Botanik

I. Systematik - die Sapindacea

 

Die Litschi (Litchi chinensis SONN.) ist eine Baumart der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae), die über 2000 Arten und 150 Gattungen umfasst. Die Arten sind vorwiegend in Asien heimisch, einige aber auch in Südamerika, Afrika und Australien. Trotz ihres Namens enthalten die Seifenbaumgewächse neben bis zu 60 m hohen Bäumen wie Schleschesa oleasa und Pometia pinnata auch Kletterpflanzen (Sejania, Paullinia), Sträucher und einjährige Ranken. Einige Arten enthalten in ihren Früchten, Samen und anderen Geweben Saponine; daher werden sie, wie Sapindus saponaria, in den Tropen als Seifenersatz genutzt. Die Samen der südamerikanische Ranke Paullinia cupana (Guarana) enthalten Coffein und werden u.a. zur Herstellung anregender Getränke genutzt.

Die wichtigsten Mitglieder der Familie sind die stark gefärbten Früchte der Unterfamilie Nepheleae. Neben der Litschi gehören zu ihr der Longane (Nephelium longana CAMBESS.) aus Südchina, der Rambutanbaum (Nephelium lappaceum L.) aus Malaysia und der Pulasan (Nephelium mutabile BL.) aus Südostasien. Sie besitzen wie die Litschi essbare Samenmäntel (siehe auch Habitus).

 

Die Arten der Sapindaceae haben wechselständige Blätter

Systematikbox
 Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
 Unterklasse:  Rosenähnliche (Rosidae)
 Ordnung: Seifenbauartige (Sapindales)
 Familie:  Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
 Gattung:  Litschi (Litchi)
 Art:  Litschibaum (Litchi chinensis)

 

 

II. Habitus der Litchi

 

  Die Litschi ist ein immergrüner Baum mit einem kurzen Stamm, der bis zu 30 m hoch wird. Die Kronenform variiert von Sorte zu Sorte mit breiten, runden und langen Formen. Die Blätter sind wechselständig und aus zwei bis fünf Blattspreiten zusammengesetzt. Diese sind 5 bis 15 cm lang und zunächst rot-braun gefärbt, erst beim Reifen werden sie grün. Die Blüten stehen zusammen in Infloreszenzen (=Blütenständen) mit bis zu 3000 Blüten, von denen aber nur 5 bis 80 zur Frucht reifen und geerntet werden können.

 

Die Blüten

Die Blüten sind klein, gelb-weißlich und funktional eingeschlechtlich; die Petalen (Blütenblätter) fehlen. Bemerkenswerterweise gibt es neben der echten männlichen Blüte noch Zwitterblüten, die sowohl männliche als auch weibliche Eigenschaften besitzen.

Die echte männliche Blüte hat sechs bis zehn Staubblätter (Stamina). Die funktional weibliche Blüte hat einen Fruchtknoten aus zwei Karpellen (Fruchtblättern) und sechs Staminodien (sterile Staubblätter), die funktional männliche Blüte weist neben den fünf bis zehn Staubblättern noch einen rudimentären Fruchtknoten auf. Diese funktional männliche Blüten bilden den meisten Pollen zur Bestäubung der weiblichen Blüten.

Blütentypen

Die Blüten werden von Insekten, wie z.B. Honigbienen, besucht und bestäubt. Jedoch entwickeln nur wenige weibliche Blüten auch Früchte.

 

Die Frucht

 

Die Frucht braucht etwa 12 bis 16 Wochen, um zur Reife zu gelangen. Das Fruchtfleisch entwickelt sich erst von der 8. bis zur 11. Woche zu einem Drittel des Fruchtgewichts, danach erreicht es 65 - 75 % des Gewichts. Mit der Reife nimmt der Zuckergehalt zu und die Frucht verfärbt sich von grün über gelb-rot zu rot.

  Die Litschifrucht ist etwa 2 bis 3,5 cm im Durchmesser groß und hat eine feste, rauhe Schale. Die Färung der Schale variiert von Pink - zu Rottönen. Der glatte, ungenießbare Kern ist von einem fleischigen Arillus (Samenmantel) umgeben. Dieser ist durchscheinend perlmuttartig, duftet und schmeckt sehr süß. Der Geschmack und die Färbung hängen vom Reifegrad der Frucht ab.

 

III. Inhaltsstoffe (pro 100 g Frischgewicht)

 Wasser 81%
 Kohlenhydrate 18 g
 Proteine 1,1 g
 Fett 0,1 g
 Ascorbinsäure (Vitamin C) 49 mg
 Calcium 2 mg
Eisen 0,5 mg
Niacin 0,5 mg
 Riboflavin 0,07 mg
 Thiamin 0,05 mg