende Watten. Sie kann also zwischen
wenigen Minuten und 12 Stunden liegen.
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- 5. Bodentyp
- Der Wattboden wird durch die verschiedenen
Sedimente in verschiedene Zonen unterteilt. Die Sedimente unterscheiden
sich durch die Größe der Körner, wovon der Bodenwassergehalt
und die ineere Stabilität des Sediments abhängt.
Jeder Bewohner des Wattenmeeres stellt andere Ansprüche
an das Substrat, so dass die Hauptverbreitung bodenlebender Arten
wesentlich von der Art des Bodens abhängig ist.
-
- 6. Wasserbewegung
- Wasserbewegungen entstehen nicht nur durch
Flutwellen, sondern auch durch Wind, der die Brandung am Strand
verursacht.
Diese Bewegungen haben verschiedene Auswirkungen auf das Watt.
Beispielsweise werden dadurch die Sedimente
sortiert: je geringer die Wasserbewegung ist, desto eher
können sich feinere Sedimente ablagern.
Wasserbewegungen, wie starke Strömungen oder auf- und abfließendes
Wasser führen dazu, dass Sedimente wieder abgetragen werden
können (Erosion).
(1)
typische Rippelmarken |
Schließlich entstehen auch die für die Wattflächen
typischen Rippelmarken durch die Wasserbewegungen. Sie stehen
grundsätzlich quer zur Strömungsrichtung. |
Anpassungen an abiotische
Faktoren
Sowohl die Tiere als auch die Pflanzen
sind im Watt sehr starken Schwankungen innerhalb der jeweiligen
abiotischen Faktoren ausgesetzt.
Sie haben sich im Laufe ihrer Evolution daher spezialisiert und
spezielle ökologische
Nischen besiedelt.
Eine andere Möglichkeit ist die Anpassung durch große
Toleranzbereiche gegenüber diesen Faktoren; die Lebewesen
sind euryök.
Stenök nennt man Arten mit engen ökologischen Toleranzen
gegenüber bestimmten Umweltfaktoren.
Den Intensitätsbereich, den ein Lebewesen
toleriert, nennt man seine ökologische Potenz. Sie
wird durch Minimum und Maximum begrenzt und weist ein Optimum
auf, wenn der Umweltfaktor je nach Intensität fördernd
oder hemmend wirkt.
euryöke und stenöke Toleranzkurven
am Bsp. der Sauerstoffkonzentration:
(1)
euryöke Toleranzkurve |
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(1)
stenöke Toleranzkurve
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Toleranzkurven sind überwiegend sog.
Glockenkurven. Den Bereich unterhalb des Kurvenverlaufes nennt
man Toleranzbereich. Er wird von Minimum und Maximum eingegrenzt.
Im Pessimum,
das ist der Grenzbereich am Minimum bzw. Maximum, ist die Lebensaktivität
stark abgeschwächt. Unter diesen Bedingungen kann eine Population
langfristig nicht überleben. Innerhalb des Toleranzbereiches
gibt es meist einen Vorzugsbereich. Dies bezeichnet den
Bereich, den die Individuen einer Art bevorzugt aufsuchen, das
sog. Präferendum.
ARBEITSBLÄTTER:
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Bau einer Temperaturorgel |
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Erstellen einer Toleranzkurve |
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