Brasilien

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das Land

offizieller Name F–rderative Republik Brasilien
Hauptstadt BrasÌlia
Fl”che 8.511.965 km¾
Geographische Gliederung von N nach S folgen Bergland von Guyana, Amazonastiefland, Brasilianisches Bergland
Klima Ðberwiegend tropisch, nur im S und SO warmgem”ssigt subtropisch, im Hochland m”ssig feuchtes Klima
Hauptfl¸sse Amazonas, S·o Francisco, Araguaia, ParanaÌba, Tocantins
h–chster Punkt Pico da Neblina 3014 m
tiefster Punkt Meeresspiegel

die Regierung

Regierungsform Bundesstaatliche pr”sidiale Republik
Staatsoberhaupt Staatspr”sident
Regierungschef Staatspr”sident
Administrative Gliederung 26 Bundesstaaten und Bundesdistrikt
Legislative Nationalkongress, bestehent aus Abgeordnetenhaus mit 513 auf 4 Jahre gew”hlten Abgeordneten und Senat mit 81 Mitgliedern
Gerichtswesen 1 Oberster Bundesgerichtshof, 1 Berufungsgerichtshof, 1 Wahlgerichtshof, 1 Milit”rgericht, 1 Arbeitsgericht
Streitkr”fte 12-monatige Wehrpflicht

die Leute

Bev–lkerungszahl 167 967 000 = 19,7 je km¾ (1999)
Sprache Portugiesisch
Religion Katholiken 70%, Protestanten 19%

die Wirtschaft

W”hrung 1 Real (R$) = 100 Centavos

 

Einleitung

Brasilien (portugiesisch Rep™blica Federativa do Brasil), Bundesrepublik und gr–þtes Land S¸damerikas.

S“o Paulo;   Durch das starke Bev–lkerungswachstum hat sich S“o Paulo zur gr–þten Stadt in S¸damerika entwickelt. Im Gesch”ftsviertel wurden zahlreiche Wolkenkratzer erbaut.

Brasilien nimmt knapp die H”lfte der gesamten Kontinentfl”che ein. Im Norden grenzt es an Venezuela, Guyana, Surinam, Franz–sisch-Guayana und den Atlantischen Ozean; im Osten an den Atlantischen Ozean; im S¸den an Uruguay; im Westen an Argentinien, Paraguay, Bolivien und Peru und im Nordwesten an Kolumbien. Mit Ausnahme von Chile und Ecuador verf¸gt die Republik ¸ber Grenzen zu jedem Land S¸damerikas. Brasilien ist das f¸nftgr–þte Land der Erde (nach Russland, China, Kanada und den Vereinigten Staaten). Die Gesamtfl”che Brasiliens betr”gt 8 547 404 Quadratkilometer. Die gr–þte nords¸dliche L”nge des Landes betr”gt 4 345 Kilometer, die maximale ostwestliche Breite 4 330 Kilometer. Die meisten Einwohner Brasiliens leben am Atlantischen Ozean, u. a. in den Metropolen S“o Paulo und Rio de Janeiro. Die Hauptstadt BrasÌlia (Einwohnerzahl etwa 1,80 Millionen) liegt im Landesinneren.

Land

FlorianÛpolis bei Nacht;   FlorianÛpolis ist ein wichtiges Handels- und Dienstleistungszentrum im S¸den Brasiliens. Die Stadt befindet sich in beeindruckender Lage auf der Insel Santa Catarina.

Recife;   Eine Vielzahl von Kan”len und Br¸cken pr”gt das Stadtbild von Recife. Aus diesem Grund wird die nordostbrasilianische Stadt auch als “Venedig von Brasilien” bezeichnet.

Roraima;   Der Roraima ist mit 2 772 Metern die h–chste Erhebung im Bergland von Guayana.

Die weiten Hochlandfl”chen (das Brasilianische Bergland) sowie das Flussgebiet des Amazonas sind die charakteristischen Landschaften Brasiliens. Das Bergland erstreckt sich ¸ber den gr–þten Teil des S¸dostens mit Erhebungen von 305 bis 915 Meter; es ist durch zahlreiche Gebirgsketten und Flusst”ler zerkl¸ftet. An seinem s¸d–stlichen Rand, der meist parallel zur K¸ste verl”uft, f”llt es in verschiedenen Gegenden, insbesondere im Norden des zehnten Grades s¸dlicher Breite und s¸dlich des 20. Grades s¸dlicher Breite, steil zum Ozean ab. Zu den wichtigsten Teilen des Brasilianischen Berglandes z”hlen die Serra da Mantiqueira, die Serra do Mar und die Serra Geral. Die Erhebungen in diesen und anderen Regionen erreichen eine durchschnittliche H–he von 1 220 Metern. Dazwischen ragen hohe Gipfel auf, z. B. der Pico da Bandeira (2 890 Meter) in der Serra da Mantiqueira und der Pedra AÁu (2 232 Meter) in der Serra do Mar. Weite Teile des Berglandes sind von Grasland bedeckt, andere sind bewaldet.

Das Amazonasbecken nimmt mehr als ein Drittel der Gesamtfl”che des Landes ein. Hier befinden sich ¸berwiegend Tiefebenen; die vereinzelten Anh–hen erreichen lediglich etwa 150 Meter. Weite Bereiche dieser Region sind von S¸mpfen und Schwemmebenen durchzogen. Der gr–þte Teil des Amazonasbeckens ist von tropischem Regenwald (Selvas) bedeckt. Soweit diese Waldgebiete nicht zerst–rt sind, ist der Dschungel hier so undurchdringlich, dass ein Groþteil der brasilianischen Tiefebene erst in j¸ngster Zeit erforscht werden konnte. Am Nordrand des Amazonasbeckens erstreckt sich eine weitere Bergregion, die zum Guayana-Bergland geh–rt. Hier liegen die Serra Tumucumaque, mit Erhebungen bis zu 915 Metern, die Serra AcaraÌ mit einer maximalen H–he von 460 Metern und die Serra Parima (gr–þte Erhebung 1 525 Meter). Der Pico da Neblina (3 014 Meter) befindet sich an der Grenze zu Venezuela und ist der h–chste Berg Brasiliens.

Die brasilianische K¸ste ist 7 490 Kilometer lang und weist vor allem im Norden relativ regelm”þige Konturen auf. Im S¸den gibt es jedoch einige Buchten, die als nat¸rliche H”fen dienen. Hierzu z”hlen insbesondere die Buchten von Rio de Janeiro, Salvador und Recife. Mit Ausnahme derjenigen Regionen, in denen das Brasilianische Bergland steil zum Ozean abf”llt, besteht der K¸stenstreifen aus einer Ebene. Die Region um S“o Paulo ist von der fruchtbaren, beinahe roten terra rosa gepr”gt. Diese Bodenbeschaffenheit entsteht durch eine von Hitze und Feuchtigkeit beschleunigte Basaltzersetzung.

Fl¸sse und Seen

Amazonasregenwald in Brasilien;   Zwei Drittel des gesamten Amazonasregenwaldes, der „gr¸nen Lunge“ unserer Erde, liegen in Brasilien. Die H”user der dort lebenden Bev–lkerung sind in der Regenzeit durch Ðberschwemmungen stark gef”hrdet.

IguaÁu (Nationalpark);   Die IguaÁuf”lle, im Grenzgebiet zwischen Brasilien und Argentinien, stehen in beiden L”ndern unter Naturschutz. Die maximale Fallh–he der ¸ber 275 Einzelwasserf”lle liegt zwischen 60 und 80 Metern.

Mehr als zwei Drittel Brasiliens werden von den Fl¸ssen Amazonas und Tocantins entw”ssert, etwa ein F¸nftel vom RÌo de la Plata und der ¸brige Teil vom S“o Francisco und kleineren Str–men. Der Amazonas mit seinen groþen Nebenfl¸ssen (Negro, Japur· und Putumayo im Norden und Javari, Pur™s, Juru·, Madeira, TapajÛs und Xingu im S¸den) bildet zusammen mit dem Tocantins, einem Nebenfluss des s¸dlichen Amazonasausl”ufers Par·, ein Binnenschifffahrtssystem, das in seinen Ausmaþen nur mit dem Mississippi in den Vereinigten Staaten vergleichbar ist. Die L”nge des Amazonas vom peruanischen Iquitos bis zum Delta an der brasilianischen Nordostk¸ste betr”gt 3 700 Kilometer und ist durchg”ngig von Hochseeschiffen befahrbar. Die f¸r die Schifffahrt wichtigsten Fl¸sse im brasilianischen Bergland sind der S“o Francisco und der ParnaÌba. Letzterer wird etwa 305 Kilometer vor seiner M¸ndung von den Paulo-Afonso-F”llen unterbrochen, der obere Flusslauf ist jedoch auf einer L”nge von 1 450 Kilometern f¸r Schiffe befahrbar. Der ParnaÌba enth”lt wie die meisten Fl¸sse im Bergland Wasserf”lle und steht dem Schiffsverkehr mit der H”lfte seiner Gesamtl”nge, circa 645 Kilometern, zur Verf¸gung. Auch auf dem Fluss Uruguay erschweren Stromschnellen die Navigation. Einer der Hauptausl”ufer des La Plata durchquert ebenfalls in einer L”nge von 965 Kilometern brasilianisches Gebiet und bildet einen Groþteil der brasilianisch-argentinischen Grenze. Weitere Nebenfl¸sse des RÌo de la Plata, die durch Brasilien flieþen, sind der Paraguai und der Alto Paran·. Beide Fl¸sse spielen f¸r die Binnenschifffahrt eine wichtige Rolle.

Klima

Die Klimazonen Brasiliens reichen von tropisch bis gem”þigt. Die Durchschnittswerte in BrasÌlia f¸r die Monate Januar und Juli liegen bei 22,3 ƒC und 19,8 ƒC. Im Vergleich dazu lassen sich f¸r Rio de Janeiro f¸r dieselben Monate Temperaturen von 28,5 ƒC und 19,6 ƒC messen. Die j”hrliche Durchschnittsniederschlagsmenge betr”gt in BrasÌlia 1 600 Millimeter, in Rio de Janeiro hingegen 1 800 Millimeter. Tropisches Klima herrscht ¸berwiegend in den niederen K¸stenregionen im Norden des Wendekreises des Steinbocks, wobei die Meereswinde einen m”þigenden Einfluss auf die hohen Temperaturen und die Feuchtigkeit aus¸ben. Der j”hrliche Niederschlag in diesem Teil des K¸stenstreifens variiert zwischen 1 000 und 2 300 Millimeter. In der K¸stenregion s¸dlich des Wendekreises des Steinbocks ist das Klima je nach Jahreszeit starken Schwankungen unterworfen. Ganz im S¸den wurden Temperaturen bis -5,6 ƒC aufgezeichnet. Frost ist in diesem Landesteil keine Seltenheit. In der s¸dlichen K¸stenregion liegt die durchschnittliche j”hrliche Niederschlagsmenge bei 1 016 Millimetern. In den –stlichen zentralbrasilianischen Hochebenen herrscht zwar subtropisches Klima, wegen der relativen Hochlage sind die Tagestemperaturen jedoch sehr unterschiedlich und die N”chte kalt. Diese Gegend wird h”ufig von D¸rrekatastrophen heimgesucht. In Bergregionen des S¸dens und Westens sind die Niederschl”ge relativ stark. Die Temperaturen in den s¸d–stlichen Bergregionen reichen von subtropisch bis gem”þigt.

Flora und Fauna

Emba™ba-B”ume;   Emba™ba-B”ume sind in Brasilien weit verbreitet; sie erreichen eine H–he von 12 bis 18 Metern. Der Baum wird auch Imba™ba genannt und geh–rt zur Familie der Moraceae.

Wasserfall in Mato Grosso do Sul;    Der als Bonito bezeichnete Wasserfall z”hlt zu den Hauptattraktionen des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso do Sul.

Die brasilianische Pflanzenwelt weist insbesondere im Amazonasbecken eine hohe Artenvielfalt auf. Hier gibt es, ebenso wie an den –stlichen Randzonen der Gebirge, zwar noch ausgedehnte, durch Rodungen jedoch in dramatischem Ausmaþ gef”hrdete Regenw”lder. In diesen Zentren der biologischen Vielfalt gedeihen 20 Prozent aller Pflanzenarten der Erde, u. a. gibt es Begonien, Lorbeergew”chse, Myrthengew”chse, Orchideen und Palmen. Auþerdem lebt hier ein unermesslicher, noch nicht genau benennbarer Anteil der weltweit existierenden Tierarten. Groþe Waldfl”chen fielen der Viehzucht, dem Bergbau und der Holzindustrie zum Opfer. Der brasilianische Staat beschleunigte diesen Prozess noch durch den Bau von Autobahnen. Die Entwaldung nahm zwischen 1979 und 1990 mit ungef”hr 200 000 Quadratkilometern j”hrlich alarmierende Formen an. Beinahe zw–lf Prozent der Amazonasw”lder wurden abgeholzt. Zur¸ckgeblieben sind weite Gebiete mit desolaten Bodenbedingungen, verschmutzem Wasser und heimatlosen indigenen V–lkern. Der Verlust der W”lder tr”gt maþgeblich zur Erderw”rmung bei. Ein Drittel des Anstiegs von Kohlendioxid in der Atmosph”re ist allein auf die Entwaldung Amazoniens zur¸ckzuf¸hren. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Prozess etwas verlangsamt. Der Amazonaswald bedeckt noch ungef”hr 40 Prozent der Landesfl”che.

In der K¸stenregion wachsen Mangroven. Im trockenen Bergland des Landesinneren bestehen Buschw”lder und Savannen (Campos Carrados), die Fl¸sse werden hier von Galeriew”ldern ges”umt. Die Vegetation im S¸den des Landes wird durch Grasl”nder sowie Nadelw”lder vorwiegend mit Araukarien gepr”gt. In regenarmen Bergregionen des Nordostens wachsen Trockenw”lder, Dorngeb¸sche und Kakteen. In der K¸stenregion werden Kakaob”ume und Paranussb”ume kultiviert, von wirtschaftlicher Bedeutung sind auþerdem Plantagen mit Kautschukb”umen. Zu den in Brasilien angebauten Obstsorten geh–ren Ananas, Feigen, Zimt”pfel, Mangos, Bananen, Guaven, Grapefruits und Orangen.

Amazonas, Brasilien;    Die Bl”tter der Victoria amazonica k–nnen bis zu 1,80 Meter Durchmesser erreichen. Sie ist die gr–þte Wasserlilie der Welt.

Brasilianischer Regenwald;   Der brasilianische Regenwald geh–rt zu den ÷kosystemen, die Darwin erforschte. Darwin beschrieb zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, er war von der Vielfalt der dortigen Lebensformen ¸berw”ltigt.

Brasilholz;   Das s¸damerikanische Brasilholz oder Pernambukholz der Gattung Caesalpina ist seit Jahrhunderten in Europa als Nutzholz bekannt. Der Landesname Brasilien wurde vom Namen dieser Baumart abgeleitet.

Die brasilianische Tierwelt unterscheidet sich deutlich von der Nordamerikas. Zu den gr–þeren Raubtieren z”hlen Pumas, Jaguare, Ozelote und die seltenen Buschhunde. Ðberwiegend im S¸den heimisch sind Pekaris, Tapire, Ameisenb”ren, Faultiere, Opossums und G¸rteltiere. Im Regenwald leben verschiedene Affenarten. Das Land ist Heimat zahlreicher, zum Teil seltener Vogelarten, dazu geh–ren Papageien, Tukane und Adler wie die Harpyie, sowie verschiedener Alligatorenarten und Schlangen, darunter Buschmeister, Lanzenotter und mehrere Boa-Arten. Die Fl¸sse, Seen und K¸stengew”sser Brasiliens werden von einer Vielzahl von Fischarten und Schildkr–ten sowie von Manatis bev–lkert. Es gibt in Brasilien 34 Naturparks, 22 Bioreservate und zahlreiche andere Schutzgebiete. Insgesamt wurden ungef”hr 4,2 Prozent (1997) des Landes unter Naturschutz gestellt. Es bestehen zwei Naturschutzgebiete im Rahmen des Weltnaturerbes und zwei andere Gebiete im Rahmen des Biosph”renprogramms der UNESCO.

Bev–lkerung

Brasilien: Kleidung der Frauen aus Bahia;   Im brasilianischen Bundesstaat Bahia, wo sich afrikanische und europ”ische Einfl¸sse zu einer synkretistischen Kultur verbanden, besteht die traditionelle Frauenkleidung aus weiþen, blumengemusterten R–cken und weiþen, mit Spitzen und R¸schen verzierten Blusen.

Etwa 22 Prozent der brasilianischen Bev–lkerung sind Mulatten. Die zweitgr–þte Bev–lkerungsgruppe bilden Personen portugiesischer Abstammung (15 Prozent), gefolgt von Mestizen (12 Prozent), Italienern (11 Prozent), Schwarzafrikanern (11 Prozent) und Spaniern (10 Prozent). Die restliche Bev–lkerung setzt sich aus Deutschen, Japanern und den Nachfahren der pr”kolumbianischen Bewohner zusammen.

Die Einwohnerzahl betr”gt etwa 174 Millionen (2001). Dies entspricht einer Bev–lkerungsdichte von rund 20 Personen pro Quadratkilometer. Etwa 81 Prozent der brasilianischen Bev–lkerung leben in den st”dtischen Ballungsgebieten.

Wichtige St”dte

Rio de Janeiro;   Einer der Traumstr”nde der Welt: die Copacabana an der Atlantikk¸ste von Rio de Janeiro.

Wahrzeichen Rio de Janeiros;   Der Zuckerhut (links) und die 1931 errichtete Christusstatue auf dem Corcovado sind die bekanntesten Wahrzeichen der Metropole Rio de Janeiro

Kathedrale von Brasilia;   Die von Oscar Niemeyer entworfene Kathedrale tr”gt als Dachbekr–nung die monumental stilisierte Dornenkrone Christi.

Salvador (Brasilien);   Salvador ist die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia im Osten Brasiliens und zugleich bedeutende Hafenstadt. Das Stadtbild umfasst noch zahlreiche Zeugnisse der Kolonialzeit.

Belo Horizonte;   Belo Horizonte ist die erste “am Reiþbrett entstandene” Stadt des gr–þten s¸damerikanischen Staates

Im Bundesdistrikt liegt die Landeshauptstadt BrasÌlia (seit 1960).

Die gr–þte Stadt ist S“o Paulo, Zentrum der brasilianischen Industrie, mit einer Einwohnerzahl von etwa 9,84 Millionen (1996). Weitere bedeutende St”dte sind Rio de Janeiro, ehemalige Landeshauptstadt und Handelszentrum (5,55 Millionen); PÙrto Alegre, Hafenstadt am Atlantik (1,29 Millionen); Salvador, Hafenstadt in einer fruchtbaren, landwirtschaftlich wichtigen Region (2,21 Millionen); BelÈm, bedeutende Hafenstadt am unteren Amazonas (1,14 Millionen); Recife, wichtigste Handelsstadt im Nordosten (1,35 Millionen); Curitiba (1,48 Millionen); Belo Horizonte, Mittelpunkt der Baumwollindustrie (2,09 Millionen) und Manaus, Hafenstadt am Fluss Negro (1,16 Millionen).

Sprache

Die Amtssprache in Brasilien ist Portugiesisch, w”hrend in den ¸brigen L”ndern S¸damerikas Spanisch gesprochen wird. Minderheitensprachen sind Deutsch und Italienisch, insbesondere in den St”dten des S¸dens. Die indigene Bev–lkerung verf¸gt ¸ber mehr als hundert verschiedene Sprachen.

Religion

Etwa 88 Prozent der brasilianischen Bev–lkerung geh–ren der r–misch-katholischen Konfession an. Etwa 20 Millionen Katholiken sind zugleich auch Anh”nger afro-brasilianischer Glaubensvorstellungen. Daneben gibt es im Land mindestens f¸nf Millionen Angeh–rige der lutheranischen, methodistischen und der Episkopal-Kirche. Dar¸ber hinaus hat sich eine kleine j¸dische Gemeinde gebildet. Die Nachfahren der vorkolumbianischen Bev–lkerung ¸ben meist ihre alten Religionen aus. Die Trennung von Kirche und Staat ist formal und vollst”ndig.

Feiertage

An Silvester veranstalten Anh”nger der Umbanda-Religion ein Fest zu Ehren der Meeresg–ttin Iemanj·. Auf von brennenden Kerzen umgebenen Tischt¸chern sind Opfergaben aufgeh”uft. Der Carnaval ist ein f¸nft”giges Fest, das vor Aschermittwoch im Februar oder M”rz stattfindet. Die Karnevalstage sind Brasiliens bekannteste Feiertage. Sie zeichnen sich durch fr–hliche Straþenparaden aus, durch Musik, Samba- und Bloco-T”nzer, Partys, aufwendige Kost¸me und durch die Congatrommeln. Die meisten L”den und Ÿmter sind w”hrend der gesamten Festlichkeiten geschlossen. Ostern wird von Karfreitag bis Ostermontag gefeiert. Am 21. April ist Tiradentes Tag. Er liegt in der InconfidÍncia-Woche, die an den fehlgeschlagenen Aufstand von 1789 erinnert, dessen Ziel die Unabh”ngigkeit war. Joaquim JosÈ da Silva Xavier starb damals den M”rtyrertod. Er wurde Tiradentes („Zahnzieher”) genannt, da er von Beruf Zahnarzt war. Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit. Fronleichnam ist ein gesetzlicher Feiertag und f”llt auf den Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag, der im Mai oder Juni stattfindet. Am Unabh”ngigkeitstag (7. September) wird die Losl–sung von Portugal (1822) gefeiert. Nossa Senhora Aparecida (12. Oktober) ist ein staatlicher Feiertag. Allerseelen wird am 2. November begangen. Der Tag der Verk¸ndung der Republik (15. November) erinnert an den Tag, an dem 1889 in Brasilien die Republik ausgerufen wurde. Neben Weihnachten gibt es noch eine Reihe von Feiertagen, die nur in bestimmten Regionen und Bundesstaaten gefeiert werden.

Soziales

Auf dem Land mangelt es in vielen Gebieten an Ÿrzten, Krankenschwestern, Krankenh”usern, Kliniken und Apotheken. Die Arbeiter in den St”dten sind kranken- und rentenversichert. Landarbeiter und Staatsbedienstete haben nur auf wenige Sozialleistungen, ¸berwiegend im Bereich der medizinischen Versorgung, Anspruch. Seit 1988 ist in der Verfassung die 40-Stunden-Woche verankert.

Ein Groþteil der Brasilianer lebt in Armut. Die reichsten zehn Prozent der Bev–lkerung verf¸gen ¸ber 51,3 Prozent der Haushaltseinkommen, w”hrend den ”rmsten 40 Prozent lediglich sieben Prozent zur Verf¸gung stehen (1989).

Bildung und Kultur

Die ersten portugiesischen Siedler ¸bernahmen von den amerikanischen Ureinwohnern viele Gebr”uche und Begriffe. W”hrend der Kolonialzeit wurden Millionen schwarzer afrikanischer Sklaven nach Brasilien verschleppt. Die religi–sen Mythen vermischten sich mit dem r–mischen Katholizismus und ergaben einen einzigartigen afro-brasilianischen Kult mit bemerkenswerten spiritualistischen Ritualen. Der weit verbreitetste dieser Kulte ist der CandomblÈ.

Die brasilianische Gesellschaft ist stark von europ”ischen kulturellen Vorstellungen gepr”gt, die ¸ber Portugiesen, Italiener, Deutsche und Spanier im Land verbreitet wurden.

Bildung und Schulwesen

Die Grundschulausbildung von Kindern ist kostenfrei und obligatorisch, es besteht eine Schulpflicht von 8 Jahren (1998). Circa 92,8 Prozent der Bev–lkerung ¸ber 15 Jahren k–nnen lesen und schreiben (2001).

Die meisten Grund- und weiterbildenden Schulen werden vom Staat und den Gemeindeverwaltungen unterhalten. Es gibt aber auch viele h–here Schulen der r–misch-katholischen Kirche.

Die Verantwortung f¸r die Hochschulen in Brasilien teilen sich die einzelnen Staaten und private Verb”nde. In den sp”ten achtziger Jahren verf¸gte Brasilien ¸ber mehr als 850 solcher Institutionen (einschlieþlich 73 Universit”ten). Es studierten etwa 1,4 Millionen Studenten. Zu den f¸hrenden Universit”ten z”hlen die Universit”t von BrasÌlia (1961), die Universit”t von S“o Paulo (1934), die p”pstlich-katholische Universit”t von Campinas (1941), die Bundesuniversit”t von Rio de Janeiro (1920) und die p”pstlich-katholische Universit”t von Rio Grande do Sul (1948) in PÙrto Alegre.

Kultureinrichtungen

Teatro Amazonas in Manaus;   Das ber¸hmte Opernhaus von Manaus wurde w”hrend des Kautschukbooms gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Es fasst mehr als 1 000 Zuschauerpl”tze.

Die meisten Staaten haben in ihren Hauptst”dten –ffentliche Bibliotheken eingerichtet. In Rio de Janeiro befinden sich das Nationalarchiv (1838) mit einer umfangreichen Sammlung zur brasilianischen Geschichte, die Nationalbibliothek (1810), das Museum f¸r Moderne Kunst (1948), mit einer bedeutenden internationalen Kunstsammlung, einem Bildungswerk und einem Konzertsaal; das Nationalmuseum (1818) beherbergt mehr als 1,5 Millionen Exponate, zumeist aus den Bereichen Geologie, Botanik und Anthropologie. Das ethnologische Museum wurde 1953 in Rio de Janeiro gegr¸ndet.

Kunst

Oliveira Passos: Teatro Municipal (1910);    Das Teatro Municipal in Rio de Janeiro stammt von dem brasilianischen Architekten Oliveira Passos. Es wurde 1910 eingeweiht und illustriert den Einfluss der Pariser Architektur.

Die Bildhauerei hatte in Brasilien im 18. und 19. Jahrhundert ihre Bl¸tezeit, haupts”chlich als religi–se Kunst. Vor dem 20. Jahrhundert brachten die bildenden K¸nste zwar keine namhaften K¸nstler hervor, dennoch ¸bten sie einen starken Einfluss auf die Arbeiten zeitgen–ssischer brasilianischer K¸nstler aus.

Nationalkongress in Brasilia;    Das Geb”ude des Nationalkongresses in Brasilia ist Teil eines Ensembles im Zentrum der von Oscar Niemeyer geschaffenen Hauptstadt, welches die drei Gewalten des Staates symbolisieren soll.

Internationale Bekanntheit hat vor allem die Architektur des Landes erlangt. Die Landeshauptstadt BrasÌlia ist wegen ihres revolution”ren st”dtebaulichen Konzepts (Grundriss in Form eines Flugzeuges oder Kreuzes) bekannt geworden, ein Konzept, mit dem der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer eindrucksvoll seinen Rang als einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts untermauert hat. Siehe brasilianische Literatur

Musik

CabaÁa;   Die Cabaza oder CabaÁa (portugiesisch: Flaschenk¸rbis), urspr¸nglich eine Art K¸rbisrassel aus der Familie der Perkussionsinstrumente, stammt aus Lateinamerika. Die afro-brasilianische Urform besteht aus dem Fruchtk–rper eines K¸rbis, an dem ein Haltegriff angebracht ist. Die Oberfl”che des Instruments ist mit einem Netz aus Fruchtkernen oder Perlen ¸berzogen.

Heitor Villa-Lobos gilt als begabtester brasilianischer Komponist. Seine Werke basieren h”ufig auf Motiven der brasilianischen Volksmusik. Zu den herausragenden Interpreten seiner Musik z”hlt die brasilianische Sopranistin Bid™ Say“o. In der popul”ren Musik verschmelzen traditionelle afrikanische und portugiesische Musik. Der brasilianische Gesellschaftstanz Samba hat aus Afrika stammende Volkst”nze zum Vorbild. Die z¸ndenden Melodien und Rhythmen des Bossa Nova, einer Weiterentwicklung der Samba, werden von Musikern wie dem Gitarristen und S”nger Jo“o Gilberto vorgetragen. Zu den zeitgen–ssischen Komponisten z”hlen Luis Bonfa und Antonio Carlos Jobim, der die Musik zum Film Orfeu Negro kreierte.

Medien

In Brasilien strahlen ¸ber 2 500 Radiosender und 200 Fernsehsender ihre Programme aus, darunter die gr–þte Fernsehanstalt der Welt. T”glich erscheinen 380 Zeitungen in Brasilien (1996), die meisten allerdings mit relativ niedriger Auflage. Zu den wichtigen Tageszeitungen geh–ren O Dia in Rio de Janeiro, Folha de S“o Paulo und NotÌcias Populares in S“o Paulo, Estado de Minas in Belo Horizonte und O Fluminense in NiterÛi.

Verwaltung und Politik

Brasilien ist f–derative Pr”sidialdemokratie. Die Republik besteht aus 26 Staaten und dem Bundesdistrikt BrasÌlia. Die einzelnen Staaten sind: Acre, Alagoas, Amap·, Amazonas, Bahia, Cear·, EspÌrito Santo, Goi·s, Maranh“o, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Par·, ParaÌba, Paran·, Pernambuco, PiauÌ, Rio de Janeiro, Rio Grande do Norte, Rio Grande do Sul, RondÙnia, Roraima, Santa Catarina, S“o Paulo, Sergipe und Tocantins. Die aktuelle Verfasssung wurde im M”rz 1994 verabschiedet und 1997 letztmals ge”ndert. In ihr wurde die Selbstverwaltung der Indianerreservate verankert und eine vierj”hrige Amtszeit des Pr”sidenten festgelegt.

Exekutive

Seit 1988 wird der Pr”sident direkt gew”hlt. 1993 sprachen sich die Brasilianer in einer Volksabstimmung f¸r den Erhalt des pr”sidialen f–derativen Systems aus.

Legislative

Der brasilianische Kongress besteht aus zwei Kammern, dem Senat mit 81 Mitgliedern, die f¸r acht Jahre gew”hlt werden, und der Abgeordnetenkammer mit 513 f¸r vier Jahre gew”hlten Mitgliedern. Die Zahl der Abgeordneten je Bundesstaat errechnet sich aus dem jeweiligen Bev–lkerungsanteil. Die Wahl ist geheim, wahlberechtigt sind alle Staatsb¸rger ¸ber 16 Jahre, die lesen und schreiben k–nnen.

Judikative

Der Oberste Gerichtshof, bestehend aus elf Richtern, tagt in BrasÌlia. Die Bundesgerichtsh–fe haben ihren Sitz in den einzelnen Staaten bzw. im Bundesdistrikt. Die Bundesrichter werden auf Lebenszeit gew”hlt.

Politik

In dem liberaleren politischen Klima der achtziger Jahre entstanden drei Dutzend neue politische Parteien, darunter Partido do Movimento Democr·tico Brasileiro (PMDB), Partido da Frente Liberal (PFL), Partido Democr·tico Social, Partido Socialista Brasileiro (PSB; 1992 umbenannte, ehemalige Kommunistische Partei Brasiliens) und Partido da Social-Democracia Brasileira (PSDB). Seit Ende der achtziger Jahre hat sich der linksgerichtete, gewerkschaftsnahe Partido dos Trabalhadores (PT) zu einer wichtigen politischen Kraft entwickelt, wenngleich er bisher keine ¸berregionalen Wahlen gewinnen konnte.

Verteidigung

Ein Milit”rdienst von zw–lf bis 18 Monaten ist f¸r alle M”nner im Alter zwischen 18 und 45 Jahren Pflicht. 1999 waren 287 600 Personen beim Milit”r besch”ftigt. Davon dienten 189 000 in der Armee, 48 600 in der Marine und 50 000 in der Luftwaffe (1999).

Wirtschaft

Die ehemalige Agrarnation entfaltete in den sechziger und siebziger Jahren ein rasantes industrielles Wachstum und hatte sich bereits in den achtziger Jahren zu einer modernen diversifizierten Volkswirtschaft weiterentwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt betr”gt 751 505 Millionen US-Dollar (1999).

Die Zahl der Erwerbst”tigen in Brasilien bel”uft sich auf 78,1 Millionen Personen, wobei Frauen etwa 35,4 Prozent der Arbeitskr”fte stellen (1999). 24 Prozent sind in der Landwirtschaft besch”ftigt, 56 Prozent im Dienstleistungsbereich und 20 Prozent in Industrie und Bauwesen.

Landwirtschaft

Kaffeeplantage, Minas Gerais;    Auf einer Kaffeeplantage im brasilianischen Staat Minas Gerais werden Kaffeebohnen zum Trocknen ausgelegt. Brasilien z”hlt zu den wichtigsten Exporteuren von Kaffee.

Obwohl der bewirtschaftete Teil des Landes lediglich 7,5 Prozent der Gesamtfl”che umfasst, z”hlt Brasilien zu den wichtigsten Agrarl”ndern. Etwa ein Viertel der Kaffeeproduktion der Welt w”chst auf den Plantagen von S“o Paulo, Paran·, EspÌrito Santo und Minas Gerais. Wichtige Anbauprodukte sind ferner Zuckerrohr (dient nicht nur zur Gewinnung von Zuckerraffinade, sondern auch zur Herstellung von Alkohol und Benzin), Sojabohnen, Kidney-Bohnen, Mais, Reis, Weizen, Kakao, Orangen, Bananen, Kartoffeln, Maniok und Tabak.

Viehzucht wird insbesondere in S“o Paulo und den anderen s¸dlichen Staaten betrieben. Man z¸chtet Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde, Esel, Maultiere und H¸hner.

Forstwirtschaft

Zerst–rung des Regenwaldes am Amazonas;   Dieses Regenwaldgebiet am Amazonas wurde durch Brandrodung vernichtet. Anschlieþend wurde der Boden mit kleinen, schnellwachsenden Pflanzen bedeckt. Dies konnte jedoch nicht die schnelle Bodenerosion durch Regenwasser verhindern; die Abflussrinnen sind deutlich erkennbar.

Die Waldgebiete bedecken etwa 63 Prozent der Fl”che (2000). Die wichtigsten Erzeugnisse der brasilianischen Forstwirtschaft sind Tung–le (siehe Aleurites), Kautschuk, Carnaubawachs (siehe Carnaubapalme), Caroafasern, medizinisch verwertbare Bl”tter, Pflanzen–le, Harze, N¸sse sowie Bau- und M–belh–lzer. Von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung sind verschiedene Nutzh–lzer. Der Holzeinschlag nahm in den siebziger und achtziger Jahren drastisch zu, weil immer mehr Waldgebiete f¸r die Besiedlung und zur groþfl”chigen Anlage von Weideland gerodet wurden: Erhebliche Teile des brasilianischen Regenwaldes sind bereits zerst–rt, die –kologischen Folgen sind unabsehbar.

Bergbau

Brasilien ist sehr reich an mineralischen Bodensch”tzen, wegen mangelhafter Kapitalausstattung und schwieriger Transportbedingungen konnte jedoch erst in den siebziger Jahren mit dem industriellen Abbau begonnen werden. Kohle wird u. a. in Rio Grande do Sul und Santa Catarina gef–rdert. Die Goldgewinnung im Urwald des Amazonas h”lt seit 1979 unvermindert an, die Eisenvorkommen bei Itabira und an anderen Orten z”hlen zu den reichsten der Erde, ebenso wie die Zinnvorkommen. Quarzkristall, Monazit und Beryllium geh–ren ebenfalls zu den wichtigsten Exportg¸tern. Mangan, Diamanten, Edelsteine (z. B. Aquamarin, Smaragd, Topas), Chrom, Zirkonium, Erd–l und Erdgas, Silber, Bauxit und Glimmer werden in betr”chtlichen Mengen gef–rdert. Dar¸ber hinaus verf¸gt Brasilien ¸ber wertvolle Vorkommen an Magnesit, Graphit, Titan, Kupfer, Zink, Quecksilber, Platin und Phosphaten.

Industrie

Neben Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Metallverarbeitung z”hlen die chemische und die Elektrotechnik produzierende Industrie zu den Hauptst¸tzen der industriellen Entwicklung Brasiliens. Ebenfalls Bedeutung haben die Konsumg¸terindustrie, die Erzeugung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln sowie die Baustoff- und Papierindustrie. S“o Paulo ist das industrielle Zentrum des Landes und tr”gt ein Drittel zur Gesamtproduktion Brasiliens bei. Die St”dte Rio de Janeiro, Belo Horizonte, PÙrto Alegre und Fortaleza sind ebenfalls wichtige Industriestandorte.

W”hrung und Bankwesen

Die brasilianische W”hrung ist der Real (seit 1994), der fest an den Dollar gebunden ist. Die brasilianische Zentralbank (1965) mit Sitz in BrasÌlia gibt die W”hrung aus. Zu den wichtigen Banken geh–ren die Banco do Brasil, eine Handelsbank mit ¸ber 3 300 Filialen, die Banco National de Desenvolvimento Economico mit Sitz in Rio de Janeiro, und die brasilianische Diskontbank.

Auþenhandel

Die Handelsbilanz Brasiliens ist negativ. Die Hauptabnehmer brasilianischer Produkte sind die Vereinigten Staaten (gut 20 Prozent des gesamten Exportvolumens), Deutschland, Japan, Italien, Argentinien, Frankreich, die Niederlande und Groþbritannien. Zu den wichtigsten Exportg¸tern z”hlen Metalle und Metallerzeugnisse, Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Sojabohnen und Sojaprodukte, Kaffee, Zucker, chemische Erzeugnisse, Maschinen sowie Papier und Zellstoff.

Brasilien importiert vor allem Maschinen und Elektrotechnik, chemische Zwischenprodukte, Fahrzeuge sowie Teile f¸r die Fahrzeugmontage, Nahrungsmittel, Erd–l und Erd–lprodukte. F¸r den Import bedeutend sind die USA, Argentinien, L”nder der Europ”ischen Union (Deutschland, Frankreich, Italien) und Japan.

Gewerkschaften

Viele Arbeiter sind Gewerkschaftsmitglieder in einem der nationalen Dachverb”nde. Zu diesen z”hlen die Nationale Gewerkschaft der Industriearbeiter, die Nationale Gewerkschaft der Landarbeiter und die Nationale Gewerkschaft f¸r Kommunikation und Werbung – alle mit Sitz in BrasÌlia.

Verkehrswesen

Transportader Amazonas;   Ohne den Amazonas mit seinen unz”hligen Nebenarmen w”ren in den dichten Regenw”ldern Brasiliens der Austausch und Transport von Waren kaum vorstellbar.

Das brasilianische Eisenbahnsystem besteht aus einem 4 183 Kilometer langen Schienennetz (1997), das ¸berwiegend s¸dlich von Bahia verl”uft und f¸r den G¸tertransport innerhalb des Landes von herausragender Bedeutung ist. Das Straþen- und Autobahnnetz erstreckt sich ¸ber 1 724 924 Kilometer; etwa zehn Prozent davon sind asphaltiert. Die TransamazÙnica dient als Ostwestachse und bindet auch abgelegene Regionen Brasiliens und Perus an das Verkehrssystem an.

Sowohl im Bereich Binnenschifffahrt als auch in der Seeschifffahrt ist Brasilien in S¸damerika f¸hrend. Die inl”ndischen Wasserwege verf¸gen ¸ber eine Gesamtl”nge von 35 400 Kilometern und bestehen im Wesentlichen aus dem Amazonas und seinen Nebenfl¸ssen. Sie haben sich als wichtige Verbindung zwischen Brasilien und den anderen s¸damerikanischen L”ndern erwiesen und bieten dar¸ber hinaus ausgezeichnete Transportm–glichkeiten innerhalb des Landes. In vielen Gebieten des Amazonasbeckens stellen diese Wasserwege die einzige Transportm–glichkeit dar. Entlang der brasilianischen K¸ste gibt es mehr als 40 H”fen. Die bedeutendsten von ihnen sind Santos, Rio de Janeiro, Paranagu·, Recife und VitÛria. Zahlreiche Inlandsfluggesellschaften sowie einige internationale Luftgesellschaften, unter ihnen die landeseigene Varig, bieten ihre Dienste an.

Energie

Etwa 90,66 Prozent des brasilianischen Strombedarfs werden durch Wasserkraftwerke gedeckt (1999). Die wichtigsten liegen an den Fl¸ssen Paran· und S“o Francisco sowie am Rio Grande. Eines der gr–þten Wasserkraftwerke der Welt befindet sich bei Itaipu am Paran·, das 1982 in Betrieb ging. Die Gesamtleistung des Kraftwerks soll durch einen Ausbau der Anlage bis 2004 auf 14 000 Megawatt gesteigert werden. Durch den Bau von Staud”mmen entstanden in Amazonien gigantische Stauseen, die ihre nat¸rliche Umgebung stark ver”ndert haben. In den achtziger Jahren ging auch das einzige Atomkraftwerk des Landes ans Netz.

Geschichte

Zu den Nachkommen der vorkolumbianischen Bev–lkerung Brasiliens geh–ren die Arawak und Kariben im Norden, die TupÌ-GuaranÌ an der Ostk¸ste und im Amazonastal, die Ge im Osten und S¸den Brasiliens und die Pano im Westen, von denen viele ein halbnomadisches Leben f¸hrten. Jagen, Sammeln und Feldbau dienten dem Nahrungserwerb. Gruppen in abgelegenen Gebieten konnten ihre Lebensweise bis in das sp”te 20. Jahrhundert hinein aufrechterhalten. Siehe Ureinwohner Amerikas.

Europ”ische Entdeckung und erste Besiedlung

Pedro Alvarez Cabral;   Der portugiesische Seefahrer entdeckte um 1500 die Ostk¸ste Brasiliens und nahm sie f¸r die portugiesische Krone in Besitz.

Im April 1500 landete der portugiesische Seefahrer Pedro ¡lvares Cabral an der K¸ste des heutigen Brasilien und beanspruchte die umliegende Region formell f¸r die portugiesische Krone. Der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci brachte von seiner Entdeckungsreise, die er 1501 f¸r den portugiesischen Hof unternahm, eine Ladung Brasilholz mit, von dem sich der Name Brasilien ableitet.

1530 begann die Kolonisierung Brasiliens. Unter dem ersten Generalgouverneur (1549) wurde die neu gegr¸ndete Stadt Salvador, oder Bahia, zur Hauptstadt. Viele Sklaven wurden aus Afrika in die Region verschleppt. S“o Paulo, im S¸den des Landes, wurde 1554 gegr¸ndet.

Die Franzosen errichteten 1555 an den Ufern der Bucht Rio de Janeiro eine Kolonie. Diese wurde 1560 von den Portugiesen zerst–rt und 1567 wurde dort die Stadt Rio de Janeiro gegr¸ndet.

Spanische Herrschaft und portugiesische Restauration

Philipp II. von Spanien erbte 1580 die portugiesische Krone. Die Periode der spanischen Herrschaft war gepr”gt von h”ufigen Angriffen der Engl”nder und Holl”nder, mit denen sich Spanien zu dieser Zeit im Krieg befand, gegen Brasilien.

Durch die erfolgreiche Revolte der Portugiesen gegen die spanische Herrschaft 1640 geriet Brasilien wieder unter portugiesische Herrschaft und wurde einem Vizek–nig unterstellt.

Im fr¸hen 17. Jahrhundert begannen jesuitische Missionare im Amazonastal aktiv zu werden. Bereits vor der Jahrhundertmitte waren Kolonisten aus S“o Paulo bis zum Oberlauf des Paran· vorgedrungen, um die dort lebenden Bev–lkerungsgruppen zu versklaven, wurden dabei mit heftigen Widerstand seitens der Jesuiten konfrontiert, die versuchten, die indigene Bev–lkerung gegen Ðbergriffe zu sch¸tzen. Die Jesuiten wurden in ihren erfolgreichen Bem¸hungen von der Krone unterst¸tzt. Viele Paulistas (Einwohner S“o Paulos) wurden Goldsucher, nachdem 1693 groþe Goldvorkommen in der Region des heutigen Minas Gerais entdeckt worden waren. Der anschlieþende Goldrausch f¸hrte Zehntausende portugiesischer Siedler nach Brasilien. Die wirtschaftliche Entwicklung schritt weiter voran, als 1721 Diamanten entdeckt wurden und riesige Kaffee- und Zuckerrohrplantagen errichtet wurden.

Der portugiesische Premierminister MarquÍs de Pombal f¸hrte viele Reformen in Brasilien durch. Er befreite die indianischen Sklaven, ermutigte zur Einwanderung, setzte die Steuern herab, lockerte das k–nigliche Monopol f¸r den Auþenhandel in Brasilien, zentralisierte den Regierungsapparat und verlagerte 1763 den Regierungssitz von Bahia nach Rio de Janeiro.

Der portugiesische Hof in Brasilien

Durch die Napoleonischen Kriege nahm die brasilianische Geschichte eine ¸berraschende Wendung. 1807 floh der portugiesische Herrscher, Kronprinz Johann, mit einem Groþteil seines Hofes vor den herannahenden franz–sischen Truppen nach Brasilien (siehe Johann VI.). Er w”hlte Rio de Janeiro als Sitz f¸r die k–nigliche, portugiesische Regierung aus, erlieþ eine Reihe von Reformen und wurde 1816 zu K–nig Johann VI. gekr–nt. Vor der Abreise nach Portugal 1821 ernannte Johann VI. seinen zweiten Sohn, Peter, zum Regenten von Brasilien. In der Zwischenzeit hatte sich in Portugal scharfe Kritik an den Reformen des K–nigs breitgemacht, Brasilien sollte wieder Kolonie werden. Peter wurde dazu aufgefordert, nach Europa zur¸ckzukehren. Dies verweigerte er und erkl”rte stattdessen 1822 die Unabh”ngigkeit Brasiliens und lieþ sich noch im selben Jahr zum Kaiser von Brasilien w”hlen.

Das Kaiserreich Brasilien

Peter I. f¸hrte 1825 Brasilien in einen Krieg gegen Argentinien, weil Argentinien eine Rebellion in der Provinz Cisplatine unterst¸tzt hatte. 1827 wurden die Brasilianer entscheidend geschlagen. Durch britische Vermittlung gewann die Provinz Cisplatine ihre Unabh”ngigkeit und trug von da an den Namen Uruguay. In den Folgejahren kam immer st”rkere Opposition gegen Peter I. auf. Im April 1831 dankte er zugunsten Peter II., dem f¸nf Jahre alten Erbfolger, ab.

1840 verk¸ndete das brasilianische Parlament, dass Peter II. die Vollj”hrigkeit erreicht habe.

W”hrend der Herrschaft Peters II., die beinahe ein halbes Jahrhundert dauerte, wuchsen Bev–lkerung und Wirtschaft, die inl”ndische Produktion konnte um ¸ber 900 Prozent gesteigert werden. Ein umfangreiches Eisenbahnnetz wurde erbaut.

Eine breite Bewegung f¸r die Abschaffung der Sklaverei wuchs in Brasilien heran. Die Aufnahme afrikanischer Sklaven im Land wurde 1853 unter Strafe gestellt. Die Gegner der Sklaverei errangen 1871 ihren ersten Sieg, als das Parlament beschloss, die Kinder von versklavten M¸ttern als freie B¸rger zu behandeln. Der Liberalismus verbreitete sich in den n”chsten 15 Jahren weit im Land. 1885 wurden alle ¸ber 60-j”hrigen Sklaven befreit. Im Mai 1888 wurden auch alle ¸brigen Sklaven in den Stand freier B¸rger erhoben.

Die erste Republik

Im November 1889 f¸hrte ein Milit”rputsch unter F¸hrung des Generals Manuel Deodoro da Fonseca zur Abdankung Peters II. Eine Republik wurde ausgerufen, deren provisorische Regierung Fonseca ¸bernahm. Die Trennung von Kirche und Staat und andere republikanische Reformen wurden erlassen. Im Februar 1891 wurde eine Verfassung nach US-amerikanischem Vorbild angenommen, und Brasilien konstituierte sich als Bundesrepublik mit dem offiziellen Titel Vereinigte Staaten von Brasilien. Als erster Pr”sident der Republik wurde Fonseca gew”hlt, der das Land schon bald in die Diktatur f¸hrte. Er wurde nach einem abermaligen Milit”rputsch von Floriano Peixoto als Diktator abgel–st.

Ziviles Leben

W”hrend der Verwaltung durch Pr”sident Prudente JosÈ de Moraes Barros wurde die Verwaltung im Land allm”hlich wieder hergestellt; er war das erste zivile Regierungsoberhaupt (1894-1898). Unter der Pr”sidentschaft Manuel Ferraz de Campos Salles (1898-1902), gelang es, die desolate Wirtschaft des Landes wieder in Schwung zu bringen. Durch groþe Auslandsanleihen bekam Campos Salles die Finanzen in den Griff und dehnte den Handel und Industrie aus. Kaffee- und Kautschukproduktion wuchsen betr”chtlich an.

Nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 stieg die Nachfrage auf den Auslandsm”rkten nach brasilianischem Kaffee, Kautschuk und Zuckerrohr. Im Oktober 1917 trat Brasilien auf Seite der Alliierten in den Krieg ein.

Durch industrielle Einsparungen und K¸rzungen im Staatshaushalt versuchte die Regierung die wirtschaftliche Krise von 1922 zu meistern. Die Zeit nach 1924 war von wirtschaftlicher Depression und von sozialen und politischen Unruhen gekennzeichnet, in deren Folge die Armee immer mehr Einfluss gewinnen konnte.

Vargas’ Amtszeit

Putsch von 1930;    Mit Unterst¸tzung des Milit”rs, hier beim Feiern in Rio de Janeiro, putschte sich 1930 Get™lio Vargas an die Macht und etablierte in der Folge ein diktatorisches Regime, bevor er 1945 selbst durch einen Staatsstreich gest¸rzt wurde.

1930 f¸hrte der nationalistische Politiker Get™lio Dornelles Vargas erfolgreich einen Aufstand gegen die Regierung an.

Vargas wurde heftig von der brasilianischen Arbeiterbewegung bek”mpft. Im November 1935 scheiterten in Pernambuco und Rio de Janeiro kommunistisch angef¸hrte Aufst”nde. Das Kriegsrecht wurde verh”ngt, und Vargas wurde vom Kongress beauftragt per Erlass zu regieren. Massenverhaftungen politischer Gegner standen an der Tagesordnung. 1937, kurz vor den Pr”sidentschaftswahlen, l–ste Vargas den Kongress auf und proklamierte eine neue Verfassung, in der sein Amt mit absoluter, diktatorischer Macht ausgestattet wurde. Die Neuorganisation seiner Regierung glich den totalit”ren Regimen in Italien und Deutschland. Er schaffte alle politischen Parteien ab, verh”ngte eine Pressezensur und verf¸gte die Aufhebung des Postgeheimnisses.

Estado Novo

Die Regierung Vargas, offiziell als Estado Novo (Neuer Staat) proklamiert, blieb im Amt und k¸ndigte eine Volksabstimmung ¸ber die neue Staatsordnung an. Ein Termin f¸r die Volksabstimmung wurde jedoch nicht festgelegt.

Trotz des totalit”ren Charakters seines Regimes unterhielt Vargas freundschaftliche Beziehungen mit den Vereinigten Staaten und anderen demokratischen L”ndern.

An der Seite der Alliierten im 2. Weltkrieg entwickelte das Regime Vargas mit Hilfe der Vereinigten Staaten ein umfassendes Industrieprogramm. Der Schwerpunkt lag auf der Produktion von wichtigem Kriegsmaterial.

Die Unzufriedenheit mit der Vargas-Diktatur wuchs jedoch immer mehr. 1945 k¸ndigte Vargas Kongress- und Pr”sidentenwahlen an. Allm”hlich wurden alle wichtigen Einschr”nkungen politischer Aktivit”ten beseitigt. Im April kam es zu einer Amnestie f¸r alle politischen Gefangenen, einschlieþlich der Kommunisten.

Regierung Dutra

1945 wurde Vargas durch einen Milit”rputsch gest¸rzt. Aus den im Dezember abgehaltenen Nationalwahlen ging der ehemalige Kriegsminister Eurico Gaspar Dutra mit groþer Mehrheit als Sieger hervor. 1946 trat eine neue demokratische Verfassung in Kraft.

1947 trat Brasilien dem Rio-Pakt bei.

Vargas’ zweite Pr”sidentschaft

Im Januar 1951 kehrte J™lio Vargas erneut als Pr”sident an die Macht zur¸ck, nachdem er die vorangegangenen Wahlen gewinnen konnte. 1952 wurden die Erd–lvorkommen verstaatlicht.

1954 wurde Vargas vom Milit”r zum R¸cktritt gezwungen und beging Selbstmord.

Die Regierungen Kubitschek, Quadros und Goulart

Der ehemalige Gouverneur von Minas Gerais, Juscelino Kubitschek, gewann die Pr”sidentschaftswahlen im Oktober 1955 und ¸bernahm das Amt im Januar 1956. Ein rascher industrieller Aufschwung wurde durch den Fall des Kaffeepreises auf dem Weltmarkt Mitte und Ende der f¸nfziger Jahre gebremst. Die Inflation stieg, erneut kam es zu sozialen Unruhen mit Streiks und Aufst”nden der Arbeiter und Studenten.

J’nio da Silva Quadros, der ehemalige Gouverneur von S“o Paulo, war 1961 f¸r wenige Monate brasilianischer Pr”sident. Er entwickelte ein strenges Sparprogramm. Nach einer Verfassungs”nderung lag die Exekutivgewalt nun in den H”nden des Premierministers und des Kabinetts. Goulart ¸bernahm im September 1961 das Amt.

Ein Jahr sp”ter beschwor Goulart eine Kabinettskrise herauf, denn er forderte einen Volksentscheid, um die Akzeptanz im Volk f¸r eine R¸ckkehr zur pr”sidialen Regierungsform festzustellen. Die Volksabstimmung fand statt und ergab eine Zustimmung f¸r die Pr”sidialregierung. 1964 wurde der sozialreformistische Goulart, der ÷lraffinerien verstaatlicht, Besitzer unbenutzter L”ndereien enteignet und den Export beschr”nkt hatte, von der Armee gest¸rzt und floh nach Uruguay. General Humberto Castelo Branco, Personalchef der Armee, wurde zum Pr”sidenten gew”hlt.

Milit”rregierung

Das neue Regime unterdr¸ckte die linke Opposition und entzog etwa 300 Personen die politischen Rechte. Ein 1965 verabschiedetes Gesetz schr”nkte die b¸rgerlichen Freiheiten ein, sprach der Nationalregierung weitere Machtbefugnisse zu und bestimmte die Wahl des Pr”sidenten und Vizepr”sidenten durch den Kongress.

Der ehemalige Kriegsminister Marshal Artur da Costa e Silva, Kandidat der Regierungspartei ARENA (AlianÁa Renovadova National; deutsch: Allianz zur nationalen Erneuerung) wurde 1966 zum Pr”sidenten gew”hlt. Die Brasilianische Demokratische Bewegung (MDB, Movimento Democr·tico Brasileiro), die einzige legale Oppositionspartei, weigerte sich aus Protest einen Kandidaten f¸r die Wahl aufzustellen, weil die Regierung alle ernst zu nehmenden Gegenkandidaten nicht zugelassen hatte. 1966 gewann die ARENA auch die National- und Parlamentswahlen. Das Jahr 1968 stand im Zeichen von Studentenunruhen und Streiks. Das Milit”rregime reagierte mit politischen S”uberungsaktionen und Zensur. Im August 1969 wurde Costa entmachtet. Das Milit”r bestimmte General EmÌlio Garrastaz™ MÈdici zu seinem Nachfolger, der Kongress w”hlte ihn zum Pr”sidenten. Unter MÈdici wurden die Repressionen verst”rkt und in der Folge nahmen die revolution”ren Aktivit”ten zu. Der r–misch-katholische Klerus erhob seine kritische Stimme immer –fter und prangerte die Bedingungen der armen Bev–lkerung an.

1974 wurde General Ernest Geisel, Pr”sident von Petrobras, der staatlichen ÷lmonopolgesellschaft, zum brasilianischen Pr”sidenten gew”hlt. Zun”chst betrieb er eine die Kontrollen jedoch wieder verst”rkt.

Wiederherstellung der zivilen Ordnung

Fernando Henrique Cardoso;   Seit Januar 1995 ist der fr¸here Finanzminister Fernando Henrique Cardoso Pr”sident von Brasilien. W”hrend seiner Amtszeit als Minister gelang es ihm, die Inflationsraten des Landes drastisch zu senken.

1985 wurde Tancredo Neves nach 21 Jahren zum ersten zivilen Pr”sidenten Brasiliens gew”hlt. Er starb jedoch vor seinem Amtsantritt, weshalb JosÈ Sarney Pr”sident wurde. Dieser sah sich mit einer auþerordentlich hohen Inflation und groþen Auslandsschulden konfrontiert und verordnete ein Sparprogramm, mit dem auch eine neue W”hrungseinheit, der Cruzado, etabliert wurde. In der neuen Verfassung vom Oktober 1988 wurden Direktwahlen verankert. Fernando Collor de Mello von der konservativen nationalen Erneuerungspartei wurde im Dezember 1989 zum Pr”sidenten gew”hlt. Seine drastischen Maþnahmen zur Inflationsbek”mpfung (1992 betrug die Inflationsrate 1 132 Prozent) bescherten Brasilien die schlimmste Rezession seit zehn Jahren, und organisierte Korruptionen h–hlten seine Popularit”t schnell aus. 1992 sprach die Abgeordnetenversammlung Collor wegen eines Amtsvergehens das Misstrauen aus, und Franco wurde als sein Nachfolger vereidigt.

Im April 1994 wurde in Abstimmung mit den Gl”ubigerbanken ein Plan zur Umschuldung und Reduzierung der brasilianischen Auslandsschulden vorgelegt. Finanzminister Henrique Cardoso, ein ehemaliger Soziologieprofessor, wurde 1994 zum neuen Pr”sidenten gew”hlt, nachdem es ihm gelungen war, die Hyperinflation einzud”mmen. Wirtschaftswachstum und Sozialprogramme entsch”rften die explosive soziale Lage etwas, so dass f¸r Brasilien eine Phase relativer politischer Stabilit”t begann. Im Oktober 1997 wurde jedoch auch Brasilien von der W”hrungs- und Finanzkrise in Asien erfasst.

Bei den Pr”sidentschaftswahlen vom 4. Oktober 1998 wurde Cardoso mit 56 Prozent der Stimmen im Amt best”tigt. Cardoso hatte unmittelbar vor der Wahl angek¸ndigt, dass er nach seiner Wiederwahl ein wirtschaftliches Sparprogramm vorlegen werde, das die Stabilit”t des Landes bewahren solle.

Mitte Januar 1999 wurde Brasiliens Wirtschaft von einer schweren Finanzkrise ersch¸ttert, die weltweit die B–rsen in Turbulenzen geraten lieþ: In S“o Paulo, dem Sitz der wichtigsten B–rse Lateinamerikas, und in Rio de Janeiro fielen die Kurse um durchschnittlich 9 bis 10 Prozent. Ausgel–st wurde die Krise durch den R¸cktritt des brasilianischen Notenbankchefs Gustavo Franco. Er zog damit die Konsequenz aus der Abwertung der Landesw”hrung Real um fast 8 Prozent, wovon der gesamte Gemeinsame Markt des S¸dens (MERCOSUR) in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Internationale W”hrungsfonds forderte die brasilianische Regierung ungeachtet der Finanzkrise auf, ihr Sparprogramm fortzuf¸hren.

Um den Holzeinschlag in den Regenwaldgebieten zu reduzieren, untersagte die brasilianische Regierung im M”rz 1999 f¸r einen Zeitraum von 120 Tagen weitere Abholzungen.

Der Regierung Cardoso gelang es durch rigorose Sparmaþnahmen und Steuererh–hungen im Jahr 2000, die Auflagen des Internationalen W”hrungsfonds (IWF) in Bezug auf die Konsolidierung des Haushalts zu erf¸llen.