N e r v e n g i f t e

Curare:

Curare, ein Pflanzengift (Pfeilgift der südamerikanischen Indianer), blockiert die Acetylcholin-Rezeptoren der motorischen Endplatten. Es wirkt reversibel mit den Rezeptormolekülen der subsynaptischen Membran, d.h. es kann von ähnlich gebauten Molekülen verdrängt werden. Aus diesem Grund findet es auch in der Medizin bei Operationen mit künstlicher Beatmung Verwendung, wodurch eine totale Entspannung der Muskeln bewirkt wird. Bei einer Vergiftung bewirkt es eine Atemlähmung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicotin:

Nicotin, das Gift der Tabakpflanze, wirkt wie der Neurotransmitter Acetylcholin. Jedoch wird es anders als das Acetylcholin von der Acetylcholinesterase nicht abgebaut. Dadurch kommt es zu einer anhaltenden Erregung der subsynaptischen Membran, was seine erregungsfördernde und stimulierende Wirkung verursacht. Bei einer oralen Aufnahme von 1mg/kg Körpergewicht liegt die tödliche Dosis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Atropin:

Atropin, das Gift der Tollkirsche (Atropa belladonna), blockiert die Acetylcholinrezeptoren in Synapsen des Herzens, der Eingeweide und der Irismuskeln im Auge. Es findet daher Verwendung bei Augenuntersuchungen. Bei Vergiftung erfolgt der Tod durch Herzstillstand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Muscarin:

Muscarin, das Gift des Fliegenpilzes, wirkt wie Acetylcholin. Jedoch wird es von der Acetylcholinesterase nicht abgebaut. Folgen von einer Vergiftung können Pupillenverengung, Tobsuchtanfälle und Atemlähmung sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Botulintoxin:

Das Botulinumgift wird von Bakterien der Art Clostridium botulinum in verderbendem Fleisch erzeugt. Es hemmt die Freisetzung von Acetylcholin aus den synaptischen Bläschen. Dadurch wird die Weiterleitung blockiert, d.h. es kann zu keiner Muskelkontraktion kommen. Im Zwerchfell und der Rippenmuskulatur bewirkt dies eine tödliche Atemlähmung. Mit einer tödlichen Dosis von 0,01 mg ist es eines der stärksten Gifte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

E 605:

E 605 ist eine organische Phophorverbindung, die als Insektizid verwendet wird. Ähnliche Phosphorverbindungen sind die berüchtigten Nervengase Sarin und Tabun. Alle diese Verbindungen bilden eine sehr stabile Verbindung mit dem aktiven Zentrum der Cholinesterase, d.h. die Cholinesterase wird gehemmt und Acetylcholinmoleküle können nicht abgebaut werden. Durch die erhöhte Acetylcholinkonzentration kommt es zur fortwährenden Ausbildung von Muskelaktionspotentialen, also zu Krämpfen. Inaktivierung der Ionenkanäle führt auch hier letztendlich zur Lähmung der Muskulatur. Diese Verbindungen können sich nicht mehr von der Cholinesterase lösen, ihre Bindung ist folglich irreversibel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tetrodotoxin:

Tetrodotoxin, das Gift des Fugu- oder Kugelfisches, bindet sich spezifisch an das Protein der spannungsgesteuerten Natriumkanäle am Axon und verschließt sie. Damit können keine Natrium-Ionen in das Axon einströmen, d.h. es können keine Aktionspotentiale weitergeleitet werden. An den neuromuskulären Synapsen läuft keine Erregung ein, die Muskulatur bleibt schlaff und gelähmt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gift der "schwarzen Witwe" (Spinne):

Dieses Gift bewirkt einen schlagartige und irreparable Entleerung der synaptischen Bläschen aller motorischen Endplatten. Der Tod erfolgt durch Atemlähmung.